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Der Wanderer.

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Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. JV» 98.

Arthur ^Pendennis.

sFortsetzung.)

Siebentes Kapitel.

In welchem der Major auf dem Kampfplätze erscheint.

Unser Bekannter, Major Arthur Pendennis, kam zu rechter Zeit in Fairoaks an, nachdem er eine sehr üble Nacht in der Postkutsche zugebracht, wo ein stum­mer Mitpassagier, der in unnatürlicher Weise, einer riesigen Geschwulst gleich, in mehren Ueberröcken stack, ihn in eine Ecke quetschte und durch unanständiges Schnarchen wach erhielt; wo ferner eine verwittwete Dame nicht allein der frischen Luft durch Verschließen aller Fenster des Fuhrwerks den Zugang versperrt, son­dern auch das Innere mit Düften von Jamaika-Rum und Wasser angefüllt hatte, welches Getränk sie fort­während aus einer Flasche in ihrem Strickbeutel schlürfte; wo endlich jedes Mal, wenn er einen kurzen Augenblick Schlaf gewonnen, das Schmettern des Posthorns an den Schlagbäumen, oder daS Hin- und Herwackeln sei­nes dickwanstigen Nachbars, der ihm näher und näher rückte, den armen alten Herrn sehr bald zu den Schrek- ken des wirklichen Lebens erweckten eines Lebens in der Postkutsche, welches jetzt dahin geschwunden und völlig unmöglich geworden ist und nur noch in der zärt­lichen Erinnerung lebt.

Neben der Wittwe und an der Seite des Bedien­ten, den der Major bei sich hatte, befanden sich einige Schulknaben, welche auf die Hundstagöferien nach Hause gingen, und Major Pendennis wunderte sich, sie im Gasthofe zu Bagshot zu Abend essen zu sehen, wo sie eine Masse von Schinken, Eiern, Pastete, Pöckelsseisch, Thee und Kaffee zu sich nahmen, worüber der Major, der eine Tasse sehr schwachen Thee trank, in Erstaunen gerieth uuv mit niedergeschlagenem Gemüthe daran

> dachte, daß Lord Steynes großes Essen gerade in diesem [ Augenblicke hereingetragen werden würde. Die offen her- i vortretende Eßlust der Knaben amüsirte den gutmüthigen ' Major jedoch trotzdem, und er interessirte sich um so ! mehr an den Bürschchen, als er fand, daß der eine der- ' selben, welcher mit ihm im Wagen saß, der Sohn eines LordS sey, mit dessen edlem Herrn Vater Pendennis in der vornehmen Welt, in der er verkehrte, natürlich zu­sammengetroffen war. Der kleine Lord schlief die ganze Nacht hindurch, trotz der Quetschung und dem Horn­geschmetter und der Wittwe; und er sah so frisch wie geschminkt aus (was in der That seiner eigenen Erklä­rung zufolge der Fall war), als der Major mit ein'm - gelben Gesichte, einem borstigen Barte, einer Perücke, deren Locken auSgegangen waren, und heftigem Glieder­reißen, das ihm durch die verschiedene Theile seines kränklichen Körpers schoß, an der kleinen Hofthür zu Fairoaks abstieg.

Helene war auf der Lauer nach ihrem erwarteten Gaste und sah ihn von ihrem Fenster aus. Indeß kam sie nicht sogleich heraus, ihn zu bewillkommnen. Sie wußte, daß eS der Major nicht liebte, überrascht gesehen zu werden, und einiger Vorbereitung bedurfte, bevor er sich sichtbar machen konnte. Pen hatte sich einmal al. Knabe seine äußerste Ungnade zugezogen, indem er von dem Toilettentische deS Majors ein kleines Marokko- Kästchen verschleppt hatte, welches, wie wir nur gestehen wollen, die Backzähne des alten Herrn enthielt, die er natürlich aus seinen Kinnbacken herauSnahm, wenn er in einer schüttelnden und rüttelnden Postkutsche fuhr, und ohne die er sich nicht gerne sehen ließ. Morgan, sein Bedienter, machte das tiefste Geheimniß aus seiner Perücke, indem er'sie an versteckten Orten kräuselte und sie geheimnißvoll ins Zimmer seines Herrn schaffte; denn auch nicht ohne seinen Haarschmuck würde der Major