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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Rassamschcn Singern. Zeitung.

1849. â 135.

f Die sieben Küffe Buckinghams.

(Fortsetzung)

Buckingham ließ sich ein unglâubliges Lächeln ent­schlüpfen.

Täuschen Sie sich nicht, erwiederte er, wenn es sich für Herrn von Fargy um jeden andern Gegner handelte, der altadeliges Blut in den Adern hätte, so würde ich keinen Augenblick anstehen, ihn in vollkom­mener Sicherheit zu glauben, doch ich glaube nicht, daß die Kreaturen Armand's duplessis sich ein Bedenken da­raus machen, überall einzudringen, wäre es auch in das Gemach einer Frau."

Wie schändlich! rief die schöne Angennes, indem sie betrübt auf ihren Sessel zurückfiel."

Beklagen Sie sich nicht, mein Fräulein, erwiederte mit Bitterkeit der Herzog. Wenn man die Königinnen überwacht, so kann man auch die Ehrendamen über­wachen. Ha! setzte er mit schrecklicher und drohender Geberde hinzu, wenn ich nicht für Sie zitterte, ich, der niemals vor einer Gefahr noch vor irgend einer Gewalt auf Erden erbebt, Unglück sollte den Ersten treffen, der in dieses Zimmer zu dringen wagte, wäre es auch dieser rothe Satan in eigner Person."

Ich muß jedoch gestehen, erwiederte das junge Mädchen, von der Eraltation Buckingham's erschreckt, daß eine solche Erbitterung gegen Herrn von Fargy mich in Verwirrung setzt und daß ich die Gründe davon nicht begreife. Dem Hofe fast ganz unbekannt konnte er doch noch nicht den Haß Buckingham's verdienen."

Er hat ihn bereits zweimal verdient, mein Fräu­lein, denn vorgestern ließ man Herrn von Fargy, der einen Auftrag an mich hatte, entwischen, und heute hat er sich nochmals den Händen der treuen Diener des Kardinals entzogen."

Sie geben mir Licht, sagte Katharina vor AngenneS, in der That, ein Umstand, der die Königin während der nächtlichen Unterhaltung, die sie mit mir in dem Garten am Tage nach der Abreise des Herrn von Fargy hatte, sehr beunruhigte. Es ist wiederum ein Verrath unserer alten Spionin, Frau von Lannoy. Doch Ihre Rückkehr nach Amiens, Herr Herzog, gestattete keinen Verdacht mehr gegen den Herrn Grafen. Man mußte doch an­nehmen, daß wenn der Auftrag eine Antwort er­heische, Sie es übernommen hätten, sie selbst zu über­bringen."

Einerlei, sagte Herr von Fargy. Von dem Augen­blicke an, wo die Agenten Sr. Eminenz wissen, daß ich dem Interesse der Königin ergeben bin, müssen sie darauf bedacht seyn, meiner habhaft zu werden; sie wollen ver­suchen, mir durch Gewalt und Drohung Geständnisse zu entreißen, sie wollen aus mir einen Spion machen gleich ihnen. Auch gibt es noch einen letzten Grund, fuhr er mit dumpfer Stimme fort, den ich nicht zu gestehen wagte; doch zu dieser Stunde, wo die Gefahr droht und mit jeder Minute wächst, wo meine Freiheit mir ohne Zweifel geraubt werden wird, muß ich abreisen."

Was gibt es denn? rief das junge Mädchen bleich: Sie zittern und erschrecken mich."

So erfahren Sie denn, versetzte der Graf mit An­strengung, daß Se. Eminenz für einen seiner Ver­wandten Ihre Hand und Erbschaft verlangt, Fräulein von Angennes."

Meine Hand einem Verwandten deö Kardinals, des Feindes unserer guten Königin! erwiederte das Ehren­fräulein mit Angst. Ich wußte es, doch habe ich diese verhaßte Verbindung ausgeschlagen."

Ihre Hand und Erbschaft, Katharina, daS ist eS, was er will. Auch würde es diesem guten Verwandten I nicht eben unangenehm seyn, wenn er einen Borwand