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Der Wanderer

Mristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

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Frau von Brabantane

:ml l e von Alfred d e Menciaux.

(Fortsetzung.)

!Frau von Brabanlane konnte etwa 23 Jahre alt i Sie war Wittwe des Generals, dessen Namen sie

M, und die Tochter eines alten Waffenbruders ihres

kalten. Ais ihr Vater starb, arm, wie so mancher pW, empfahl er seine Tochter dem Freunde. kWchige General Brabantane, hingerissen von

c ^Wg zur schönen Marie Dupont, heirathete sie wigE" Tages, sie, das achtzehnjährige Mädchen.

en -M langte er seinen Abschied. Die Ruhe ist aber

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zu Soldaten unerträglich. Nach einem Jahre begruo p ihn. Marie war also mit neunzehn Jahren Wittwe,

i»nem bedeutenden Vermögen und sechstausend Livres ^sten. Die Schwester des Generals rief sie zu sich ^aris. Die vornehmsten Zirkel öffneten sich der 111 hübschen Wittwe. Ihre Schönheit gehörte nicht ">en, die im ersten Augenblick überraschen und blen- W Gegentheil entdeckte man sie erst, wenn man ^.»!^3üge näher prüfte; sie waren von einer bewunde- Erdigen Regelmäßigkeit und ausnehmend zart. nt war blaß, ohne kränklich zu sein; ihre brau- MM^^e hoben die blendende Weiße ihrer Haut noch Wkhervor. Alles dieses harmonirte vollkommen mit unmuthigen schlanken Taille. Ihre Augen waren s ângen Wimpern beschattet, die sie in ein entzücken« Halbdunkel zu verhüllen schienen. Aber um zu "Zügen auch die Fehler hinzuzufügen: Wenn die ? Wittwe den Blick erhob, warf sie den Kopf zurück '"âelte mit den Augen. Diese Geberde, die nicht ^ war* denn an einer hübschen Frau ist Alles É diese Geberde konnte aber eine böse AuSIe- L 3 ^mmen. Vom Reizenden bis zum Widerlichen

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ist oft nur ein Schritt , ebenso wie vom Erhabenen zum Lächerlichen. Die Feinde der Frau von Brabantane fan­den diesen Blick zuweilen keck, spöttisch, sogar dreist. Und doch war die eigentliche Ursache dieser Angewohnheit nicht- Anderes als ihre Kurzsichtigkeit, da sie zu nachlässig war, um jedesmal die Lorgnette zu gebrauchen.

Was Lairville betrifft, so konnte er sich, als er seit zwei Jahren zum ersten Male wieder der.Frau, die er geliebt hatte, sich gegenüber sah, einer tiefen Bewegung nicht erwehren.

Frau von Brabantane ihrerseits fühlte, indem sie ihn sah, ihr Gesicht mit lebhafter Röthe sich färben.

Frau von Brabantane", sagte der Herzog, sie mit erzwungener Kälte grüßend,werden Sie erlauben, daß ein alter Freund Ihnen seine Huldigung darbringt" ?

Herr von Lairville",- erwiederte die Wittwe, die schon ihre gewohnte Ruhe wiedergefunden hatte,Sie sind wie­der in Frankreich?"

In diesem Augenblick präludirte das Orchester ei­nen Contretanz; die Herren zerstreuten sich nach allen Gegenden. Laiville blieb vor Frau von Brabantane stehen, den Augenblick erspähend, um sein Gesuch an­zubringen.

Sie tanzen nicht, gnädige Frau?" sagte er endlich.

Statt aller Antwort lud ihn die Dame mit einer Handbewegung zu einem Sitz ein, der neben ihr frei geworden war. Der junge Mann setzte sich.

Ihre Rückkehr, Herr von Lairville", sagte sie nach einem Augenblick der Verwirrung,wird Ihren Freunden eine Freude sein mir eine traurige Verantwortlichkeit auferlegen."

Was sagen Sie, gnädige Frau, eine Verantwortlich­keit? ich begreife nicht."

Dank sey eS Ihren Freunden, Herr von Lairville, es wird wohl nicht eine Person auf diesem Ball sein,