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Der Wanderer.

Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

®et schwarze Bettler.

(Fortsetzung.)

Der Mulatte richtete sich langsam wieder auf. Sein tlitz war bleich, sein Blick starr und blutig.

Wird denn nie die Reihe an mich kommen? sagte mit hohler Stimme. Ha! wenn sich einmal eine Ge- 'nheit darbietet, wie werde ich mich rächen!..."

Im Augenblicke, wo die Marquise von Rumbrye - dem Hause trat, stellte sich der Bettler, der sie un- : uldig erwartete, von Neuem vor sie hin und streckte Hand aus.

Wieder dieser Schwarze!" sagte sie mit Abscheu.

Sie wandte den Kopf ab und stieg in ihren Wagen.

Der Neger ließ sich nicht abschrecken. Er näherte und warf einen langen Blick in das Innere des gens. Das Gesicht der Marquise, auf welches ein ahl der in der Nähe befindlichen Laterne fiel, war kommen erkenntlich.

Bei der Wahrnehmung dieser kühnen, beharrlichen folgung runzelte sie die Stirn und zog rasch den Vor- g zu.

Der Bettler ging um den Wagen herum und stellte an den andern Kutschenschlag.

Hinweg! rief Frau von Rumbrye zornig; ich gebe ials den Negern."

Creolin!..." sagte der Bettler mit Bitterkeit.

Ihr Diener trat heran und bat um die Befehle der a Marquise. Der Neger hielt neugierig das Ohr hin.

Jn's Hotel zurück!" sagte die Marquise.

Der andere Vorhang schloß sich ebenfalls. Der Wa- rollte schnell davon.

Jn's Hotel! dachte der allein zurückgebliebene Bett- was für ein Hotel? und doch muß ich sie wieder- t! Sie gleicht ihm! es sind dieselben Züge, nur die j

Haare von verschiedener Farbe. Und dann ist sie eine Creolin, denn sie gibt niemals den Negern!... Wenn sie es wäre? mein Gott!"

Als er langsam nach seinem nächtlichen Aufenthalts­ort sich begab, bemerkte er unter dem Balkon einen weißen Gegenstand. Er kehrte um und hob lhn auf.

Es war ein gesticktes und mit Spitzen besetztes Ba­tisttaschentuch, so fein, daß man es in eine Nußschaale Hütte stecken können. Der Bettler nahm es und trat an die Laterne, um nach dem Zeichen zu sehen.

Es ist ihr Taschentuch, sagte er . . . F. A.! . . . Mein Gott! soviel Umstände können nicht zufällig Zu­sammentreffen... Sie ist es! Oh! es sind zwar mehr als zwanzig Jahre seitdem verflossen, doch muß sie sich erin­nern! Ich werde sie wiederfinben!"

Er ging die Straße Saint Germain des Pres hinab, durchschritt die Straße de l'Abbaye und blieb auf der Schwelle eines Hauses von armseligem Aussehen stehen, das an der Ecke der kleinen Straße Bourbon le Chateau lag. In dem fünften Stocke dieses Hauses, unter dem Dache, befand sich ein nacktes, enges und niedriges Dach­kämmerchen: die Wohnung des Bettlers.

Die Möbel bestanden aus einem schlechten Bette und einem kleinen Koffer; aber neben dem Loch, welches als Fenster diente, bildete eine Art Trophäe einen selt­samen Gegensatz mit dem sonstigen Aussehen des arm­seligen Stübchens.

Zuerst machten sich zwei goldene Hauptmannsepau­letten bemerkbar, über welchen ein Soldatenhut mit drei­facher Kokarde prangte, wie die Offiziere der Infanterie der Republik sie trugen. Darunter hing zwischen zwei reichen Pistolen ein Degen, dessen Scheide mit Perlmut­terschalen belegt war.

Als der Bettler in die Kammer trat, ging er so­gleich nach dem Koffer, dessen starkes Schloß er öffnete.