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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Algem. Zeitung.

1849. â 73.

Die Familie Wilberston.

(Fortsetzung.)

Kaum hatte sich Herr Damby von dieser Unterredung rholt, als man auf's neue an feine Thüre schlug.

Mein Herr," sagte der Eintretende,mein Name vird Ihnen den Grund meines Besuches erklären, ich seiße Wilberston und bin Offizier bei der Marine." ,Haben Sie nicht einen Bruder oder einen Vetter," ant- vortete Herr Damby,welcher Kapitän bei den Drago- rern ist?"Nein, ich habe keinen Verwandten in der Armee. Warum fragen Sie danach?"Ich hatte .inen besonderen Grund, diese Frage an Sie zu richten. Gehen wir jetzt zu der Ursache über, welche mir die Ehre Ihres Besuches verschafft."In Ihrem letzten Koman wird ein Offizier Namens Wilberston auf eine Weise geschildert, die mir keine Ehre macht."Und Lie dachten vielleicht, daß ich die Absicht hatte, Sie zu wrtraitiren."Sie haben sich meines Namens und meines Titels bedient; der Titel des Offiziers ist unbe, 'timmt gelassen, aber die ganze Schilderung reicht, meine ch, hin, mich zu berechtigen, von Ihnen mit den Waffen n der Hand Genugthuung zu fordern."

Herr Damby gab beiden Wilberston dasselbe Rendez­vous, und am andern Tage begab er sich zeitig auf den Kampfplatz, und seine beiden Gegner ließen nicht auf sich warten.

Meine Herren," sagte er zu ihnen.Sie beide oerlangen von mir Genugthuung für eine Beleidigung, die nur Einen von Ihnen treffen kann. Man kann nicht zwei Personen in Einem Bilde darstellen. Bestimmen Sie also, welcher von Ihnen nach der Natur geschildert st."Es ist Ihre Sache, hierüber eine Erklärung zu geben," antworteten beide Offiziere."Ich, meine Herren, ich erkläre Ihnen, daß ich nie von Ihnen sprechen gehört, daß ich Sie gestern zum erstenmale gesehen habe,

daß ich nur nach der Phantasie gezeichnet und diesen Namen, der sehr vielen Personen in England gemein ist, ganz zufällig gewählt habe."Das ist nicht möglich, das kann nicht zufällig seyn."Ich kann darauf nur erwiedern , daß ich mich nur mit Eine m von Ihnen schlagen werde; wer von Ihnen gleicht am meisten mei­nem Portrait?"Ich binö V riefen zu gleicher Zeit der Marine- und der Dragoneroffizier.

Die beiden Offiziere fingen an, sich die Ehre, die geschilderte Person zu seyn, gegenseitig streitig zu machen; der Streit führte zu Beleidigungen, und sie zogen end­lich die Waffen. Der Marine-Offizier blieb nun gegen­einander Sieger; er verwundete leicht seinen Gegner.

Wissen Sie, um was Sic sich geschlagen haben?" sagte darauf Herr Dambv zum Sieger;Sie haben sich geschlagen, um zu beweisen, wer von Ihnen der brutalste, der größte Spieler, der ärgste Trunkenbold ist. . ."

Der Marine-Offizier ließ ihn nicht weiter reden. Wir Beiden also! ries er und griff Herrn Damby hef­tig an. Der Dichter erhielt einen Stich in den Arm, und damit war der Kampf zu Ende. Als er zu Hause angekommen war, fand er eine Aufforderung, welche ihn auf den folgenden Tag vor Gericht beschied, weil ein Fräulein Anna Wilberston ihn wegen Beleidigung der Familie Wilberston in dem Romane gleichen Namens verklagt hatte. Herr Damby ließ auch dieses ruhig über sich ergehen. (Schluß folgt.)

) Gemeinde - LehrerwahLen aus älterer Zeit.

I.

Bei der unabwendbaren Neubildung der Zukunft kommt auch in der Tagesordnung die Lehrerwahl der