o sie ganz unvermuthet auf Freischaaren stießen. Die I Mecklenburger Artillerie zog sich alsbald, ohne weder! kann noch Pferd verloren zu haben, mit Zurücklassung | ner 7pfündigen Haubitze zurück, und riß die Sigma-! nger unaufhaltsam mit sich fort, und eS ist nichts natür« | cher, als daß unser drittes Bataillon dadurch in einige I Bestürzung gerieth. Da dasselbe auf einen Angriff weder I orbereitet noch auch die uöthige Aufstellung zur Abwehr | neS solchen getroffen hatte, so zog es sich jedoch nicht! »eiter zurück, als zu einer Aufstellung nöthig war, wo-1 ruf es wieder vorging, und, wie bekannt, Oos nahm | nd behauptete.
Unser Bataillon war während dessen ebenfalls auf I en Kampfplatz gekommen, und es wurde alsbald die I rste Kompagnie zum Tirailliren in die rechts der Chaussee elegenen Weinberge geschickt, welche sie in Verbindung rit der weiter rechts detachirten 3. Kompagnie von den freischaaren säubern sollte, was mit lauter Hurrah geschah.
Die zweite Kompagnie war als Bedeckung bei dem Geschütz , und entsendete einen Tirailleurzug nach dem inks der Straße gelegenen Eisenbahndamm, in dessen llâhe sich die Freischaaren in einem Walde-aufhielten.
Eine Anzahl derselben, etwa 300 Mann, zog sich auf )as Feld, und stellte sich daselbst ohne alle Ordnung auf, nne große, blutrothe Fahne schwenkend — einige Kano- renschüsse trieben sie jedoch wieder in den Wald zurück, wohin sie von der 2ten Kompagnie verfolgt wurden. Aus allen Positionen vertrieben, stoben sie nun in wilder Flucht auseinander.
Auch an diesem Tage befehligte wieder MieroSlawski und es war dies ein verzweifelter Versuch, die Vereinigung mit dem Hauptkorps zu bewerkstelligen und die Zernirung von Rastatt zu verhindern, welcher Versuch indessen gänzlich gescheitert ist. — Es wurden bei dieser Gelegenheit viele Gefangene gemacht, einige Führer auch alsbald standrechtlich erschossen, wie überhaupt viele von den Freischaaren blieben, währenddem das 3te Bataillon nur 2 Todte und einige Verwundete hatte.
Man hat diesen, durch die Umstände gebotenen höchst unbedeutenden Rückzug von vielleicht 100 Schritten als Feigheit oder als bösen Willen darzustellen versucht — der beste Gegenbeweis ist wohl die Haltung deS Bataillons während deS alsbald wieder aufgenommenen Gefechtes.
Man hat auch von Plünderungen erzählt, die sich das 3te Bataillon in OoS erlaubt haben soll — dafür haben die Freischärler hinlänglich gesorgt, daß nichts mehr zu plüdern da war, und sollte wirklich der Eine oder der Andere Lebensmittel, die ihm etwa nicht ange, boten waren, verlangt haben, so vermögen wir hierin keine Plünderung zu sehen: hatten wir ja doch vom vorher
gehenden Morgen bis zum folgenden Nachmittag keinen Bissen über unsere Lippen gebracht!
DaS 3te Bataillon marschirte nach beendigtem Gefecht nach Baden-Baden, und wir bezogen nächst deS Bahnhofes zu Oos ein Lager, konnten jedoch erst um 11 Uhr Nachts, als die Lebensmittel angekommen, unsere sehr ungehaltenen Magen beschwichtigen.
Ein während der Nacht eingebrochener gelinder Regen war trotz deS Bivouaks nicht geeignet, unsere wohlverdiente Ruhe zu stören.
Am folgenden Tag, dem 1. Juli, hatten wir Rasttag, wenn man das Lagern auf freiem Felde bei glühender Sonnenhitze so nennen mag. (Schluß folgt.)
Der Ueberfall der Haidncken.
(Schluß.)
Zwei Stunden nach Mitternacht war ganz Ernesthaz vom Feinde geleert. Und im Morgengrau sammelten die Serben die Federn der gescheuchten Vögel zusammen, eine Fahne, Waffen, Monturen und 32 todte Magyaren, die größtentheils unter dem Messer und 3a« tagan der Haibucken gefallen waren. Beim ersten Sonnenstrahl ging unser Freund durch das Dorf und sah mit Verdruß auf die Spuren des siegreichen Kampfes. Er war in der unangenehmen Stimmung, welche mit der Abspannung zu kommen pflegt. Diese Abspannung ist bekanntlich am peinlichsten nach dem Rausche, den das Blutvergießen des Kampfes über die thätigsten Theilnehmer bringt. Es wurde stiller im Dorfe, überall suchten sich die müden Serben im Lager auszuruhen, nur an der Wache stand noch der ehrenwerthe Herr Stephan Jza- baran und schritt, mit dem Gewehr des getödteten Mobilgarbisten bewaffnet, an dem kopflosen Rumpf gemüthlich auf und ab. Es war eine Ader von eigenem Humor in dem Burschen, der reguläre Krieg freute ihn wenig, er war kaum ein Soldat zu nennen; wie der Marder, ging ! er am liebsten allein den Fußpfad über die gefährlichsten Stellen. Er schlich sich tief in's Feindesland hinein, bestand haarsträubende Abenteuer, überfiel, raufte und wurde gerauft, alles um einer Liebhaberei willen, welche allerdings unbequem für Andere wurde; denn seine Liebhaberei war das Kopfabschneiden. Abgesehen von dieser Schwäche, welche er mit einer gewissen kannibalischen «Laune verzierte, war er ein zwar roher, aber erträglich I gutmüthiger Mensch. Wahrscheinlich auch ein früherer I Haiduck, war er mit dem General aus Türkisch-Serbien I herübergekommen; seine Treue, seine ungewöhnliche I Schlauheit und eine Kühnheit, die selbst unter den Ser-