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Der Wanderer.

Belletristisches > Beiblatt zur Naffauischen Allgem. Zeitung.

1849. â NS

f Die sieben Küsse Buckinghams

(Fortsetzung)

Dieje gegenseitige Hartnäckigkeit, welche amüsant zu werden versprach, brachte in Buckingham eine Lustigkeit z hervor, deren Aeußerung sich jedoch aus Höflichkeit nur * auf ein einfaches Lächeln beschränkte. t

Sie wollen mir erlauben, Madame, Ihnen einen j Vorschlag zu machen?"

Ich widersetze mich dem nicht, doch erkläre ich Ihnen, ' daß es verlorene Mühe seyn wird."

Sie urtheilen vielleicht anders, wenn Sie mich ang gehört haben."

Gut denn, ich höre."

Nehmen wir an, Ihre Gegnerin beweist ebensoviel Willenskraft, ebensoviel... ebensoviel..."

Sie wollen sagen, Eigensinn? es sey; genircn Sie sich nicht, sprechen Sie das Wort aus."

Der Himmel bewahre mich, diesen Namen einer Empfindlichkeit zu geben, die ich achte, indem ich sie be­kämpfe'.... Nehmen wir an, sage ich, daß diese Dame entschlossen ist, ebensoviel Beharrlichkeit in dieser Sache zu zeigen, als Sie selbst..."

Ich glaube das nicht, ganz gewiß!"

Nun! was wird daraus werden! Die Stunden ver, fließen, die Nacht kommt und Sie werden noch da seyn."

Wir werden morgen noch hier seyn, in acht Tagen noch, wir werden unser ganzes Leben hier bleiben, wenn es seyn muß."

Das ist sehr lange!"

Sollte auch mein Leben davon abhängen, so würde ich doch Niemand die Befriedigung gewähren, mit mei­nem Wagen auszuweichen, zumal da die Person kein Recht darauf hat."

Sie haben Recht; doch ist anzunehmen, daß in der Meinung Ihrer Gegnerin deren Recht wenigstens dem Ihrigen gleich ist."

Dann mag sie es in derselben Zeit geltend machen, wie ich das meinige, und möge dann die Sache von einem kompetenten Gerichtshöfe entschieden werden."

Das wäre wirklich daö einzige Mittel; unglücklicher­weise sehe ich wohl die beiden Parteien, aber keinen Ge­richtshof. Wenn Sie indeß geruhten, einiges Vertrauen zu meiner schwachen Einsicht zu haben..."

Wie, Herr Herzog? Doch ich halte Sie für ganz geeignet, unsern Streit zu entscheiden; und wenn meine Gegnerin ebenfalls einwilligt, Sie als Richter anzuneh­men, so erkläre ich mich bereit, mich Ihrer Entscheidung zu unterwerfen."

Als Buckingham diese Zusage erhalten, kehrte er zu der Leserin zurück, welche bedächtig den Vorschlag des Herzogs anhörte, worauf sie langsam erwiederte:

Herr Herzog, auch ich nehme Ihre Entscheidung an, und gebe Ihnen mein Wort, mich Ihrem Ausspruche zu fügen."

Ich will denn versuchen, meine Dame, sagte Bucking­ham, die Stimme erhebend, das Vertrauen zu rechtferti­gen, womit Sie mich beehren; ich bin bereit, Sie an­zuhören."

Die Dame mit dem Romane begann:

Um kurz jede Diskussion abzuschneiden, sagte sie mit Emphase, wird es hinreichen, denke ich, meinen Namen zu nennen: ich bin Elisabeth Angelika de Vienne, Gräfin de Bouteville-Montmorency."

Buckingham stand auf, entblößte sein Haupt und neigte sich tief.

Es ist in der That ein schöner Name, Madame, der auf Aller Achtung ein Recht hat."

Wenn es nur gilt, sagte die Dame mit dem Mopse,