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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgeni. Zeitung.

1849. M 816.

Die Circassierin.

Geschichte auS der Zeit der Regentschaft.

(Fortsetzung)

XII.

Die Herb erge von Saint-Jean-Du-Doigt.

Gegen die Mitte des Monats September 1719, also drei Jahre nach den in den vorhergehenden Kapiteln an- gedeuteten Ereignissen, fand eine ungewöhnliche Be­wegung in dem Dorfe Saint-Jean-Du-Doigt statt, das einige Stunden von Morlair an dem Meeresufer liegt. Die Menschenmenge, welche die wunderbare Kraft des von dem Schutzpatron dieses Ortes geheiligten Wassers an­gezogen, ward noch durch den gerade stattfindenden Jahr­markt zu Lamneur, einem großen benachbarten Markt­flecken vermehrt.

ES war ein guter Tag für Meister Ploënoan, Be­sitzer der einzigen Herberge daselbst. Alle seine Zimmer waren gefüllt. In einem derselben saßen an einem Tische vereint ein Landmann von Lamneur, ein Leinwanbhândler von Morlair und ein Uhrmacher von Paimpol. An einem Nebentische befanden sich einige Küstenwächter in ihrer bunten Uniformen. Sie hatten in ihrer Mitte einen Platz mit einer Sorgfalt aufbewahrt, die anzeigte, daß sie daraus den Ehrensitz machen wollten.

Wieder Krieg gegen Spanien! sagte der Leinwand­händler mit gewissem Humor. Es war in der That nicht nöthig, daß Ludwig der Große starb. An seiner Statt haben wir jetzt einen hirnlosen Mann von 40 Jahren, der uns alle Unordnungen des großen Königs wieder vorfübrt und seine kriegerischen Tollheiten nachahmt. Nur ist der Staat nicht reich genug, wie unter der letzten Herrschaft, um den Aufwand der Maitressen zu bestreiten, auch wird der Regent schwerlich einen zweiten Marschall

von Billars finden, der Frankreich von den Gefahren ret­tet, worin man es schleudert."

Der Regent hat Recht! versetzte der Uhrmacher von Paimpol; Spanien hat uns verrathen. Ich habe'in einer Zeitung vom vergangenen Jahre gelesen, die in diesen Tagen nach Paimpol kam, daß der Prinz von Cellamare, der spanische Gesandte, eine Verschwörung gegen den Staat angezettelt habe."

Sagt gegen den Regenten, Gevatter, und was für einen Regenten!... einen falschen Regenten, der sich der Gewalt bemächtigt hat, die ihm das Testament Lud- wig's XIV. verweigert hatte."

Sollte er das Reich den Bastarden überlassen, oder gar dem Könige von Spanien, der uns jetzt mit Kano­nenschüssen begrüßt, um uns zu beweisen, daß er uns einen besseren Regenten als den jetzigen geben würde."

Der König von Spanien, Oheim des Königs, hat aber ebensoviel Recht, als Philipp von Orleans."

In der That, Gevatter, wenn Ihr die Uhrmacher­kunst nicht besser versteht, als die Politik, so müssen Eure Uhren oft falsch gehen."

Und wenn Ihr keine bessere Leinwand, als Eure Reden sind, fabrizirt, so beklage ich Eure Kunden, Mei­ster Kervek."

He! Holla! ließ sich der Landmann von Billageois vernehmen, Gevatter von Paimpol, Ihr müßt meinem Gevatter von Morlair nichts anhaben. Sein Leinwand­handel geht seit dem Kriege nicht mehr. Ihr dürft eS ihm daher nicht verübeln, wenn er etwas Groll gegen den Regenten hegt."

Bei der Erwähnung des Namens deS Regenten mischte sich eine vierte Person in das Gespräch.

Es war ein junger Unteroffizier.

Wer wagt es hier, Sr. Hoheit den Regenten an­zugreifen? Er ist ein großer Mann, der Frankreich