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Der Wanderer.

--»Es» warn er------

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allqem. Zeitung.

1850. JV» 70.

Arthur Pendennis.

(Fortsetzung.)

Zuletzt kam auch an diesen Brief die Reihe , und der Major brach ein Siegel mit dem Namen FairoackS und dem Postzeichen von Clavering St. Mary's. Es war ein doppelter Bnef, und der Major begann den Einschlag zu lesen, bevor er den inneren Brief in Au­genschein nahm.

Es ist ein Brief von einem andern solchen Nar­ren!" brummte Glowry innerlich.Pendennis würde ihn sonst nicht dis zuletzt gelassen haben, denke ich."

Mein lieber Major Pendennis," hieß es in dem Briefe,ich bitte und beschwöre Sie, augenblicklich zu mir zu kommen." Sehr schön, dachte Pendennis, und SteyneS Diner heute lIch bin in der größten Betrüb­niß und Verlegenheit. Mein theurer Sohn, welcher bisher sich betragen, wie eS die zärtlichste Mutter nur wünschen konnte, macht mir schrecklichen Kummer. Er hat ich kann eS kaum schreiben eine leiden­schaftliche , eine verblendete Liebschaft" der Major lächelte spöttischangesponnen mit einer Schauspie­lerin , welche hier aufgetreten ist. Sie ist zum wenigsten zwölf Jahr älter als Arthur, welcher erst nächsten Fe­bruar achtzehn wird, und der unglückselige Junge besteht darauf sie zu heirathen."

Ha, waS ist das, weßhalb Pendennis jetzt so flucht?" fragte Mr. Glowry sich selbst; denn Zorn und Staunen waren um des Majors offenen Mund in gleicher Weise ausgeprägt, als er diese wunderliche Nachricht las.

Kommen Sie, mein lieber Freund," so fuhr die kummergebeugte Dame fort, "sogleich nach Empfang dieses zu mir, und als Arthurs Vormund bitten und befehlen Sie dem unglückseligen Kinde, diesen beklagenS-

werthen Entschluß aufzugeben" und nach Hinzufügung mehrerer anderer Bitten zu demselben Zweck, schloß die Schreiberin, indem sie sich unterzeichnete, als des Ma­jorsunglückliche, treu ergebene Schwägerin Helene Pendennis."

Fairoaks, Dienstag," schloß der Major, indem er die letzten Worte des Briefes las,ein verdammt an­genehmes Geschäft, zu Fairoaks den Dienstag! Nun aber laßt uns sehen, waS der Junge zu sagen hat." Und er nahm den andern Bries zur Hand, welcher in den lang geschwänzten, weitausholenden Schriftzügen eines jungen Springinsfeld geschrieben und mit dem großen Petschaft dererer von Pendennis gesiegelt war; ein Petschaft, welches selbst das des Majors an Größe übertraf. Kleve überflüssigen Siegellacks waren rings um das Siegel gesäet, ein Zeichen der Eile und der Aufregung, in welcher der Absender geschrieben. Der Brief lautete folgendermaßen:

Fairoaks, Montag Mitternacht. Mein theurer Onkel!

Indem ich Sie von meinem Verhältniß mit Miß Costigan, Tochter von J. Chesterfield Costigan, Esq. auf Costiganstown die Ihnen aber vielleicht besser bekannt ist unter ihrem Künstlernamen Miß Fotheringay, den sie auf den Theatern Royal Drury Lane und Crow Street und im Umkreise von Norwich und Wales führte in Kenntniß setze, bin ich mir sehr wohl bewußt, daß ich Ihnen damit eine Anzeige mache, welche, nach den ge­genwärtig in der Gesellschaft geltenden Vorurtheilen zum wenigsten, meiner Familie nicht willkommen seyn kann. Meine theure Mutter, der ich, Gott weiß es, nimmer­mehr unnöthigen Schmerz verursachen möchte, ist wie ich leider bekennen muß, tief bewegt und bekümmert durch die Nachricht, welche ich ihr diesen Abend mitgetheilt habe. Ich bitte Sie, bester Herr, Herzukommen, mit ihr