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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur

Allgem. Zeitung

1850. ^ 144.

Der Letzte der Uberti.

Nach Calonne erzählt von August Marckhoff.

(Fortsetzung.)

Teresina glaubte Matteo einen Giftpfeil beigebracht zu haben, doch dieser wandte sich, ein Lächeln auf den Lippen, an Alfred mit den Worten:

Es ist wahr; Sie wissen ja, Alfred, daß in der langen Geschichte der schönen Teresina, die ich heute Morgen erzählte, auch eine gewisse Kavalkade vorkommt, die ich zu jener Zeit an der Sänfte einer schönen Frau machte. Wie Sie sehen, war das eine Leidenschaft von mir, den ritterlichen Begleiter der Schönheit zu machen".

Wenn Alfred's Aufmerksamkeit in diesem Augenblicke nicht durch Matteo abgezogen worden, so hätte er be­merken können, wie sich eine töotliche Blässe über Tere, sina's Antlitz verbreitete.

Er hat ihm Alles gesagt, dachie sie, doch weiß Alfred noch nicht, daß ich diese Teresina bin. Um jeden Preis muß dies so bleiben".

Alfred, sagte sie leichthin, wollen Sie wohl im Salon nachsehen, ob ich nicht meinen Fächer dort auf dem Kamine liegen ließ" ?

Alfred eilte zu gehorchen. Kaum war er verschwurt, den, als sie zu Matteo sagte:

Signor, ich muß Sie sehen, Sie sprechen . . ."

Ich stehe zu Ihrem Befehle, Madame".

Wo wohnen Sie"?

Straße Neuve-Coquenard Nro. 10".

'In welchem Stocke? damit ich nicht nöthig habe, mit dem Thürhüter zu sprechen".

Matteo beschrieb ihr die Lokalitäten.

Gut", erwiederte sie,erwarten Sie mich allein, diesen Abend".

Warum sollte ich Ihnen nicht diese Mühe sparen? ich werde selbst kommen..."

Nein, nein, daS geht durchaus nicht an".

Matteo wollte noch in sie bringen, als Alfred zurück­kehrte, er hatte den Fächer nicht gefunden.

Ich danke Ihnen, Alfred, sagte Frau von Rivera mit bezauberndem Lächeln; es fällt mir ein, daß ich ihn in meinem Zimmer ließ."

Uberto hatte seinen Zweck erreicht, und da Niemand so sehr Sklave seiner Gewohnheiten war, wie Signor Uberto, so nahm er Abschied und entfernte sich, um seinen täglichen Spaziergang im Palais-Royal zu machen.

Alfred begleitete ihn bis zu den .Tuilerien, wo er ihn unter einem Vorwände verließ, da ihm feine Geliebte ein Zeichen gemacht hatte.

Zu ihr zurückgekchrt überhäufte sie ihn mit unge, wohnlich zärtlichen Liebkosungen. Sie ergriff seine Hand und sagte:

Alfred, ich hatte Ihnen versprochen, Sie heute Abend in Vie Oper zu begleiten; eS sind jedoch Gründe eingetreten, die mich nöthigen , auf dieses Vergnügen zu verzichten".

Ich will bei Ihnen bleiben, meine Theure".

Nein, Alfred, Sie sollen mir nicht alle Ihre Abende opfern. Ich bedarf der Einsamkeit, auch werde ich viel­leicht auSgehen müssen".

So werde ich Sie begleiten".

Nein, sage ich Ihnen, ich leide nicht, daß Sie Ihre Freunde meinetwegen vergessen."

An Ihrer Seite würde ich das. Weltall vergessen".

Ja, aber ich denke für Sie daran. Sie sind lange Zeit nicht in den Klub gegangen. Ihre Abwesenheit muß ausgefallen seyn."

WaS kümmert mich daS"?