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Der Wanderer.

belletristisches Beiblatt zur

Allgem. Zeitung.

1849. M 87.

Die Kaiserwahl.

(AuS der Köln. Ztg.)

Erhebe dich in deiner Kraft, Mein Volk, und zeige deinen Willen!

Sie wâhnen deinen Geist erschlafft Und deine Wünsche leicht zu stillen;

Sie sehen lächelnd in Partei'» Dich immer mehr und mehr gespalten, Und meinen, unter neuem Schein Das alte Wesen zu gestalten.

Wer ist's, der Einheit einst gewollt

Im großen deutschen Vaterlande?

Der lange tief und schwer gegrollt, Bis er gesprengt der Willkür Bande?

Was du gewollt, willst du es noch? Jst'S nicht verleidet und vergessen?

Willst nicht zurück das alte Joch?

Den Bundestag, wo du gesessen?

DaS willst du nicht! So sprich es laut,

Und ruf' auS Millionen Kehlen:

Germania, die starke Braut, Will nur dem Starken sich vermählen!"

Des Volkes Ruf ist Gottes Spruch Und dringt gewaltig an die Throne;

Zur That! Habt ihr nicht Muth genug Dann wird die rothe Mütze Krone!

Der schwarze Bettler.

(Fortsetzung.)

Sie blieb einen Augenblick nachdenkend, dann fragte , indem sie plötzlich ihre Blicke nach Carral richtete, gestüm:

Wißt Ihr, warum ich diesen jungen Mann entfer­nt will?"

Ich erlaube mir nicht, in die Geheimnisse mei­ner guten Gebieterin einzudringen," antwortete Carral heuchlerisch.

Ich hatte Euch für scharfsichtiger gehalten. Lavier liebt Frl. v. Rumbrye."

Ich vergaß, Ihnen dies zu sagen."

Und Ihr errathet das Uebrige nicht?"

Carral rief den Ausdruck gänzlicher Unwissenheit und gespannter Neugierde auf sein Gesicht.

Fräulein von Rumbrye, fuhr die Marquise fort, ist die einzige Erbin meines Gemahles, und mein Gemahl hat jährlich 500,000 Franken Renten."

Ein schönes Vermögen!" rief der Mulatte aus, in dessen Augen ein rascher Blitz zuckte.

Mein Sohn Alfred hatte ein noch weit schöneres haben können, wenn Sankt-Domingo ... Doch Alles das ist vorbei und Alfred besitzt jetzt kaum ein bürgerliches Einkommen."

Ich begreife... eine Heirath?..."

Richtig; doch glaube ich, diese kleine Nârrin Helene denkt an Lavier mehr, als gerade nöthig ist. Dazu hat noch Herr von Rumbrye, der durch die Dazwischenkunft dieses Lavier einer großen Gefahr entgangen zu seyn behauptet, für ihn eine unbegreifliche Zuneigung gefaßt."

Das ist ein verdrießlicher Zufall!"

Auch wäre es Thorheit, an gewöhnliche Mittel zu denken, um diese mysteriöse Waise zu entfernen. Der Marquis würde sich dem widersetzen, und Fräulein von Rumbrye selbst könnte dabei kompromittirt werden. Wir müssen mächtigere Hebel in Bewegung setzen."

Ich erwarte Ihre Befehle," sagte Carral.

Als ich Euch herkommen ließ, hatte ich meinen Plan gemacht und ihn Euch auseinandergesetzt. Vergesset ihn; ich verzichte darauf."

Desto besser!" rief der Mulatte.