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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur

. Zeitung.

1849. â 168.

f Die sieben Küsse Buckinghams.

(Fortsetzung)

Unterdessen hatte der Edelmann die Hand ergriffen, welche die Dame ihm reichte, und führte sie achtungsvoll an seine Lippen.

Er wollte sich durch den Garten entfernen, und die Dame setzte den Fuß auf die erste Stufe der Treppe, als der Graf von Rochefort herantrat:

,/V.erHLhung, mein Herr, sagte er zu dem Edelmann, der schnell zurücktrat, als er ihn kommen sah, Sie wer­den vergeblich einen andern Ausweg suchen!"

Mein Herr', erwiederte der Unbekannte mit erho­bener Stimme, ich habe keine Ursache, vor Ihnen zu fliehen."

WaS machten Sie in diesen Gärten?" fragte Roche­fort barsch, über den Trotz des Edelmannes erzürnt.

Ich ging spazieren und genoß die frische Luft," er­wiederte der Unbekannte ironisch.

Ich nehme indeß nicht an, erwiederte der Graf im nämlichen Tone, daß es Ihre Absicht ist, Ihren Spazier­gang bis morgen zu verlängern."

Ihre Gesellschaft würde mir keine Lust dazu machen."

Ich begreife, daß Sie die jener Dame vorziehen!"

Die arme Frau zitterte an allen Gliedern während dieses Gespräches.

Der Edelmann, von ihrem Schrecken gerührt, fragte in hochfahrendem Tone Rochefort:

Wer sind Sie denn, mein Herr, um sich zu erkühnen, mir den Weg zu versperren?

Ein Mann, erwiederte der Graf, der mit einem Worte zwanzig Musketiere um Sie her versammeln kann."

Der Edelmann blickte schnell um sich und erkannte die Wahrheit des Gesprochenen.

Was kümmert mich das? erwiederte er; nicht Einer dieser Tapfern wird mich zu berühren wagen, wenn ich meinen Namen nenne."

Werden Sie auch wagen, ihn zu dieser Stunde in dem Garten der Königin zu nennen, mein Herr?"

Die Dame mit der Maske zitterte noch stärker bei diesen Worten, umfaßte den Ritter am Arme, als wenn sie ihn bitten wollte.

Rochefort sah es.

Mein Herr, Sie wollen mich doch wohl nicht nöthi, gen, Gewalt bei Ihnen anzuwenden?"

Gewalt! sagte der Unbekannte. Die Gewalt hat Denen niemals genützt, welche sie gegen mich angewendet haben."

Niemand zweifelt an Ihrem Muthe, erwiederte Ro­chefort; doch statt sich gegen zwanzig Musketiere zur Wehr zu setzen, scheint es Ihnen da nicht besser, in jenem Vor­zimmer mit demjenigen, der mich sendet, ohne lästige Zeu­gen einige erklärende Worte zu wechseln?"

Die Dame machte eine Bewegung des Schreckens und wich zurück, wobei sie sich umblickte, als wenn sie fliehen wollte.

Rochefort lächelte.

Se. Emlnenz hat richtig geurtheilt," dachte er.

Ich habe, fuhr der Graf fort, das Zögern des Edelmanns wahrnehmend, im Interesse der Dame, die Sie begleiten, gesprochen, wenn es nicht in Ihrem In­teresse ist, das Sie vielleicht wenig zu kümmern scheint."

Der Unbekannte wandte sich gegen die Dame und sagte:

Entscheiden Sie selbst, Madame! Ich bin bereit, all' mein Blut zu vergießen, um die Musketiere abzu­halten, und Ihnen Zeit zur Flucht zu verschaffen!"

Alle Ausgänge sind bewacht, Mylord!" murmelte Rochefort leise.