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uchen gab, ob sieihn auch fühlen und finden möchten, daß ich an Reiz und Belehrung diese einzel« len dunklen Spuren heiliger Gebräuche, Allegoren und Traditionen vielem neuern muth willigen Läug- lungS- und V.'ernunftgeschwâtz vorziehen möchte. Die vieles hatten und wußten diese Völker, von dem vir glauben, sie hatten und wußten'S nicht, weil sie es licht auf unsere Art sagten. Und woher hatten sie's, ilS woher wir's haben, durch Tradition einer ursprüng- ichen, das menschliche Geschlecht fortleitenden Kinder, »ffenbarung? Wer an die Stelle dieser, nur immer und überall das Wort Vernunft setzen und von ihr als einem Automat reden will, daS durch sich selbst da ist und wirkt: mich dünkt, der spricht dem täglichen Anblick einer Men, schenerziehung ziemlich entgegen. Die gebildete Vernunft fällt nicht vom Himmel, wie wir's jetzt noch an so vie­len lehrbedürstigen Nationen, an so vielen lehrbedürftigen, dabei nicht dummen Menschen und endlich ja in der Er, ziehung jedes Kindes sehen. Alles ist erst positiv, ehe es abstrakt°wird, Gesetz, Leh re, Wahrh eit, Uebung. So werden Kinder erzogen, so ist die Welz^erzogen wor­den; es ist kein anderer Gang unserer Seelenkräfte möglich.

Noch jetzt kröche der Mensch, wie jener Zergliederer eS beweisen wollte, auf Wirren, wenn ihn nicht väter­liche Erziehung aufgerichtet, positive Lehre und Religion fortgebildet hätte. Zerreisset diese Kette, hebt ihn auS der ihn umschließenden Welt von Sprache, Lehre, Gebräuche, Unterweisung, Uebung heraus: er ist kein Mensch mehr; seine Vernunft entwickelt sich nicht, er ist ein Bürger des ThierreicheS, wohin ihr ihn ver­pflanzet. Hunderte und Tausende von Jahren bleiben gescheidte, vernünftige Nationen in einem engen Kreise der Kultur stehen, wenn sie nicht durch äußere, gleichsam treibende Beihilfe fortgebildet, forterzogen werden. Kurz, Vernunft und diese älteste, diese mit unserm Geschlecht fortgehende Offenbarung verhalten sich wie Kind und Mutter; wenn jenes dieser in's Gesicht widerspricht, daß, weil es jetzt gehen könne, es nie daS Gehen von ihr ge- lernt habe, so handelt's weder vernünftig noch kindlich.

Sie werden sagen:mag's seyn, daß die Tochter einmal von der Mutter gehen gelernt, aber jetzt kann sie allein gehen, sie braucht ihren Leitband nicht mehr; sie will sie nicht immer hinter sich haben." Die Mutter darf nichts, alö antworten:gehe allein! ich will dich nicht hindern, ich dränge mich niemanden auf. Habe ich's dir doch kaum merken lassen, daß ich dich gehen lehrte!" (Fortsetzung folgt.)

Cin Orkan auf Antigoa.

(New. Monthly Magaz. May.)

AlS ich während eines Aufenthaltes zu Dry-Hill, einer Pflanzung auf Antigoa, eines Morgens früh auf­gestanden war, und ihre sämmtlichen Bewohner sich mit den Vorbereitungen zu einem Hochzeitmale beschäftigten, und lärmend und fröhlich unter den Bäumen rings des Hauses umherschwärmten, wollte auch ich meinen Antheil an dem muntern Schauspiel nehmen, das mit Sonnen­aufgang beginnen sollte. Niemals werde »ich die Pracht vergessen, welche den Tropenländern ganz eigenthümlich ist, womit der Tag plötzlich eintrat und sein glänzendes Licht über das Meer auSgoß, das in diesem Augenblick spiegelglatt da lag; es vergoldete das leichte Gewölk, welches sich am Himmel zusammenzog und bestrahlte die prächtige Färbung ves Pflanzenschmuckes, der die Erde bedeckte. Mit Entzücken schaute ich diesen heitern Glanz und wiederholte in meinem Sinne die Strophe des Psalmisten:Die Himmel verkünden des Ewigen Ehre und das Firmament zeugt von dem Werk seiner Hände." Meine Betrachtungen wurden durch eine Dienerin deS Hauses, eine junge Negerin, unterbrochen, welche mir nach der Sitte auf den Antillen eine Cigarre und eine Tasse Kaffee brachte. Ich weiß nicht, wie etwas Selt­sames , fast Unheilverkündendes im Ausdrucke ihres Gesichtes mir auffiel, und ich erwartete nicht ohne Neu­gier, welche Mittheilungen sie mir machen zu wollen schien.

Massa, sagte sie, da ist der Kaffee. Wie geht es euch diesen Morgen? dann setzte sie mit nachdenklichem Blicke hinzu: Alter Massa fragen, ob junger Massa nach dem Barometer sehen will? -^- Dank dir, Nancy, ant­wortete ich, indem ich ihr die Tasse abnahm; eS wird später wohl noch Zeit seyn, nach dem Barometer zu sehen. Und du, Nancy, wie geht es dir?

Nicht sonderlich; bin etwas krank, Massa, sagte daS Mädchen. Dann seufzte sie auf und ging weg.

Da steckt etwas dahinter, dachte ich', hinter dieser Botschaft wegen des Barometers..... Waö geht denn Besonderes in der Luft vor? Sehen wir einmal, um waS es sich handelt.

Ich sah nun aufmerksam nach allen Seiten umher, so weit mein Blick Himmel und Erde umfassen konnte allein ich wurde nichts Ungewöhnliches an den Ele­menten gewahr; nur wurde die Luft dunstig und schwer, und die ganze Natur schien in erhabenes Schweigen versenkt. Einige Minuten später, als meine Cigarre zu Ende war, ging ich zu meinem Freund auf seine Stube. Obgleich sonst frühzeitig auf, fand ich ihn noch zu Bette.