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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. ^F 830.

O Der Tambour von Wagram.

-Com sich i« Brabe :n die chrieb einem durch ; es Rom*

(Fortsetzung.)

Das von der Sonne aller Länder Europa's gebräunte Gesicht des Sergeanten hatte jenes Aussehen, welches den alten Soldaten der Republik und des Kaiserreiches eigen war. In seinem Blicke und seinem selten erschei­nenden Lächeln lag etwas Verächtliches, welches mit der Einfachheit in der Miene der andern Jäger des Postens kontrastirte. Bonneville war besonders durch die Regel­mäßigkeit seiner Haltung bemerkenSwerth. Bei der Kom­pagnie war er übrigens nicht sehr beliebt, was indeß nicht sowohl von seiner sprichwörtlich gewordenen Strenge als vielmehr von seinem Mangel an Anciennetäl her­rührte. Als er den Soldaten die erwähnte Bestimmung bekannt gemacht mit den Worten:Meine Herren*), ich erkläre Ihnen, daß eine zweitägige Arreststrafe den trifft, welcher die festgesetzten Grenzen des Wachtgebietes über­schreitet", entstand ein leises Gemurmel unter diesen Sol­daten, von denen der jüngste Schnurrbart aus dem ersten italienischen Feldzuge datirle. Doch derjenige von Allen, welcher am offensten seinen Verdruß kund gab, war der Tambour Romeuf, der, obgleich kaum 25 Jahre alt, be­reits dekorirt, sich nicht einmal die Mühe gab, seine Em- Psindungen zu verbergen.

Ei! sagte er laut genug, daß Bonneville es hören konnte, er ist ja sehr gütig, der nicht dekorirte Sergeant. Hält er uns für Eidechsen, um uns durch eine Sonnen­hitze spazieren zu lassen, die den Dom der Invaliden schmelzen könnte! . . . Indeß, wenn es seine Manier ist, bie Sache anzusehen . . .

Diese Worte: Manier, die Sache anzusehen,

*) In der alten Garde redete ein Unteroffizier seine Untergebenen im Allgemeinen nur mit der Benennung:Meine Herren" an. Auch duzten nicht einmal die gemeinen Soldaten einander, wenn ste nicht Verwandte oder intime Freunde waren.

waren der stete Refrain des Tambours, der Schluß aller seiner Reden. Nur war die Art und Weise, wie er diese gewöhnliche Redensart aussprach, verschieden je nach den Individuen, den Umständen und dem Gefühle, bad ihn beherrschte. War er zufrieden, so heiterte sich sein Gesicht auf, seine Augen glänzten, und bewegten Ausdrucks sagte er:Das ist meine Ansicht". War er verdrießlich, hatte ihm ein Vorgesetzter eine seine Eigenliebe kränkende Be­merkung gemacht, so ward Romeuf düster, seine Augen­braunen zogen sich zusammen, er senkte den Kopf, und wiederholte seufzend:Es ist seine Manier".

Bonneville hatte die Bemerkung des Tambours recht gut gehört; doch da er chicht gern strenge gegen einen Dekorirten einschreiten wollte, so. hatte er es überhört und sich darauf beschränkt, einen strengen Blick auf Ro­meuf zu werfen, der nachläßig auf seiner Trommel saß und den Fahnenmarsch auf der Bank schlug, die an seiner Seite sich befand.

Romeuf war der natürliche Sohn einer Marketen­derin des alten Regiments der Königlichen Dragoner. Seine Mutter war einige Monate nach der Geburt ge­storben, ohne deS Kindes Vater zu nennen, und hatte daher das Regiment das Kind avoptirt. Ein alter Bri­gadier, welcher einst Tambour in dem Regiment Cham­pagne gewesen, übernahm seine Erziehung.

Im Alter von acht Jahren trat der kleine Mann als Pfeifer auf, später stieg er höher und ward Tambour, in welcher Eigenschaft er dem General Bonaparte nach Italien folgte, wo sein Muth ihm die Dekoration eintrug. Zuletzt trat er in die Consulargarde ein, als dieselbe geschaf­fen wurde, und ging zur alten Garde über, stets in seiner Eigenschaft als Tambour. Tapfer bis zur Verwegenheit, ehrgeizig wie ein Marschall deS Kaiserreichs, Raisonneur bis zur Unverschämtheit, war Romeuf stolz und demüthig zugleich: stolz, weil er das Kreuz besaß und unter der