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Der Wanderer

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

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1850. 3£ 158.

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ibidem

Hengs

Liebs

hte zu

Edelmann nnd Bauer.

Novelle nach A. Achard.

(Fortsetzung.)

ihrck Herr v. Fontaine begab sich allerdings nach Paris, um lcckteisZouiS XVIII. zu huldigen, und eS war, wie gesagt, nur seiner d unischlecht geheilten Wunde zuzuschreiben, wenn er es auS- in gâlug , Sr. Majestät zu dienen. Er drückte dabei den ihreWunsch auS, den Rest seiner Tage in Ruhe zu verleben, lgweâarauf kehrte er zu seinen geliebten Ländereien zurück, holki^v ihn ein ministerieller Brief benachrichtigte, daß ihn de grèhaö Vertrauen des Königs zum Pächter von Amboise er, r LiedHannte. LouiS XVIII. rächte sich wie ein Edelmann, nzendkiund Herr von Fontaine mußte in die ihm gestellte Falle

Men und die Verwaltungsgeschäfte übernehmen, die ihm Luserlegt wurden.

Da er wohnen blieb, wo er im ganzen Lande geliebt -und geachtet war, wo Jedermann ihn kannte, Jedermann wußte, daß er stets das Nützliche und Gute wolle, so Abai er bei seinem natürlichen, Alles vermittelnden Ver-

zarischè^e bald einer der besten Landwirthe ; er beherschte die ine, odDemeide Amboise, wie Sancho Pansa seine Insel Bara-

uS D'lâria. Im Jahre 1817 verheirathete sich Herr von Fon- c BrauGine. Der Tod seiner ältesten Schwester, die sich, da sie Wittwe und ohne Kinder war, auf daS Engste an ihn

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Iugeschlossen hatte, bestimmte ihn zu dieser Heirath; die Zoczek. ^nfamfeit , in die er durch diesen Todesfall plötzlich ver- __^.^ wurde, nöthigte ihn dazu. Er heirathete ein Fräu- lebt non Blois, die von guter Familie war, etwas Ver- Wögen und eine unerschütterliche Sanftmuth besaß. Man »âlte glauben können, daß die Stille deS Ländchens, in r^Oper Mlchem sie immer gelebt hatte, und die plastische Ruhe Hoven, »eses lächelnden Himmels, wie er sich in den schönen "Wassern der Loire spiegelt, einen geheimnißvollen Einfluß aui ihre Seele gehabt hätte.

Sie theilte bis zum Jahre 1834 daS einfache und regel, mäßige Leben ihres Gatten , ohne daß jemals ihre Ei, nigkeit getrübt worden wäre. Die Leidenschaftlichkeit deS Mannes milderte die Sanftmuth der Frau; sie umgab ihn, wie alle Bewohner des SchloffeS, mit einer uner­schöpflichen Zärtlichkeit; ihr liebenswürdiges Wohlwollen bethätigte sich tagtäglich in jeder Kleinigkeit. Sie war eine jener vertrauenerweckenden Naturen, die nur lieben, nur Ruhe und Frieden um sich verbreiten können. Hätte sie gewollt, so konnte sie auf den loyalen Geist ihres Manneseineunumschränkte Macht auSüben; aber sie benutzte den Einfluß, den sie besaß, nur auf die innere Herrschaft des HauseS und auf die Erziehung ihrer Kinder. 1834 starb sie, noch jung und von Allen gesegnet die ihr nahe gekommen waren. Man kam zu ihrem Begräbniß zehn Meilen weit im Umkreise. Der Prediger von Saint- Florentin von Amboise, der daS Leichenbegängniß hielt, sagte daß er während der langen Dauer seines Amtes nie so viel habe weinen sehen, daß man hätte glauben sollen, alle Anwesenden, und eS waren mehr als, die Kirche fassen konnte, hätten zur Familie gehört.

Frau von Fontain hinterließ drei Kinder, eine Toch- ter und zwei Knaben. Die Sorge für diese kleine Welt, deren Arme ihn umschlossen, besänftigte den Schmerz deS Vaters, indem sie ihm die Pflicht auferlegte, seine Ge- danken vom Tode abzuwenden. Er übertrug auf seine Kinder alle die Liebe, die er für seine Frau gefühlt, und indem er sie wachsen und gedeihen sah, begriff er, daß ein guter Geist, auch wenn er geschieden ist, vom Lande Jen­seits noch segnend auf unS wirkt.

Von diesen drei Kindern blieb ihm jedoch nur Ber­tha übrig. Die zwei Knaben waren gestorben, der eine mit zwölf Jahren, der andere in Afrika in seiner ersten Schlacht. Herr von Fontaine hatte seine ganze Nei­gung auf daS Haupt seiner Tochter sammeln müssen, wie