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i Der Wanderer.

I ist. ^***^

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Ielletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung

^ 184

1850

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Edelmann und Bauer.

Novelle nach A. Achard.

(Fortsetzung.)

Denselben Tag noch ließ Bertha ihn aufS Schloß rufen.

neW »Mein Freund", sagte sie, während Klärchen, die leHchor Freude nicht wußte, was sie anfangen sollte, die Kinder fast mit Küssen erstickte, mein Freund, ich habe um einen Dienst zu bitten".

»Sie mich"? rief Johann,bin ich nicht ganz zu t wN Verfügung" ?

»Nehmen Sie sich in Acht, Johann, eS ist ein schwe- WEf Dienst".

n "Clc wünschen ihn"!

l "^ handelt sich nicht darum, ob ich eS wünsche, u«jW"n ob Sie eS übernehmen wollen; denn was ich leiiènge, wird Sie auS all Ihren beliebten Gewohnhei- reißen."

"Ich habe keine mehr."

»Nun wohl", sagte Bertha,wenn es so ist, werden eiiilM^mit einverstanden sein, von nun an meine Ge- zu leiten. Danken Sie mir nicht so voreilig," Bertha, als sie seine Bewegung sah,eS ist ein ^mt, mit dem ich Sie da belahe, Rechnungen WM^^den, Bauten nachzusehen, Aufsicht zu führen W "lie Arbeiten, eine Unmasse Einzelnheiten, von denen verstehe. Sie werben kaum Zeit haben, ein zu jagen."

^se rührende Güte, einen Dienst vorzugeben, um I Achten aufzuerlegen, entging Johann nicht.

- »Machen Sie mit mir, was Sie wollen", sagte er Erstickter Stimme.

»Also Sie gehen darauf ein", sagte sie;ich danke, iE' ohne eS zu wissen, damit einen großen

1 ®inc Frau kann nicht Geschäfte leiten, die, wenn

sie gut besorgt sein wollen, erfordern, daß man den Hal, den Tag auf den Feldern ist, Sie werden daS Departe­ment der äußern Angelegenheiten haben, ich das der innern. Die Minister nehmen, was sie brauchen, auö dem Kassenbestand", fügte sie mit dem ausgesuchtesten Zartgefühle hinzu, weil es sich um Geldsachen handelte.

Wann soll ich meine Thätigkeit beginnen"? fragte Johann.

Morgen", sagte Bertha, und drückte ihrem Freunde die Hand.

Man kann denken^ daß dieS Bündniß Klärchen ent- zückte, die vor allen Dingen an das Vergnügen dachte, Johann täglich zu sehen. Aber nicht alle Welt war der­selben Meinung. Die vornehmen Verwandten auS Blois, die bei der ersten Nachricht vom Unglück, vaS sie betroffene herbeiströmten, bezeigten laut ihre Verwunderung über den von ihr gefaßte Entschluß. Sie hörte ihre Beiner, kungen mit Achtung an, aber blieb dabei, den gewesenen Wildschützen an die Spitze der Verwaltung ihrer Güter zu stellen.--

Einen Monat nach diesen Vorgängen hätte ein Rei­sender, der Roche-blanch berührte, wohl nicht geglaubt, daß Plünderung, Raub und Mord hier gehaus't hatten; Bertha'S Trauerkleider waren die einzigen Zeichen der Ereignisse. Der Pachthof bot längst wieder daö frohe Bild von Arbeit und Thätigkeit, das Schloß hatte wieder seinen ruhigen lächelnden Ausdruck.

Johann war wie umgewandelt; er hatte, um mit der Schrift zu reden, den alten Adam auSgezogen. Der Erste auf und der Letzte zu Bette, gab er das Beispiel frischer Arbeitslust und guten Humors. Anton hatte ihn im Ackerbau unterwiesen, und bei rascher, gewandter Auf­fassungsgabe hatte er bald den einfachen Mechanismus gelernt. Mit diesem vertraut geworden, unterließ er eS nicht, alsbald agronomische Verbesserungen anzuwenden,