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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Naffauischen Allgem. Zeitung.

1849. .1 815.

Die Circassierin.

Geschi chte aus der Zeit der Regentschaft.

(Fortsetzung)

Sr. Hoheit, die sich über die Gefühle Aiffa's ge­täuscht, konnte wohl eine Eroberung, die ihr die Umstände für leichter halten lassen mußten, ertrotzen wollen; aber ein Sohn Frankreichs, Oberhaupt des Staates, hat we­der Fantasien noch Leidenschaft mehr, wenn die Billigkeit spricht; und da er jetzt die Ueberzeugung gewonnen, daß Arffa seines Interesses würdig ist, und von Einem seiner treuesten Diener geliebt wird, so stellt er unter den Schutz meines Ansehens diejenige, die sich bereits unter den Schutz meiner Ehre begeben hat! Ja, ich kann es Ihnen nunmehr sagen, ohne Arffa noch in Gefahr deß­halb zu bringen; sie selbst hat mich zu ihrem Schutze herbeigerufen; sie selbst hat sich gegen Ihre eigenmächtige Tyrannei unter den Schirm meiner Liebe geflüchtet, die sie niemals vergessen wird! meiner Liebe, die ihr im Voraus meinen Namen gibt, als Garantie ihrer Unschuld."

Ihr Name, Ihr Name," versetzte Ferriol mit höl­lischem Lächeln;Ihr Name! Oh! Niemals würde er auf würdigere Weise getragen werden. Bevor ick abreise, kann ich sie doch wenigstens sehen; vielleicht wird sie nicht diè Rechte verkennen, die man mir bestreitet, und die, wie ich zu behaupten wage, man mir entreißt!"

Diele Rechte haben Sie nicht mehr! Das Gesetz erkennt sie nicht an! Uebrigens, setzte der Ritter hinzu, ein Portefeuille hervorziehend, das er auf den Tisch warf, werden Sie darin eine Anweisung von 4000 Frks. fin­den, welche Summe, wie ich denke, hinreicht, um Sie für den Preis zu entschädigen, den Sie für die Sklavin gezahlt haben, und für die zu ihrer Erziehung aufge­

wandten Summen. Jetzt, mein Herr, ist man aller Ver­bindlichkeit gegen Sie quitt, vorwärts dann!"

Nicht, bevor ich Aëffa gesehen."

Der Graf machte einige Schritte nach der Thüre, doch Aydie trat ihm in den Weg.

Herr Graf, hinter dieser Thüre stehen zwei Gar­disten, die Befehl haben, Sie zu ergreifen, wenn Sie nicht augenblicklich kommen."

Daran zweifele ich nicht, versetzte Ferriol; es wun­dert mich nur, daß Sie bei diesem Kampfe gegen einen entwaffneten Feind nicht eine ganze Kompagnie zu Hülfe nahmen."

Herr, rief Aydie, vor Zorn erbleichend, ich glaube, daß Sie mich beleidigen wollen."

Der, welcher seinen Feind bei dessen Abwesen­heit angeklagt, muß in seiner Gegenwart ein Feiger seyn."

Dieses Wort war kaum gesprochen, als der Degen des Ritters in der Luft blitzte.

Wie auch die Befehle des Regenten lauten mögen, rief er, worin auch die Pflichten meiner Mission bestehen, ich bin nur noch ein beschimpfter Edelmann! Da, neh­men Sie ihren Degen wider! bevor Sie ihn dem Regen­ten zurückgeben, müssen Sie ihn erst mit dem Meinigen messen."

Er warf Ferriol seinen Degen hin, der ihn aus ber Scheide zog. Doch kaum vernahm man das Geklirr der beiden Waffen, als sich Ai'ffa zwischen sie stürzte.

Haltet ein . . . Hallen Sie ein . . . Aydie, rief sie, edler Freund, Ihr Schutz ist ferner unnöthig: ich werde diesem Manne folgen."

Sie, A'tssa!. . ."

Ja, ich muß ihm jetzt folgen; ich bin jetzt auf immer seine Sklavin, denn als Zeichen seiner Herrschaft