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Der Wanderer
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- Metristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.
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1850. — ^F 809
Frarr von Brabantane «velle von Alfred de Menciaux.
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(Fortsetzung.)
Preval trank ein großes Glas Madeira und erzählte Dermaßen:
.Wenn Ihr weniger blind wäret, so hättet Ihr schon ^erklärliche, fortwährende, eigensinnige Abwesenheit "ider Freunde unserer sechssitzigen Opernloge bemerkt, 'Wir unserer Fünfzehn gemiethet haben, nicht auS Mmkeit, sondern einfach deßhalb, weil wir eS sonst iollein Recht für unanständig halten würden, hinter Coulissen zu erscheinen. Wir lassen die andern Logen M ober'vier Personen unsern Wechselagenten, unsern ^n Freunden", — dies ist der geweihete Name auf s Boulevard. Ich, der ich ein geborner Beobachter Andere nennen eS noch richtiger, aber das ist einerlei, W habe mich auf's Kundschaften gelegt und habe MeS beobachtet: Unser Freund, einer der schönsten R unserer modernen Gesellschaft, hat nach glorrei-
Tiegen sein Waterloo gefunden. Dieser Held ist Een und Ihr könnt ihn auf seinem Felsen von Sankt
^ Mü sitzen sehen, der, ich schäme mich, eö zu sagen, -gM Mischen der ersten und zweiten Coulisse deS Opern, en W 118 steht. Der Wellington des großen Mannes ist thv»! «die, die dritte Nonne rechts von Robert dem Teufel. >or" !hcht Jhr's". Mio» '
rallU^âs Lachen folgte dieser Eröffnung. Der Graf hlti die verleumdete Tugend und begnügte sich, die ' "tIn zu zucken.
/^""^ wichtige Miene, lieber Freund, beweist 1 „ ?' denn Du siehst mich bereit, auf der Stelle tausend
^r zu wetten".
â>ne Wette, meine Herren, beweist Nichts".
„Deshalb will ich, ohne zu weiten, Euch was er, zählen. Warte nur, ich thue also Butter in's Heu für meine Pferde! Gul, aber nun höre, was Du thust. Du bist Nichts alS ein alter, verliebter Löwe, ein Aka, demiker von der Sorte, welcher einer Frau die Zähne ausfeilt. Ich denuncire Euch hier diesen Menschen wie er leibt und lebt als toll verliebt in die schüchterne Leo- cadie, die ihn ganz beherrfchcuuv leitet, ihn spazieren führt, ihn bei der Nase herumführt, ja ihn vielleicht auch prügelt, und ihm verbietet in unsere Loge zu kommen, weil er dann ihrer Wachsamkeit entwischen könnte, und die ihn, wenn sie auftritt, auf besagten Felsen verbannt unter die hohe Polizei ihrer Mutter, der kolossalen Ma, dame Pichard, und die ihm endlich nur soviel das Maul aufzumachen gestattet, als ein dienstthuender Pumpen- mann nöthig hat".
„Nun wohl"! rief der Graf, „Alles das ist wahr, aber eS beweist Nichts. Wer sagt Euch denn, Ihr un« wissende Menschen, daß ich aus geheimen Gründen diese schmachvolle Knechtschaft trage, und daß der Tag kommen wird, an dem ich Mamsell Pichard wieder an ihren Platz stellen werde. Geht und verbreitet, was Preval Euch erzählt hat, ich bitte Euch sogar darum. Ich zählte auf Euer Aller Verschwiegenheit, aber diesmal müßt Ihr guten Glauben zu mir haben". —
Die Unterhaltung blieb lange Zeit, Dank sei es den zehnerlei Sorten Wein, die die Runde machten in diesem lebhaften Tone. Die Zeit verging. Heinrich schien keinen andern Zweck zu haben, als zu essen und zu trinken. Sicher war das Diner Nichts als eben ein Diner. Mont- bryon selbst sing an eS zu glauben. Das Dessert kam. Die Diener besetzten den Tisch mit neuen Flaschen und ginger wieder.
Seit einem Augenblicke war der junge Herzog ernst, haft geworden. Montbryon, der ihn den ganzen Mittag