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Der Wanderer.

Bcllctristischrs Beiblatt zur Nassamschcu Allgkm.«g.

1849. .1" 104.

S ch l i ch t e Reime.

(Aus der Köln. Ztg.)

Daß nun ich souverain, fürwahr, DaS bin ich überzeugt; doch geht In meinen Kopf nicht ein so klar Des Nachbarn Souverainetät;

Denn hat er sie, so steht ihm frei, Zu speisen mich; er thut's, ich wett' Und ist ein Dritter noch dabei, So gibt's ein speisendes Terzett;

Und kommt ein Vierter, Zehnter gar

Daher im souverainen Lauf, So führt die souveraine Schaar, Verspeisend sich, ein Tutti auf;

Drauf liegen zappelnd wir im Gras, Der Stärkste steht, der Alle Peis't Und von dem souverainen Spaß Der Allersouverainste heißt.

Daß souverain ich selbst, fürwahr, Fest bin ich"s überzeugt: doch geht In meinen Kopf nicht ein so klar Des Nachbarn Souverainetät.

A Der schwarze Bettler.

(Fortsetzung.)

Es sind jetzt vierundzwanzig Jahre her. Wir er­hielten von Guadeloupe die Nachricht, daß die Schwar­zen auf San Domingo sich gegen die Kolonisten erhoben hatten. Diese Nachricht hatte mich zwei Jahre früher mit Freude erfüllt, doch seit zwei Jahren kannte ich mei­nen guten Herrn, seit einem Jahre hatte er mich frei ge­macht und ich hatte ihm mein Leben geweiht.

Eines Tages schiffte er sich nach San Domingo ein, wohin ich ihm folgte. Er war nach der Kapstadt beordert, die seinem Schutze übergeben wurde. Er war ein starker, tapferer und unermüdlicher Krieger. Jeden Morgen zog er mit mir aus. 21 (lein drangen wir in die Felder der Ebene, und wagten-uns sogar manchmal in die entlegensten Negerhütten des Gebirges. Er unter­handelte mit ihnen und ich übersetzte seine Rede meinen Brüdern.

Als der Aufruhr allgemein wurde, traten Handlun, gen an die Stelle der Worte. Jeden Morgen verließen wir die Stadt allein und bis an die Zähne bewaffnet. Kein Schlupfwinkel war so versteckt, den wir nicht zu finden wußten, weil ich die Klugheit meiner Race mit dem Dienste seines Willens verbarg. Wenn ich am Abend allein war, bat ich die Götter meiner Väter um Vergebung, denn ich hatte sie verrathen.

Oftmals wurden wir überfallen und angegriffen. Er hatte den Muth eines Löwen der Wüste. Seine Feinde fielen unter seinen Streichen wie die Bäume der grünen Wälder unter dem Beile der Holzhacker. Ich kämpfte niemals; er hatte Mitleihen gehabt und es mir nicht be­fohlen. Nur wenn ein Spieß oder ein Pfeil sein Herz bedrohte, bot ich meine Brust dar..."

Hier schob der Neger die Lumpen bei Seite, welche seine Brust bedeckten, und zeigte die breiten Narben auf seiner Brust; dann fuhr er fort:

Als späterhin die Truppen des Kaps auszogen, konnten sie sicher vordringen. Guter Gebieter kannte ge­nau die Stellungen der Schwarzen und kehrte stets als Sieger zurück.

Als wir einst ganz ermüdet von einem solchen Zuge zurückkehrten, kleidete sich guter Gebieter sorgfältig um und wollte ausgehen. Ich wollte ihm folgen, was er mir jedoch untersagte. Ich blieb zurück.