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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. ^ S47

O Der Tambour von Wagram.

(Fortsetzung.)

Wir müssen jedoch hier anführen, wie sich der alte Tambour in Moskau befand.

Nach seiner Entlassung aus Charenton hatte Romeuf seinen frühern Obersten aufgesucht, und ihn um Wieder- aufnahme in sein Korps, jedoch nicht alS Tambour, son­dern als einfacher Jäger. . .

Nach dem, was vor zwei Jahren in Schönbrunn passirt ist, hatte ihm Michelin geantwortet, ist das un- s möglich. Sie wissen, wie ich, daß die Grenadiere und die Jäger der Garde allein das Privilegium haben, den Dienst um die Person des Kaisers zu thun. WaS sollte er sagen, wenn er Sie wiedersâhe"? ...

Mein Oberst, er würde zu mir sagen : Guten Tag, Romeuf, wie steht es mit der Gesundheit"?

JH würde ihm antworten: Sehr gut, mein Kaiser . . . Wenigstens ist so meine Manier, die Sache anzusehen".

Das mag immerhin sein, erwiederte ihm Michelin achselzuckend, Sie können nicht mehr zu den Jägern zurück".

Aber, mein Oberst, wohin soll ich denn? . . Ich kann nicht aus der Garde auStreten, ohne mit einem höher» Grade in ein anderes Korps zu treten. Der kleine Korporal hat mir alle diejenigen abgeschlagen, um die ich ihn bis jetzt gebeten habe".

Der Kaiser handelt stets weise, entgegnete Miche­lin; doch gibt eS ein Mittel, die Sache zu arrangiren. Wenn Sie wollen, werde ich mit Cambronne sprechen, der mein Freund ist, und wenn er Sie unter seine Vol- ligeurs aufnehmen will, brauchen Sie die Garde nicht zu verlassen, doch dürfen Sie sich nicht fürchten, sich dem Blicke des Kaisers auszusetzen".

Gut, mein Oberst; was jedoch das Letztere an­langt , so ist daS unmöglich".

Wie wollen Sie das machen"?

Ich werde ihn nicht ansehen".

Nun denn, es sei! antwortete Michelin lächelnd".

Einige Tage darauf ward Romeuf in das 1. Bataillon deS 3. Voltigeur-RegünentS eingereiht und machte den Feldzug nach Rußland mit diesem Regiment?, ohne daß der Zufall ihn mit Napoleon zusammenbrachte, der nicht gerade gern an ihn dachte. Der Kaiser war erst den zweiten Tag in Moskau eingezogen. Beim An­blicke des KremelS, des großen Kreuzes deS Ivan, und des schönsten Stadttheiles, den die mächtige Zitadelle auf allen Seiten beherrscht, rief er auS:

Hier will ich den Frieden unterzeichnen" !

Und er trat in den Kremel. Da das Innere dieses Palastes eine Reihe von großen und prächtig eingerich, teten Zimmern darbot, so wählte er dasjenige zu seinem Aufenthalte, welches den Blick auf die Ufer der Mos- kowa darbot und einen ungeheuern Horizont von Häusern und Kirchen darbot.

Wir wollen doch sehen, sagte er, nachdem er sich eingerichtet, was die Russen thun werden. Wnn sie sich auch weigern zu unterhandeln, so sind unsere Winter­quartiere gesichert. Wir geben dann der Welt das eigen­thümliche Beispiel, wie eine Armee ruhig in Mitten eines seindlichen Volkes den Winter zubringt. Die große Armee in Moskau wird dem vom Eise festgehaltenen Schiffe gleichen; bei der Rückkehr der bessern Jahreszeit werden wir den Krieg von Neuem beginnen und nach Sankt Petersburg gehen".

Doch kaum hat er von der alten Wohnung der Ro­manoffs Besitz genommen, als eine furchtbare Feuers­brunst sich zeigt. Schon fliegen Brände und glühende Trümmer bis auf die Dächer des Kremels. Die Befehle