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Da nahten die Priester und verkündeten die Gott, lichkeit Christi und den Segen seiner Lehre; an die heilige Eiche legten sie die Art. Die schauerlichen Haine wurden gelichtet; die Altare gebrochen; die kindlich heitern Ge- stalten der Götter verkehrten sich in unheimliche, arge Geister und Spukerscheinungen. Der Glaube an diese Wesen war nun ein Aberglaube, d. h. ein Glaube an etwas, was nicht mit dem Christenthum übereinstimmt, und ein solcher Glaube ist auch der an die Zwerge.

Weil dieser Glaube nicht aus der willkürlichen Ein, bildungSkraft eines Einzelnen oder einzelner Menschen herstammt, sondern aus einer Zeit übrig geblieben ist, wo alle Volks- oder Stammgenossen desselben Glaubens waren, stimmen die Angaben auch so wunderbar überein, zwar nicht so, daß in jedem Winkel des Vaterlandes nur immer dasselbe erzählt würde, aber doch so, daß sich die Angaben ohne eigentliche Widersprüche ergänzen. Es ist ein Glaube, von dem Niemand noch AlleS weiß, Viele noch Etwas wissen.

Hier sollen einige Angaben geordnet werden, wie sie in den Erzählungen über diese Zwerge, d. h. in den Zwergsagen deS nördlichen Deutschlands vorkommen, und an den sodann mitzutheilenden Sagen, die wir zum größten Theile dem Volke nach erzählen, mögen die Le­ser im übrigen Vaterlande vergleichen, waS von ihren Sagenschätzen damit übereinstimmt, oder davon abweicht.

(Fortsetzung folgt.)

Reifefkizzen aus Siebenbürgen. (Aus der Times).

Von Hermannstadt nahm ich die Richtung durch das Szeklerland, welches den östlichsten, an die Moldau an­gränzenden Theil Siebenbürgens bildet. Mein Reisezweck war ein zweifacher: ich wollte diesesgenus hominum bellicosissimum et ferocissimum kennen lernen; und zweitens die Stellungen längs der Stromlinie deS Kokok untersuchen, die der Hauptkriegsschauplatz in Siebenbür­gen gewesen, sowohl während der anfänglichen Erfolge Bems wie nach dem Eindringen der Russen in's Land.

Meine erste Tagreise ging bis Mediasch, zu welcher auf der Karte kurzen Strecke vier starke Pferde von 4 Uhr Morgens bis Abends 6 Uhr brauchten, da Thauwetter «ingefallen war und die Straßen durch die vielen Geschütz­transporte sehr gelitten haben. Der Weg führte durch das Sachsenland, und alle ein oder zwei Stunden kamen wir an ein Dorf dieser Nation, welche in dieser Richtung theilweise mit der daco- romanischen Bevölkerung unter­mischt wohnt; Magyaren gibt es hier wenig oder gar

keine. Der größte Theil der Gegend trägt die Spuren der vorjährigen Kämpfe. Daß diese Sachsenorte so hitzig umstritten wurden, davon liegt zunächst der Grund in ihrer eigenthümlichen Bauart. Sie sind meist auf An­höhen erbaut, und haben noch aus dem Mittelalter her ihre ursprünglichen Ringmauern, Thürme und umwallte Kirchen, so daß sich in einer solchen dörflichen Festung ein Bataillon Infanterie wohl gegen den Handstreich einer eben so kleinen Streitmacht halten kann, wenn schon der Platz einem Artillerie-Angriff nicht zu wider­stehen vermag.

Das Sachsenland bildet einen völligen Kontrast ge, gen die ungarischen Städte, wo die frische Einströmung deutscher Gewerbsleute ganze den deutschen Städten in andern Theilen der Monarchie ähnliche Quartiere geschaf­fen hat. Eine andere Ursache, warum die sächsischen Städte und Dörfer, trotz ihres Fleißes, so geringen Fort­schritt in Bevölkerung und neuerer Architektur gemacht, ist der hier noch herrschende engherzige Zunftgeist. Ein Handwerker, der Wien oder Prag mit Arbeit überführt findet, zieht in eine ungarische Stadt, und erwirbt bald Geld in einem Lande von großem Bodenreichthum und einer trägen Bevölkerung. Er wird vergleichsweise reich, baut ein gutes HauS, und hinterläßt einen Sohn, kundig in aller Wissenschaft dieses zweiten Aegyptens. Die ple­bejische Abstammung muß vergessen werden; er besitzt kein Land, aber ein neues Haus, undNeuhaus" wird Ujhazy oder sonst etwas vornehm und aristokratisch tönendes. Aber der Wiener oder Prager Handwerker möge Her­mannstabt oder Schäßburg beiseite liegen lassen; denn leichter könnte er die chinesische Mauer überklettern, als sich ansässig machen in einer Sachsenstadt. So zählt diese ganze Nation nicht über 250,000 Seelen. Diese engherzige Ausschließung der Konkurrenz ist ein großes Uebel, und wie schätzenswerth auch viele von den Muni- zipaleinrichtungen der Sachsen sind, die Provinzial-Legis- latur, welche jetzt ihre Sitzungen beginnt, würde wohl daran thun, eine Reform dieses Zunftzwangs vorzu­nehmen.

Wir machten Mittag in Markt-Schelker; da sah ich des Wirthes Salzvorrath für den Winter einen großen Block Steinsalz aus den benachbarten Bergwer- werken von Salzburg, wovon der Zentner 6 Shilling 6 Pence englischen Geldes (3 fl. 54 kr.) kostet. Das ist ein viel zu hoher Preis für ein so unentbehrliches LebenS- bedürfniß, und die Folge ist, daß viel Salz von gerin­gerer Qualität aus der Walachei eingeschmuggelt wird. Verwohlfeilung der Lebensmittel, wo sie irgend thunlich ist, würde mehr als alles dazu beitragen, die unzufriedene Magyarische und Szekler-Bevölkerung dieses Landes mit Oesterreich zu versöhnen. Am leichtesten läßt sich diese