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Der Wanderer.

icUetrijtijdjeS Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1849. .1" 8*5.

II. Dunkle Männer

Altkölnijches Stücklein.

(Fortsetzung)

Was das betrifft, antwortete Ortwein spitzig, so liegt ilir ganz und gar nichts daran, ob ein Lümmel mehr er weniger sich in dem Hutten'schen Schlamme gewalzt iL Wenn bas scharfe Verbot eines edlen Rathes nicht âre, so kennte meinetwegen sogar mein wohlgesinnter ceund und Gönner, Meister Ouentel, die berüchtigten riefe sich dutzendweise kommen lassen, um sie zu ver, aufen.

Der Schweizerdegen kicherte. Was gibt's, du Schroll? alivte sich Ortwein zu ihm. Grinsend riß Heinz den ?unD weit auf und sagte dann halblaut: Oh, ich ver- he recht gut, wovon der Herr Magister spricht; ich bin ichl so dumm, wie ich aussehe. Er meint die Epistolâ -scurorum. Mein Meister aber wäre ein rechter Geck, oenn er der Katze den Schmeer abkaufte. Ein guter )rucker macht sich die Bücher selber, nach denen viel ge­fragt wird.

Hennes sah aus, als wäre der Weißbinder mit dem pinsel ihm über das Gesicht gefahren. Ortwein richtete le Blicke himmelwärts und schlug die Hände über dem opse zusammen. Der Glarner aber lachte hellauf und ef: D tu feinster aller Kaiben, wo ich hin will, bist u, Bigott*)! schon längst gewesen.

So wahr ich lebe, stotterte Lur-Hennes, der Schweizer- egen lügt das in seinen Hals hinein!

Worauf der lange Heinz: Halt, ich hab's nicht recht! Wenn >t mich der Lügen zeiht, Meister, so habt Ihr mich die längste Zeit gesehen. Dafür bin ich Heinrich getauft. Zehn Jahre werden's her seyn, seit ich Lehr,

*} ,. Ka^" uns .Bigott" sind Ausdrücke, womit die Schweizer ihre Rede beständig würzen.

junge beim ehrsamen Meister Eratanker in Basel war. Da hatten wir ras Buch, und stand darauf, es sey zu Bern gedruckt; doch das war dem Meister Crarander nur zum Lachen. Seht 'mal das Wasserzeichen an, das kleine lateinische p mit dem Kreuz wird nur zu Köln gefunden, und die Quentel'schen Schriften kennt ein Jeder, der sich kein X für ein U machen läßt. Dabei hat er mir, damit ich seine Worte fein behielte, einen Denkzettel verabreicht, daß ich mich um und um drehte und unter deneSetzkasten rollte. Ich will meiner Lebtage daran denken.

Troll dich an deine Arbeit, unnützer Knecht! schnauzte Hennes den redseligen Gesellen an, der still vergnügt sich die Hände reibend seiner Wege ging, während der Glar, ner gar nicht aus dem Lachen heraus kam und der grol­lende Ortwein nur mit halbem Ohr auf die Betheurungen des Druckers horchte. Der vorlaute Bursche hatte seinem Brodherrn eine brühheiße Suppe angerichlet, und alles Blasen wollte nicht verschlagen.

Den langen Heinz sühne sein Weg an der Küche vorüber, worin die schlanke Lena und ihre füllreiche Mut­ter schalteten und walteten. Er blieb auf der Schwelle stehen und zeigte weder ein einfältiges noch ein pfiffiges Gesicht, sondern sein natürliches. Die Jungfer lächelte ihm verstohlen zu, Frau Drück lachte ihn offen an. Er aber sprach in eilfertiger Hast: Der Alte muß schon drauf denken, dem Ortwein gute Worte zu geben, damit der nichts verplaudert. So bekommt der Magister ihn iu die Hand, und Ihr dürft allgemach ansangen, Euch hinter seine Weisheit zu stecken. Meiner Mutter könnt Ihr sa» gen, sie möchte sich um die Vesperstunde an der Thüre zu schaffen machen. Sie wird einen Gang^für mich thun müssen. Ein Lehrjunge schlurfte herbei, und so­fort verwandelte Drickes sich wieder in den langen Heinz. Wie's doch so gut riecht in Eurer Küche, Frau Meisterin! rief er hinein, ich freue mich schon auf's Essen, wie der