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Der Wanderer.

a w»am «-- --- Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. ^ S4S

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O Der Tambour von Wagram.

(Fortsetzung.)

Dann höre ich, wie man Schildwachen rund um das Haus stellt, dann sehe ich drei Oberoffiziere in das Zim­mer treten. Einer derselben legte ein Papier, in Form eines Rapports gefaltet, auf den Tisch, dann fingen sie an, deutsch zu reden. Da ich indeß ein wenig von der kaiserlichen Sprache verstehe, so hörte ich einen großen magern sagen:

DaS sind die Absichten Napoleons, ich habe Ge­wißheit darüber, wie Sie sehen, glaubt er, daß wir un­sere ganze Macht gegen das Zentrum richten würden, und dieser an den General Lauriston abgefertigten Ordre zufolge, die wir aufgefangen haben, beabsichtigt er, gegen unsern rechten Flügel zu manövriren und zu gleicher Zeit unsern linken mit 24 Geschützen anzugreifen. Meine Meinung lautet daher, daß wir ihm zuvorkommen und ihn selbst auf diesem Punkte angreifen müssen, wo sich während der Nacht der größte Theil unserer Artillerie zu sammeln hat, und sie der seinigen entgegen zn stellen.

Bei diesen Worten", fuhr Romeuf fort,zeichnete der General seinen Plan mit einem Bleistift auf dem Pa­piere, das er auf den Tisch gelegt hatte. Nach einiger Berathung entschieden sich Alle dafür, worauf sie daS Zimmer verließen und schneller, alS sie gekommen, w eder davon ritten. Ich ging schnell auS meinem Versteck und sagte zu der Alten, die mich ganz verwundert ansah: Ich achte Sie, weil Ihre wahrhaft französischen Gefühle in Betreff meiner Ihnen Ehre machen". Dann wandte ich ihr den Rücken, ohne mich mit weitern politischen Fragen aufzuhalten. Wie Sie sehen, mein Kaiser, komme ich noch zeitig genug, um die Armee zu retten".

Der Tambour hatte kaum seine Erzählung beendet, als ein Adjutant Napoleons in das kaiserliche Zelt trat

Sire", sagte er aufgeregt,ich höre soeben, daß der Ordonnanzoffizier, weicher die Ordre Ew. Majestät an den General Lauriston überbringen sollte, daS Unglück gehabt hat, von einer Streispatrouille österreichischer Hu­saren gefangen zu werden".

Diese Worte jedoch, weit davon entfernt, den Kaiser zu verstimmen, schienen im Gegentheil ihn von einem großen Gewichte zu befreien. Er blickte Romeuf fest an, der einen Blick deS Einverständnisses mit ihm wechselte, wobei er sagte:

Da haben Sie'S, mein Kaiser".

Kehre zu Deinem Bivouak zurück", sagte Napoleon barsch zu dem Tambour;vor Allem aber theile durch­aus Niemandem von Deinen Kameraden mit, waS Du mir so eben gesagt. Späterhin werde ich sehen, waS ich für Dich thun kann . .. wenn Du Dich gut aufführst", setzte er nach einer Pause hinzu.

Romeuf verließ ganz stolz die kaiserliche Barake. Napoleon begann nun sogleich die für die beabsichtigte Schlacht getroffenen Dispositionen zu ändern. Neue Be­fehle wurden an Lauriston abgefertigt, und die Sonne des folgenden TageS beleuchtete einen der schönsten Tri­umphe der großen Armee.

Achtundvierzig Stunden waren kaum verflossen, so be, suchte Napoleon das Schlachtfeld, belohnte und tröstete die Verwundeten, als ein kleiner Mann, die Stirne mit einer blutigen Binde bedeckt, sich durch den Generalstab Bahn macht, bis vor den Kopf von Napoleons Pferde tritt, und mit einem militärischen Gruße sagt:

Ich denke mein Kaiser, daß wir da keinen üblen Triumph gehalten haben. Wir haben ihnen eine tüchtige Suppe eingebrockt, deren Geschmack sie lange noch behalten werden. . . Gott! waS für eine Suppe!"

Aha! .das ist ja wieder mein Tambour", sagte Napoleon.Wie ich sehe, hast Du Deine Pflicht ge-