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Der Wanderer.

Metrisches Beiblatt zur

Zeitung

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1850

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Der Heimathlose

(Fortsetzung.)

weniM Keine zwanzig Jahre sind es her, da war eS anders. ES M herrschte, so weit die Klosterglocke hörbar war, be- Feierlichkeit. Mit feierlichem Behagen gingen ^Mönche aus und ein, und mit feierlichem Behagen

Schlitte der Klosterpächter den Pflug, mit feierlichem Be-

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Wn wartete selbst der Bettler und Krüppel vor der auch 'Hlosterpforte , denn er war des Bissens, der seine Eßlust würde, gewiß. Nur fetten

Berlin in den sriedsertigen Bezirk, ii. üeOM^e, sondern die geistliche Polizei regierte

Nur selten verirrte sich ein

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rF man sich derselben mit dem Beichtzettel aus- so wurde wenig nach Paß und Heimathschein

Seit die Heimathlosenjagd angegangen, war Nag- »6 nirgends lieber als dort, von wo aus man die ^ger Klosterthürme sehen konnte. Kein Plätzchen ihm für seine Werkstätte anständiger, als jenes hinter Oettinger Klosterkirche. Nirgends wurde wohlge- ^krgelöthet, geschliffen und geheftet. Beiden Frauen ^osterpâchter hielten Marey und ihre Töchter reiche Man Eiern, Mehl und Butter. ES war fast wie Men alten Zeit. Aber wenn die Klosterglocke zur J1» Vesper oder Mette ries, so folgten ihr Vater, R und Kinder, und war ihnen dann keine Arbeit ^iiig. Und sie wurden deßhalb vom gnädigen Herrn Ht wohl gelitten und erfreuten sich seines besondern Daß der alte Lienhard nie zur Kirche ging, suchten sie geheim zu halten, und es ging darüber Gunter den Laienbrüdern und Klosterknechten ein dum- ^"ücht, das aber noch nicht bis zum Konvent ge- P war. Da geschah es einmal eines schönen Mor- - daß der Lienhard gerade vor der Klosterkirche "°"Sing, als die Mönche mit der Prozession heraus.

gezogen kamen. Und der, so vorausging, spritzte rechts und links segnend mit dem geweihten Wasser und es kam, daß einige Tropfen auf den Alten fielen. Da fing dieser an gar seltsam und schauerlich zu stöhnen, Schaum trat ihm aus dem Mund, er fiel zu Boden, schlug mit Hän­den und Füßen wild um sich.Der Besessene!" raunte einer erschrocken dem andern zu. Wohl sprangen ihm etliche Mönche zu Hülfe und thaten das Möglichste, den bösen Feind zu bewältigen. Aber kein Besegnen, kein Teufel­austreiben wollte nützen. Der Lienhard schlug schwacher und schwächer um sich und wurde zuletzt ganz steif und war tobt. Ein Laienbruder will ein scheußlich haarigteS Thier ihm aus dem Mund haben kriechen sehen.

Erschrocken und in Aengsten war Fideli dabei gewe­sen. Als er es begriffen hatte, daß der Lienhard jetzt todt sey, da war es ihm, als ob Jemand sein Herz mit einer Zange abkneipte, denn der Alte war ihm Vater und Mutter zugleich gewesen, und die andern, däuchte ihm, hielten ihn doch nur für ihren Pudelhund. Und er warf sich auf den todten steifen Mann und begann zu schreien, daß einen Stein erbarmt hätte. Es war aber gerade ein vornehmer Herr im Kloster zu Gast, der ließ sich beim Nachtisch die Geschichte erzählen. Er wurde ordent­lich davon gerührt und sprach, indem er ein Biskuit in seinen Burgunder tunkte, das Büblein dürfe kein Strolch und Landstreicher werden, sondern ein guter und nützli­cher Staatsbürger; er wolle sehen, daß für dasselbe ge­sorgt werde.

Naglerhansen packten ob dem Rumor ihre Sachen zu­sammen, so schnell sie konnten, und machten sich, um zwei .Glieder ärmer geworden, fort. Sie sollen sich seither nie mehr im Gebiete des Weltinger Klosters gezeigt haben. Fideli aber wurde von dem vornehmen Herrn bei einem Bauern als Knechtlein verdingt.

Dazumal hatte Fideli den Glauben, es gebe zweier-