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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung

1849. â 177.

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A Struve s Urtheil über Hecker nach phrenologischen Beobachtungen.

Auszug aus Gustav von Struve'S Gallerie berühmter Männer des 19. Jahrhunderts. 1845. Erstes Heft.

Struve schreibt: Ich faßte den Entschluß, eine Ga­lerie berühmter Männer des 19. Jahrhunderts zu schrei­ben. Dienstag den 1. April 1845 untersuchte ich das ehrwürdige Haupt des Vize-Kanzlers Bekk (dessen Mini­sterium Struve dreimal zu stürzen suchte.) Am folgen­den Tage begab ich mich zu den Hrn. Bassermann und Mathy, von welchen der Erste zwar meine Bitte anfangs mit lautem Lachen beantwortete, nichts desto weniger sich bereit erklärte, aus Gefälligkeit für mich, seinen Kopf untersuchen zu lassen. Sonntag (6. April) untersuchte ich das Haupt meines Kollegen Dr. Hecker; Freitag den 4. April der Kopf des Hrn. Rechtskonsulenten und Landlagsabgeordneten Römer. Von Hecker erfahren wir Folgendes:

Herr Advokat Hecker. Alter 33 Jahre. Haare stark. Temperament: nervös-sanguinisch.

Die besondere Lebendigkeit des Temperamentes in Verbindung mit einem ungewöhnlich starken Einheits­trieb, welcher sämmtlichen übrigen geistigen Kräften einen entschieden gleichzeitigen Impuls zur Thätigkeit zu geben geeignet ist, verleihen diesem Charakter eine große Gei­stesgegenwart und in Verbindung mit den überhaupt kräftigen thierischen Trieben einen hohen Grad von Un­gestüm in Rede und That. Doch dieselbe Leben­digkeit des Temperamentes, in Zusammenhalt mit einer verhältnißmâßig nicht besonders stark entwickelten Festig­keit lassen darauf schließen, daß lange dauernde Mühe und fortgesetzte Anstrengung in derselben Beziehung dem Besitzer dieser Eigenschaften weit weniger zusagen werde,

als eine momentan noch so starke geistige Be­wegung. Damit nicht bei längeren und mühsamen Arbeiten Erschlaffung eintrete, wird es erforderlich seyn, ihm wiederholt neue Anregungen zur Thätigkeit zu geben.

Selbstgefühl und Bcifallsliebe sind beide groß, eine Verletzung dieser Gefühle wird daher nothwendig leben, dige Erplosionen herbeiführen.

Der Geschlechtstrieb wird durch die ebenso starke oder noch stärkere Entwickelung der Organe deS EinheitS- triebs in den Kreis des Familienlebens verwiesen, für welches sich frühzeitig Neigung entwickelt haben muß und dessen Genüsse ihm immer vorzugsweise theuer seyn werden. Auch der NahrungStrieb wird sich vorzüg­lich in seinem Verhältniß zur Familie geltend machen.

Unter den moralischen Gefühlen find Wohlwollen und der Sinn für daS Wunderbare am stärksten ent­wickelt.

Im Verhältniß zu seinen Mitmenschen wird daher dieser Charakter die Billigkeit weit lieber verfechten alS das strenge Recht. Wie im Verhältniß zu den Mit­menschen mehr das Wohlwollen als die Gewissenhaftig­keit, so wird im Verhältniß zu der Vorsehung der Sinn für das Wunderbare mehr als die Ehrerbietung hervor­treten. Bewunderung der unendlichen Weisheit und Großartigkeit der Werke GotteS oder der Schöpfungen der Natur wird ein diesem Gemüthe nicht seltenes Ge­fühl seyn, allein zur Anbetung und Verehrung wird es sich nicht leicht gedrängt fühlen.

Diejenigen Wissenszweige und Kunstwerke, welche Sinne für das Wunderbare Nahrung geben, werden ihn weit mehr ansprechen als solche, welche zur Anbetung auffordern. Astronomie mehr als Theologie, Wallen­stein mehr als Don Karlos.

Unter den Organen der Intelligenz stehen sich die­jenigen des Erkenntnißvermögens und des Denkvermögens