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nen. Die Sitzungen sind alle 14 Tage vom 1. Novbr. bis 30. Juni.

Das Comité des arts et monuments besorgt zu- nächst Inventarisation sämmtlicher französi­scher K un st std en k m âl er aller Art, nach gedruckten Formularen mit 64 Frageartikeln, welche an die Ge­meinden, Pfarrer, Maires, Steuereinnehmer, Schulvor­steher, an die Korrespondenten und alle theilnehmende Privaten zur ausfüllenden Beantwortung und Einsen­dung an das Ministerium vertheilt werden, so daß die verschiedenen Angaben über einen Ort oder Gegenstand kontrolirt werden können. Wenn hierbei auch Lässigkeiten und Ungenauigkeiten vorkommen, so muß die Wirkung der Anregung koch großartig und erfolgreich seyn. Außer­dem werben auch ausführliche Instruktionen mit ein­gedruckten Holzschnitten und bergl. für vorchristliche und christliche Architektur, Burgbau, Ikonographie u. s. w. gedruckt und uneutgelblich vertheilt.

In Paris werden öffentliche Le hrvortrage! über nationale Archäologie u. s. W. gehalten, und bei den geistlichen Seminarien findet christliche Ar­chäologie ähnliche Berücksichtigung durch Vorträge.' Die Provinzen folgen in Verhältniß nach. Haupttendenz ist eine umfassende monumentale S ta tist ik Frank- reichs mit Abbildungen sämmtlicher vorhan­dener Monumente nebst erläuterndem Texte. Als Anfang ist erschienen Slatistique monumentale de Paris in 15 Lieferungen mit 105 Bl. fol.; dann Monographie ; de la Cathedrale de Chartres, 8. Bl.; Peintures de leglise de St. Savin (dop. de la Vienne), 10 farbige Blätter nach Wandgemälden deS 11. Jahrhunderts. Alles auf Kosten des Komite's und unentgeltlich vertheilt. ,

DaS Ministerium des Unterrichts hat ein a rchäo, < logisches Archiv zu Paris, jeder Zeit öffentlich zu­gänglich, mit bildlichen Aufnahmen von Denkmälern. Das Konnte erläßt zweimonatliche Bulletins, als Be- ! richte seiner Thätigkeit, gedruckt zur Vertheilung. Herr Schmit, maitre des requetes im Staatsrathe, hat i einen nouveau manuel complet de rarchitecture des ; monumens religieux gegeben, worin alle Verfügungen- für Konservalion und Restauration der Denkmäler ent« - halten sind. Herr Didron gibt die annales archéo- logiques, ein monatliches Journal, besonders für christ­liche Archäologie, als Privatwerk, mit Musterbildern für die Gegenwart nach dem Style des 13. Jahrhunderts. ; Das jährliche Budget des Kultusministeriums soll i für solche Bausachen 2,500,000 Frks. betragen.

So sind dort die historischen Monumente bedeutungsvoll geworden und stehen unter dem unmittel­

baren Schutze deS Staates durch eine besondere Behörde, gleich viel ob sie öffentliches oder Privateigenthum sind. Die Konservation und Restauration dieser .historischen Monumente beträgt jährlich 600,000 Fr., ungerechnet der Ausgaben für außerordentliche Fälle. Was die Ge­meinden und Provinzen aus ihren Mitteln bewilligen, ist hierbei außer Acht geblieben. (Forts. folgt.)

Miszellen.

Der Bericht des Sir James R o ß an die Admiralität ist jetzt in den englischen Blättern erschienen und verdient bei dem großen Interesse, das er gewährt, vollständig in einer der nächsten Nummern wiedergegeben zu werden. Hier ein Spezi men daraus. Um möglicherweise den Schiffen Franklins eine Nachricht zu­kommen zu lassen, verfielen die Matroson, während des Jahres, daß die Schiffe eingeschloffen waren, auf ein sinnreiches Mittel. Sie fingen nämlich lebendige Füchse ein; diesen wurden Halsringe aus Bärenhäuten verfertigt, angelegt und die Namen und Be­fehlshaber der Schiffe, die Länge und Breite wo sie sich befanden, und die Plätze wo Lebensmittel für Franklins Expedition nieder­gelegt waren, darin mitgetheilt. Alsdann wurden die Thiere wieder in Freiheit gesetzt, indem man der Hoffnung war, es möchten davon vielleicht einige von Franklins Leuten gefangen werden.

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In einem Thale des Odenwaldes, das etwa eine Stunde von Zwingenberg entfernt liegt, ist in diesen Tagen ein seltener antiquarischer Fund gemacht worden. Auf dem sog. Tags- oder Dachsbcrge waren noch die Reste eines Schlosses zu bemerken, das man gewöhnlich die Tannenburg nannte, eine Burg, welche schon um das Jahr 1390 gewaltsam zerstört wurde. Die zer­störende Hand oder die nach ihr kommende zerstörende Zeir (Wit­terung, Waldkultur re.) hatten die Trümmer fast der Erde gleich gemacht, so daß Niemand dort einen Fund vermuthete. Zufäl­lige Nachgrabungen haben nun eine Menge Rüstungen und Ge­rüche des Mittelalters zu Tage gefördert, welche in der Nähe aus einem großherzoglichen Schlosse aufgestellt sind. Einige kleine Räume, die bisher bloß aufgegraben worden, haben allein einige Hundert Gegenstände geliefert. Bei Weitem der größere Theil ist noch auszugraben. Es steht zu hoffen, daß die Negierung die Nachgrabungen fortsetzen läßt, welche noch bedeutende Funde versprechen, die über Sitte und Kunst des 13. Jahrhunderts in Deutschland Kunde geben können.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag, den 24. Nov. Der Brauer von Preston.

Komische Oper in 3 Auszügen. Musik von Adam.

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Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.