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Der Wanderer

âtrWches Beiblatt zur Nassauischen Allstem. Zeitung.

1850. Ms 196.

Frau von Brabantane

-veile von Alfred de Menciaux.

(Aus F. Gustav Kühne'sEuropa".)

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I. Ein Ball i m Hotel Stopford.

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war zehn Uhr Abends. DaS Geräusch zahlrei- riaèxâir Wagen rüttelte in ungewöhnlicher Weise das Echo ^^MMrenner Straße wach, welches seit zehn Monaten â K-Wasen hatte. Der Winter nämlich versammelte auch ,thj»Men stillen Theilen der Altstadt, was man die schöne

uterEMN zu nennen beliebt, ein Welt, die oft genug recht !hrn»Htzlilh jst,

^M ^ war Ball im Hotel Stopford. Nach den vielen

Wappen gezierten Wagen zu urtheilen, die sich vor ergäbt aufgesperrten Halle drängten, schien das Fest igd!"Mglänzendes zu fein Eine reich dekorirte Gallerte ver- ^w®'^ das Zentrum der Gesellschaft. Am Eingang ^Mklben warfen Huissters Namen und Titel der Eintre-

*n das Gewühl der Menge, die wenig darauf

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W"e, Namen, die in verflossenen Jahrhunderten auf Dlachtfeldern ober in den stillern Kämpfen des Parla- W laut wiederhallten aber heutzutage auf den Rasen- Men von Chantilly, auf dem Marsfeld oder in arm# Ma Salons nur einsam verklingen. Jeder.Ankommende We ernst den Herrn und die Dame des HauseS,

schüttelte er zutraulich die Hand eines Mannes ausgezeichneter Haltung , der ungefähr vierzig Jahre I Le» mochte und sich den Wirthen zur Seite hielt. ^» »Guten Abend, Marquis", sagten die Männer, 'Sie

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k ein prächtiger Mensch; daS Fest verspricht glänzend Herden".

«^»Wie liebenswürdig ist es von Ihnen" , sagten die ren' »an unser Vergnügen zu denken"!

^Der strahlende Marquis schien der glückliche Am- dieses Balles zu sein, zu dem er gleichwohl

doch selbst nur eingeladen war. Dies bedarf der Er­klärung.

Wer dieser M. Stopford, der ein so schönes Hotel bewohnte und einen so schönen Ball gab, eigentlich sei: daS war eine Fragee, die vielleicht keiner der Eingeladenen zu beantworten wußte. Man muß Paris kennen, um i eine so unwahrscheinliche Thatsache zu begreifen. Von allen hergebrachten Vergnügungen ist ohne Widerede ein Ball die eintönigste, um nicht zu sagen die langweiligste. Aber der Müßiggang in der großen Welt ist von der Art, daß es, um sie anzuziehen, nur eines Salons und einiger 100 Wachskerzen bedarf.

M. Stopford war nach seiner Herkunft ein Ameri­kaner, nach seinem Gewicht ein Millionär. Ueberdrüßig seine Sonntage mit Nichtsthun zu verbringen, wie cs in den Vereinigten Staaten Sitte ist, andererseits müde, sich den ganzen Rest der Woche über auszuruhen, machte sich M. Stopford auf den Weg nach dem herrlichen Frankreich, wo er seine transatlantische Manier, sich zu langweilen, fortsetzte. Es genügt nicht, fünfmalhundert- zausend Francs Einkünfte zu haben; die Schwierigkeit ist zu wissen, was man damit anfängt! Schon schwankte M. Stopford, ob er nicht wieder nach der neuen Welt zurüâkehren solle, um seiner Langeweile etwas Verände­rung zu schaffen; da führte ihm der Zufall den Marquis von Recourt zu, den er als Mitreisenden auf dem Pa- quetboot kennen gelernt hatte. Der Nanke hatte sich wie ein Verzweifelter auf den Marquis gestürzt. Auf dem festen ; Lande knüpfte sich die Freundschaft/, die auf hoher See 55 Grad nördlicher Breite entstanden war noch fester. Der Amerikaner erzählte seine verzweifelte Lage; der Mar­quis hatte Mitleiden mit ihm und entrollte vor seinen Augen einen herrlichen Lebensplan: es wer die Rede von einem Hotel, von Festen, Bällen, Dinerö, von Logen im Schauspiel und in der Oper, kurz von allen Freu-