Der Wanderer
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Belletristisches Beiblatt zur Naffauischen Allgem. Zeitung.
: 1850. — M 170.
Edelmann und Bauer.
Novelle nach A. Achard.
Hk! ----------------------
inj • (Fortsetzung.)
Monate vergingen seit der Zeit und Johannes Stel- etz lung blieb dieselbe; er hatte einen Weg betreten, von ar.. kem ihn nur ein wichtige- Ereigniß abbringen konnte. M feie alle bekümmerten Seelen und kranken Herzen war er voll Groll gegen die Ordnung der Welt und machte ' bie menschliche Gesellschaft verantwortlich für sein Un--
|lüi. Eine tiefe Schwermut!) nagte an ihm, ein bitterer 3m lauerte in der Höhle seines Gemüthes. Bertha'S ese'^ argwöhnischer Blick schmerzte ihn am tiefsten. „Sie hielt ^ Tich schnell xèneS Verbrechens fähig"! sagte er, wenn er ^ bch dieser Jagvszene erinnerte. „Was hast Du began- irr l>kn, um so lief in ihrer Meinung zu sinken"?
W . Während Johann Bertha beschuldigte , hätte diese c»r Allks darum gegeben, ihn zur Rückkehr zu bewegen; sie £ r“ M wegen eines schlechten Gedankens gegen ihn Irasbar, und so klein dies Vergehen auch war, so vor- | E^^gehend der Gedanke deS Argwohns, so genügte eS um eine so reine, klare Seele wie die ihrige zu ^° Waruhigen. Als Mädchen hatte sie keinen Augenblick Mudert, ihn aufzusuchen, wie sie es schon einmal ge- Wa hatte, aber als Frau hielt sie es für unmöglich, ^solches ohne Wissen ihres Mannes geschehe, und sie urfte nicht daran denken, ihn um Erlaubniß zu bitten. Herr von Puiseur war der beste Ehemann. Vollkommen » ober kein Mensch, und er neigte etwas zur Eifersucht, r hätte sicher eine Zusammenkunft mit einem Busch- epper, auch wenn er BaccalaureuS war, verweigert. L.b"ha blieb also nichts übrig als zu schweigen. Ohne- cz M war sie Mutter, und diese Mutterschaft, die alle unsche des Herrn von Fontaine erfüllte, legte ihr noch e"l,i“< PMch„n «uf.
Während dessen geschah es, daß die Uebergriffe der Wilddiebe die Klagen und den Hülferuf deS Landes her, vorriefen. Der Oberaufseher der Domäne von Amboise nahm sich der öffentlichen Beschwerden an und die Schultheißen der benachbarten Gemeinden bekamen den Befehl, gegen die Wilddiebe mit der größten Strenge zu »er* fahren. Die Gensdarmeriebrigaden zu Fuß und zu Pferd und die Landhüter hielten sich bereit, beim ersten Zeichen loszuschlagen.
Der Pächter von Roche-blanche, der seit langen Jahren Schultheiß seiner kleinen Gemeinde war, verließ eines Morgens den Pachthof und ging in den Wald. Ein Holzhauer sagte ihm Johann's Aufenthalt; der Pächter verfolgte seinen Weg und fand seinen Sohn in einem Gebüsch.
„Johann", sagte er, „ich komme nicht, um zu versuchen, Dich von dem Leben, das Du führst, abzubringen, wiewohl Gott mein Zeuge ist, daß der Tag, an dem Du auf den Pachthof zurückkehrst, der schönste meines LebenS sein wird; aber ich komme Dich zu benachrichten, daß die Wilddiebe durch'- ganze Land angegriffen werden. Der Wald ist fast Dein Haus geworden, und Du weißt: mitgefangen, mitgehangen"!
„Ich weiß eS bereits, mein Vater, aber ich danke Ihnen deshalb nicht weniger".
Es wird Händel geben, man wird schießen. Du hast lebhaftes Blut, mein Sohn; gieb Acht, was Du thust ; wenn man Dich angreist"!
„DaS wird man nicht, mein Vater".
„Wen Dich aber das Unglück träfe, daß Du mir den Wilddieben zusammen —"
„Wer mich angreift; für den hab'ich meine Büchse; i sie ist gut und sicher, mein Vater".
Das ist eS gerade, waS ich fürchte. Versprich