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ter zu wiederholtenmalen gerufen wurde. Seit mehreren Jahren hat auf Dem Burgthcater keine Novität einen so schönen Erfolg gehabt und solch einen einhelligen Bei, fallssturm hervorgebracht wie Cäcilia von Albano. Es ist, als wenn glückliche Fittige sich über diese Bühne gebreitet hätten, um sie vor dem Versinken zu bewah­ren." Das Drama wird in den Weihnachtsfeiertagen in Hannover und Hamburg gegeben. (F.-C.-B/.)

Miszellen.

Von den vielen Adeligen, welche sich an dem Revolutions­kampfe in,Ungarn beteiligten, sind einige als Gemeine in die Armee eingereiht worden So lebt in Pesth ein Graf $...., der als Gemeiner beim Fuhrwesen-Korps dient. Da ergibt es sich denn, daß er mit anderen Kameraden seines Ranges die ersten Hotels besucht und dort sich und die Genossen mit theuren Weinen regolirt, während die Offiziere daneben mit einem kleinen Glase gewöhnlichen Tischweins sich begnügen müssen. Oft wird die ganze zcchlustige Gesellschaft vom Korporal zum Dienste komniandirt und muß ohne allen Widerspruch augen­blicklich aufbrechcn; da ruft der Fuhrwesens-Gemeine, Graf V .. .., dem Kellner zu: Die Rechnung wird mein Kammer­diener berichtigen. Zu einer Gruppe feingekleideter Leute am Platze tritt ein anderer Gemeiner von einem Kavalerie- Regi- menle und meldet nicht ohne herzliches Vergnügen, daß er Kor­poral geworden; es ist Graf Batthyanyi (wenn ich nicht irre).

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Dr. Gützlaff, der in China auf einer Urlaubsreife in Eng­land angenommen, hat der londoner asiatischen Ges.llschaft ange­zeigt, daß der Kaiser von China das Verbot für Fremde, in China zu reisen, neuerlich aufgehoben habe. Zugleich schlug er vor, über die Himalaja-Kette âch Tibet zu gehcn^ sodann die Quel­len und Zuflüsse des Tang-tsikiang aufzusuchen und endlich den Lauf dieses unermeßlichen Flusses durch China nach dem Meere zu verfolgen. Eine solche Reise wurde zu den bedeutendsten Entdeckungen in der Geographic^sühren. (Athenäum.)

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Aus Palermo wird von einem Mädchenraub berichtet, der in einem einsamen Landhause im Bezirke von Trapant stattge­funden. Acht bis ^ehn bewaffnete Individuen entrissen der Be­sitzerin des Guts ihre älteste Tochter, die sie erst dann zurück­bringen wollten, wenn an einen von ihnen bestimmten Ort ein Lösegeld von 20,000 Unzen erlegt seyn würde. Der Thätigkeit der Behörden, welche sogleich sämmtliche disponible Truppen ausbolen, gelang cs jedoch, den Versteckplatz, in welchem das Mädchen eingesperrt gehalten wurde, aufzufinden und dasselbe unverletzt der verzweifelnden Mutter wiederzugeben!

Die Timeâ kontrastirt das einfache Begrâbniß der Königin Adelheid mit dem eines Königs von Madagascar, dem zu Ehren einige 100 Hekatomben Ochsen geschlachtet und eine vollständige Garderobe, Tafelgeräth, Waffen, Wein und Geld in die Gruft mitgegeben wurden: 49 Hüte, 150 Röcke, 96 Westen, 171 Paar Hosen, 53 Paar Handschuh, 54 Paar Strümpfe, 47 Kra- vatten, 37 Hemden, 38 Paar Stiefeln, 2 Spieldosen, 18 Ringe, silberne und goldene Ketten, Vasen, 24 Spiegel, Suppenterrinen, Schwerter, Flinten, eine Kanone, ein Weinfaß, 10,300 Doll, rc' Indeß ist der Lurus der Londoner Leichenbegängnisse nicht weniger abgeschmackt, und die Times ermahnt die reicheren Klaffen, nach dem Beispiel der Königin Adelheid die lächerlichen Erzesse der­artiger Gepränge zu vermeiden und sich endlich einmal aus den Klauen der Unvertaker zu emanzipiren. Das bescheidenste Leichenbegängniß kostet in London nicht unter 50 60 Pfund Sterling; will man etwas mehr als die schlichte Bahre mit der einen Trauerkntsche und den unvermeidlichen vier Trauermän- nern, so läuft die Rechnung gleich auf 100150 Pfd. St. auf.

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Man erwartet mit Neugier in Paris das neue Drama Lamartine's, welches dem Aufstande der Neger auf Haiti entlehnt ist. Die Bühne an der Porte St. Martin wird es zur Auf­führung bringen und hat Fre'drric Lemaitre für die Rolle des Toussaint Louverture engagirt. Der Vorstellung stehen noch einige Schwierigkeiten entgegen; das Stück soll nicht ganz büh­nengerecht seyn, und Lemaitre ist zu Lamartine auf seinen Land­sitz abgereipt, um ihn zu einigen Abänderungen zu bewegen.

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Wien, 18. Dez. Gestern Abends wurde in der Vorstadt Neulerchenfeld durch die Stadthauvtmannschaft ein Haustheater geschlossen, als man in demselben gerade Schillers Räuber auf­führte. Der Direktor desselben war ein Nadler, dessen Gesellen in dem Stück agirten. Dies Theater besteht wie ich höre bereits seit längerer Zeit und hatte zahlreichen Zuspruch. Heute Abends geht im Burgtheater ein neues Drama: Cecilie d'Albano, von Mosenthal, in die Szene.

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Zu den Wunderwerken der neuen Zeit gehört die U e ber- brückung des Gölschthales in Sachsen. Die Brücke, über welche die Dampfwagen fahren sollen, hat bis jetzt 80,000 Kubik-Ellen Granit-Quader, 5 Millionen Ziegel und 500 Rlh. Bruchsteine gekostet. Sie hat jetzt eine Höhe von 120 Fuß und erhält die Höhe von 240 Fuß.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag den 29. Dez. Der Barbier von Sevilla.

Komische Oper in 2 Akten. Nostne, Frl. Fanny Cornet als Gast. Wegen des TodtenfesteS bleibt das Theater den Sonntag geschlossen.

Druck und Verlag der & ScheLeuberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.