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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. M 94.

Arthur Pendennis.

(Fortsetzung.)

Sechstes Kapitel.

Liebe und Krieg.

In der That, Pen's Leidenschaft blieb der liebens­würdigen Emilie und ihrem Vater nicht lange ein Ge, Heimniß. Schon bei seiner zweiten Visite war beiden die Bewunderung, die er für die schöne Schauspielerin hegte völlig klar, und bei seinem Weggange sagte der alte Gentleman zu seiner Tochter, indem er ihr über seinem Glase Grog zuwinkte:Auf Oehre, Emilchen, mein Engel, ich glaub', Du hast diesen jungen Mann an der Angel."

Bah, 's ist nur noch ein Knabe, lieber Papa," bemerkte Emilchen.Wahrhaftig, es ist nur noch ein Kind."

Pen würde sich sehr gefreut haben, wenn er diese Phrase gehört hätte er aber galopirte nach Hause, toll vor Wonne, und schrie ihren Namen in den Wind, während er dahin jagte.

Mag seyn, aber Du hast ihn doch geangelt," sagte der Kapitän,und laß mich's Dir nur sagen, 's ist kein übler Fisch. Fragte Tom im George, und Flint, den Krämer im Orte, wo seine Mutter lebt schönes Ver­mögen fährt in ihrem eignen Wagen prächtiger Park und Aecker Fairoaks Park einziger Sohn daS ganze Besitzthum sein eigen im einundzwanzigsten Du könntest weit darnach gehen und nicht so gut fahren, Miß Fotheringay."

Diese jungen Leute schwatzen viel in's Zeug hinein," sagte Emilchen ernsthast.Du weißt, in Dublin, wie Du mit dem jungen Polvoody ankamst; und ich hab' eine ganze Schublade voll Verse, die er mir schrieb, als er imTrinity Kollege" war; aber er reiste ab, und /eine Mutter verheirathete ihn mit einer Engländerin."

Lord Polvoody war ein junger Oedelmann und bei diesen ist das natürlich: auch warst Du damals noch nicht in der Stellung, welche Du jetzt einnimmst, liebes Emilchen. Aber Du darfst diesen jungen Menschen nicht zu sehr ermuthigen; denn, bei Gott, Jack Costigan würd' sein' Tochter nicht gern zum Spott werden sehen."

Seine Tochter wird's auch nicht, Papa, darauf kannst Du Dich verlassen," sagte Emilie.Noch ein Schlückchen von dem Punsch wahrhaftig, er ist wun­derschön. Du brauchst Dich über den jungen Menschen nicht weiter zu ängstigen ich denk', ich bin alt genug, um hierfür selbst Sorge zu tragen, Kapitän Costigan."

So pflegte Pen Tag aus Tag sich einzustellen, Her­einzufegen und hinwegzugalopiren und mit jedem Be­suche toller verliebt zu werden in das Mädchen. Manch­mal war der Kapitän bei ihren Zusammenkünften zugegen, da er jedoch vollkommenes Vertrauen in seine Tochter setzte, so war er öfterer geneigt, das junge Paar sich selbst zu überlassen, setzte seinen Hut über das eine Auge und stolzirte, wenn Pen eintrat, hinaus, um irgend einen Gang zu besorgen.

Wie köstlich waren diese Zusammenkünftel Das Wohnzimmer deS Kapitäns war ein niedriges holzge­täfeltes Stübchen, mit einem großen Fenster, welches in den Garten des Dekanats hinaussah. Dorr saß Pen und unterhielt sich unterhielt sich mit Emilien, die so schön aussah, wenn sie an ihrer Arbeit saß so schön und so voll milder Ruhe, wenn vaS Sonnenlicht durch die großen Fenster hereinströmte und ihr herrliches Ant­litz und ihre stolze Gestalt mit Strahlen übergoß. Mitten in der Unterhaltung begann dann die große Glocke zu Hallen, wobei er zu lächeln aushörte und schweigend ver­harrte, bis der letzte Ton der erhabenen Musik erstarb, oder die Krähen in den Ulmen an der Kathedrale