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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. .M 117

Arthur Pendennis.

sFortsetznng.)

Während Mr. Tatham noch mit Erzählung dieser Geschichte beschäftigt war, geschah eS, daß an die Thür gepocht wurde und ein athletisch gebauter Herr in einem schäbigen kurzgestutzten Fracke hereintrat, welcher in seiner Hand einen Brief mit einem großen breitgeklerten Siegel trug.

Kann ich die Ehre haben, mit Major Pendennis ein Wort unter vier Augen zu sprechen?" begann er. Ich habe einen kleinen Auftrag für Sie, mein Herr. Ich bin der Träger einer Botschaft von meinem Freunde, dem Kapitän Costigan" hier aber hielt der Mann mit der Baßstimme plötzlich inne, stotterte und wurde blaß er hatte das rothe, ihm wohlerinnerliche Gesicht Mr. Tatham'S erblickt.

Holla, Garbetts, sprich weiter!" schrie Mr. Foker höchst vergnügt.

Ei der Tausend, das ist der andere Wechselreiter!" sagte Mr. Tatham.Hören Sie, mein Herr, halt, hören Sie". Aber Garbetts, mit meinem Gesichte so verstört wie Macbeth's Antlitz, als Banquo's Geist ihm erscheint, stieß einige unartikulirte Worte aus und entfloh aus dem Zimmer.

Auch um des Majors Ernsthaftigkeit war eS jetzt geschehen, und er brach in ein hellcS Gelächter aus. Desgleichen that Foker, indem er sagte:Donnerwetter, das war gottvoll!" Ebenso lachte der Sachwalter, obwohl durch sein Geschäft auf Ernst und Würde ange­wiesen.

Ich denke nicht, daß es hier irgend zu einer Pau­kerei kommt, Major", sagte der junge Foker, indem er den Tragöden nachzuäffen begann. Sollte 'S dazu kom­men, so mag der alte Gentleman hier ach ja, Ihr

Name war Tatham? sehr glücklich, Ihre Bekanntschaft zu machen, Mr. Tatham die Gerichtsdiener schicken, um die Parteien zu trennen", und Mr. Tacham versprach, eS so einzurichten. Der Major war durchaus nicht mehr l besorgt, daß die Streitsache nicht einen spaßhaften AuS- 6 gang nehmen werbe.Es scheint mir", sagte er zu Mr. Foker, "daß Sie stets erscheinen, um mich in gute Laune zu versetzen".

Diese Gelegenheit aber war nicht die einzige, bei welcher Foker an diesem Tage ersehen war, der Familie Pendennis einen Dienst zu leisten. Wir haben schon ge­sagt, daß er die Erlaubniß zum Eintritt in Kapitän Co- stigan's Wohnung hatte, und im Laufe des Nachmittags dachte er, er wolle dem General einen Besuch abstalten und von seinen einenen Lippen hören, was sich während der Unterredung begeben, die er am Morgen mit Mr. Pendennis sen. gehabt. Kapitän Kostigan war nicht zu Hause. Er hatte von seiner Tochter die Erlaubniß , ja, sogar Aufmunterung erhalten, sich in den Trinkclub rm Gasthause zur Elster zu begeben, wo er in diesem Augen­blicke sich ohne Zweifel damit brüstete, wie er im Be­griffe stehe, einen gewissen Schurken abzuschlachten; denn er war nicht blos tapfer, sondern er wußte dies auch und setzte seinen Muth gern in das gehörige Licht und gab sich, wenn's anging, in Gesellschaft ein Ansehen.

Costigan also war abwesend, aber Miß Fotheringay -war zu Hause und wusch die Thectaffen auf, während Mr. Bows ihr gegenüber saß.

Eben mit dem Frühstück fertig, wie ich sehe wie geht's?" sagte Foker, indem er seinen kleinen lustigen Kopf zur Thüre hineinsteckte.

Marsch, 'nauS mit Sie, Sie kleiner Hanswurst", ; rief Miß Fotheringay.

sSie meinen: nur immer herein mit ihm!" antwor- 6 tete Jener.Na, da sind wir". Und indem er in's Zim-