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Der Wanderer. ---«su wom «y---

BcllctristischrS Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1849. â 173

f Die sieben Küsse Buckinghams.

(Fortsetzung)

Eine plötzliche Blässe überzog das gelbliche Gesicht John Felton's bei dem Namen des Mylord Rich.

Nein, nein, ich fehlte aus Stolz, sagte er mit unterwürfiger Stimme. Ich will lieber von Ew. Eminenz verurtheilt werden, als von jenem Republikaner, den Sie Mylord Rich nennen."

Gut, entgegnete Richelieu. Du konntest eine schlecht tere Wahl treffen. Wir wollen sehen! Hast Du das besagte Plakat geschrieben und angeheftet?"

Er entfaltete ein großes Pergament, das der Vor­steher auf den Tisch gelegt, und las Folgendes mit deut­licher Stimme langsam vor:

Wer regiert das Königreich? der König Karl I. Wer regiert den König? der Herzog von Buckingham. Wer regiert den Herzog? der Teufel Satanas."

Herr von Fargy betrachtete den Richter und den Angeklagten durch eine Oeffnung des Vorhanges. Der Richter lächelte, indem er vorlaö, und der Angeklagte lächelte, indem er zuhörte.

Ha! rief John Felton, warum ist er nicht hier, dieser Nabukodonosor, der sich die Ohren verstoptf, um nicht die Klagen der Wittwen und Waisen, das Zähne­knirschen der Männer zu hören!"

Du gestehst also Dein Vergehen?" fragte der Kar­dinal kalt.

Der Engländer trat mit wildem Blicke auf ihn zu und ihn am Arme fassend rief er:

Oh! Warum bist Du nicht Buckingham! Warum bist Du nicht dieser Stein des Anstoßes und der Ver­dammniß !"

Ein feuchter Schweiß floß von der Stirne des Eng­länders, der einen wilden Blick auf Richelieu schoß; aber

der Kardinal fuhr mit der [früheren Kaltblütigkeit in seinem Verhöre fort.

Warum, John Felton, hast Du in Frankreich den Minister eines mit Frankreich verbündeten Königs ge­schmäht?"

Weil, erwiederte der Fanatiker, ich ihn hier nur mit Schmähungen und Drohungen erreichen kann, und weil der verfluchte Nabukodonosor mich aus England ver­bannt hat."

Du möchtest also gern Deine neblichte Stadt London wiedersehen?" fragte Richelieu in geringschätzendem Tone.

Wie gern! rief John Felton, dessen Augen vor Freude strahlten."

Was willst Du denn dort machen?" fragte der Kardiinal?

Es ist ein Fall, wo die Rache rechtmäßig ist."

Dort einen Mann tödten!"

Was har Dir denn dieser Mann gethan?" fragte Richelieu.

John Felton erklärte:

Ich war Lieutenant. Ich hatte drei Wunden. Ich liebte die blonde Clary Smithson, die Tochter von Harry Smithson, dem Fahnenträger der City. Sie liebte mich wieder. Aber der Vater wollte mir Clary nur an dem Tage geben, wo ich Kapitän würde. Clary erklärte zwar, daß sie mich als Lieutenant ebensosehr liebe wie als Ka­pitän , doch die Väter hören nicht auf die jungen Mäd­chen. Man hatte mich bereits dreimal zu Gunsten Ad- licher übergangen. Da faßte ich den Entschluß, mich selbst an den Herzog von Buckingham zu wenden. Ich war sehr einfältig, nicht wahr? Der Herzog, welcher mit seinem Schneider sprach, wie ich von seinem Kammer­diener Patrik O'Reilly erfuhr, wollte mir keine Audienz geben. Ich verfaßte eine unterwürfige, bittende und I dringende Vorstellung an den Herzog. Aber keine Ant-