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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Naffanischen Allgem. Zeitung.

1849. â 830.

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A Die Circassierin.

Geschichte auS der Zeit der Regentschaft.

(Fortsetzung)

XVIII.

DaS Schloß von Ploëgat.

DaS Schloß von Ploëgat war nicht weit von der Küste in kleiner Entfernung von Morlair gelegen, und von einem prächtigen Parke umgeben, den Einer der frühern Besitzer zur Zeit Ludwigs XIII. mit Mauern umgeben ließ. In der Epoche unserer Geschichte gehörte das Schloß und Dorf dem Könige. Ein alter Inten­dant, Sohn eines Dieners der ersten Eigenthümer, war unter der letzten Herrschaft zum Hüter desselben bestellt.

In dem reichsten Zimmer dieses Schlosses befand sich eine junge Frau in Reisekleibern, nachlässig in einen großen vergoldeten Lehnsessel hingestreckt, deren Züge noch das Gepräge lebhafter Aufregung trugen. Neben ihr stand der Ritter von Aydie und hörte achtungsvoll die Erzählung der Gefahren der schönen Reisenden an. Diese betrachtete ihrerseits den Ritter mit einem Interesse, das die hübsche Miene des jungen Offiziers, die noch durch die geschmackvolle Einfachheit seiner Uniform gehoben ward, erklärte, ohne es ganz zu rechtfertigen.

Wie! Madame, bemerkte der Ritter, diese Banditen herben gewagt, Ihren Wagen anzugreifen?"

Mein Gott, ja! .. . Ich war glücklich, noch mit der Furcht davon zu kommen, nebst einigen Hundert Golk­stücken und zwei getödteten Dienern."

Morgen, Madame, sollen alle Truppen auSrücken. Verschwörer oder Räuber, Niemand soll der Gerechtigkeit entgehen von diesen Elenden, die vielleicht auf ein an­deres Leben, als das Ihrige, einen Angriff machen wollten."

Welches Glück in diesem Falle, daß der Regent nicht mit mir kam, wie er beabsichtigte."

Ich mußte in der That die Wohnungen in diesem Schlosse für Se. Hoheit in Stand setzen lassen."

Alles war bereits zur Abreise vorbereitet, als man Sr. Hoheit anzeigte, daß der Zustand der bereits unpäß­lichen Herzogin von Berry sich so verschlimmert habe, daß man an ihrer Genesung verzweifle. Sie begreifen, daß eS dem betrübten Vater unmöglich war, an die Ab­reise zu denken; ich begehrte daher allein zu reisen. Ich sagte zu Sr. Hoheit, ich wolle wegen meiner geschwäch­ten Gesundheit die Bäder von Saint-Jean-Du-Doigt ge­brauchen; ich habe nicht gelogen, Herr Ritter, denn in der That, ich werde alle Tage magerer, sehen Sie nur!"

Die kokette Favoritin streifte ihren Aermel zurück und zeigte Aydie einen weißen und herrlich geformten Arm, den nur ein hoffnungslos Liebender ohne Gefühl ansehen konnte. Aber Aydie war diesmal mehr als je­mals von quälenden Gedanken eingenommen. Er hatte am vorhergehenden Abende vergeblich Aissa auf der Spitze von Loquirec erwartet. Durch seine Instruktionen auf seinem Posten zurückgehalten, hatte er auch weiter keine Nachricht von Aissa einziehen können. Er begriff nichts von dem graziösen Manöver, daS von der verführerischen Schönen um ihn ausgeführt wurde, sogar ein gleichgül­tiger Beobachter hätte die darin liegende Absicht auf den ersten Blick errathen.

Dann, fuhr sie fort, nachdem sie mit Mißvergnügen den geringen Eindruck wahrgenommen, reiste ich in dem für den Regenten bestimmten Wagen ab. Ich habe Ihnen das Uebrige meiner Reise erzählt. Schreckliche Wege voll Löcher und besäet mit Räubern. Kaum war mein Wa­gen den Räubern entgangen, als er in einiger Entfer, nung vom Schlosse in einem Loche stecken blieb, so daß I ich eine Viertelmeile zu Fuße gehen mußte, wovon meine