Einzelbild herunterladen
 

Der Wanderer.

AetrWchcS Beiblatt znr Nassauischen Alldem. Zeitung.

1849. .1" 844.

Die Circassierin.

schichte auS der Zeit der Regentschaft.

(Fortsetzung)

Dubois blieb einige Augenblicke ganz bestürzt, indem ch nicht ohne Unruhe fragte, ob der unbegränzte it, den er bisher genoffen, seinem Ende nahe sey. er so in seine Gedanken versunken war, trat ein ier ein und meldete Frau von Parabere. Der Mini­erbebte bei der Nachricht von diesem unerwarteten iche, als wenn die Favoritin, deren Feindschaft iym [ bekannt war, beauftragt wäre, ihm sein Urtheil zu bringen.

Herr DuboiS, sagte sie, mein Besuch muß Sie sehr raschen; ich habe erfahren, daß Herr Abbe von :in diesen Abend nach Rom reist, und dachte, Sie )en mein Gesuch nicht abschlagen, ihm einen beson- Auftrag an den Pabst mitzugeben.

WaS soll das heißen? Madame, worum handelt ch?"

ES handelt sich um eine religiöse Angelegenheit." Eine religiöse Angelegenheit!"

Ja, Herr DuboiS; und ist mir Ihre Hülfe dabei ig. Doch beantworten Sie mir zuerst eine Frage: nn man in einen geheiligten Orden getreten ist, kann ihn auch wieder verlassen?"

Wie Sie sehen, Nein, da ich noch darin bin."

Sie, das ist begreiflich! Sie sind nicht mehr jung ehrgeizig; doch wenn Sie 25 Jahre alt waren, den Sie wohl nicht so sprechen. Es handelt sich hier den Ritter von Aydie, der die Dummheit begangen, teserritter zu werden, während die junge Gräfin von iol auS Liebe für ihn stirbt."

WaS soll ich dabei thun?"

Eine schöne Frage! Sie sind Erzbischof, Minister, was weiß ich? Der Pabst ist Ihnen gewogen, wie man sagt."

Es gibt keine sonderliche Beweise davon."

Der Erzbischof von Tencin, dem Sie deßhalb die erforderlichen Instruktionen zertheilen werden, muß von Sr. Heiligkeit ein Breve erhalten, um den Ritter von seinem Gelübde zu entbinden."

Man sagte ihn ja todt in Folge eines Seetreffens."

Das war ein Irrthum; die Liebenden sterben nie­mals, wenn sie von ihrer Schönen getrennt find."

Glauben Sie?"

Ich bin dessen ganz gewiß. Herr von Aydie wird von seinen Wunden genesen, die Aerzte haben es ge­sagt."

Dann würde ich es nicht glauben."

Wollen Sie meine Bitte erfüllen? Unter dieser Be­dingung bin ich nicht länger Ihre Feindin; ja noch mehr: ich werde Ihre Verbündete."

In der That?"

Wollen Sie meinen Schwur?"

Sie scherzen! Sparen Sie die Mühe, ich würde Ihnen doch n;$t glauben.

Sie willigen also ein?"

Hören Sie: in dieser Welt thut man nichts um­sonst. Ich bin bereit, an Sr. Heiligkeit in Betreff des Ritters von Aydie zu schreiben an dem Tage, wo Sie den Regenten dahin bringen, daß er an Sr. Heiligkeit schreibt, mich zum Kardinal zu machen. Steht Ihnen daS an?"

Ich verlange nicht mehr; nur muß ich Ihnen be­merken, daß ich zwanzigmal zum Regenten geäußert habe, er thue großes Unrecht, wenn er Ihnen den Kardinals­hut verschaffte."