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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur

Allgem. Zeitung.

1850. .M 94.

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Arthur Pendennis.

(Fortsetzung.)

Während des Essens, wo der Kapitän, den seine Tochter mit großer Ehrfurcht behandelte, mit Ausschnei­den von sich und seinen Erlebnissen nachließ, versuchte Pen mit der Fotheringay ein Gespräch über Dichtkunst und Theater anzuknüpfen. Er fragte sie, was sie von Ophelias Wahnsinn dächte, und ob sie Hamlet liebe oder nicht.

Verliebt in solch einen ökelhaften Kerl, wie dieser gräuliche Direktor von einem Bingley?" Ihre ganze Na­tur sträubte sich bei dem bloßen Gedanken daran.

Pen setzte ihr auseinander, daß er nicht von ihr, sondern von der Ophelia im Schauspiele gesprochen.

Ja so, wenn keine Beleidigung beabsichtigt worden, so nähme ste'S auch für keine; aber was Bingley beträfe, so hielte sie ihn für nichtswürdig nicht.dieses Glases Punsch würdig!"

Pen versuchte dann zunächst, sie über Kotzebue au$* zuforschen.Kotzebue? wer war daö?"Nun, der Verfasser des Stückes, in dem Sie so wunderschön ge­spielt."

Sie wußte nicht,daß daß der Name des Man­nes auf dem Titelblatte des Buches Tompson sey," sagte sie. Pen lachte über ihre anbetungswürdige Einfalt. Er erzählte ihr von dem traurigen Schicksale des Ver­fassers des Stücks, und wie Sand ihn ermordet habe. Es war das erste Mal in ihrem Leben, daß Miß Cofti- gan von Herrn Kotzebues Existenz hörte; aber sie sah auch als ob sie großen Antheil nähme, und ihr Mitleiden genügte dem ehrsamen Pen.

Und in dieser einfachen Unterhaltung war die Stunde, die Pen sich zu bleiben gestatten durfte, und noch ein Viertel der nächsten nur zu schnell verflossen. Er nahm

Abschied, ging und fort flog er auf Rebekka'ö Rücken im rasenden Ritte nach Hause. Der braven Stute war in den drei Reisen, die sie diesen Tag machte, reich­lich Gelegenheit gegeben, die Schnelligkeit ihrer Füße zu zeigen.

Wie schön sie ist!" dachte Pen, als er heimwärts galoppirte.Wie einfach und wie zartfühlend! Wie be­zaubernd ist es, ein Weib von ihrem erhabenen Genius sich mit den angenehmen, obwohl niedern Pflichten des Haushalts beschäftigen zu sehen, wenn sie, um es ihrem alten Vater bequem zu machen, das Essen kocht und nvt ihren zarten Fingern ihm einen Trunk bereitet! Wie unbeholfen war's von mir, daß ich von Dingen, die in ihre Kunst einschlagen, zu schwatzen anfing, und wie geschickt leitete sie die Unterhaltung auf etwas Anderes hin! Vorwärts, Rebekka! frisch den Hügel hinauf, alte Dame! Pendennis, Pendennis o wie sie daS Wort aussprach! Emilie, Emilie! wie gut, wie edel, wie schön, wie vollkommen sie ist!"

Nun kann der Leser, welcher den Genuß gehabt hat, der ganzen Unterhaltung, die Pen mit Miß Fotheringay führte, zuhören zu können, sich selbst ein Urtheil über ihre geistigen Anlagen bilden und vielleicht geneigt seyn, dafür zu halten, daß sie nicht im Geringsten etwas er­staunlich Witziges oder Geistreiches gesagt habe während der oben mitgetheilten Zusammenkunft. Sie spielte, was der kleine Bows ihr sagte wo er sie seufzen hieß, seufzte sie wo er sie lachen hieß, lachte sie. Sie ließ ihre Tiraden erschallen und gab ihre witzigen Antworten ohne den geringsten Begriff von dem, was der Dichter damit meinte.

Aber was wußte unser Pen von solchen Dingen? I Er sah ein Paar Helle Augen , und er glaubte an die- j selben, als an ein schönes Traumbild, und fiel nieder : vor demselben und betete es an. Er setzte die Bedeutung