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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1849. M 70.

Schlichte Reime.

(Kölner Zeitung.)

Noch lebt vom Wolf das Lamm getrennt, Noch stürzt zu Thal der Wasser Schwall, Noch steht die Sonn' am Firmament, Der alte Gott noch überall.

Zwar fliegt im Sturm empor der Sand, Doch nieder zieht ihn sein Gewicht, Zwar schäumt das Meer zum Felsenrand, Doch seine Mauern bricht eS nicht.

Ihr wollt die Scheidewand von Recht Und Unrecht stürzen kühngemuth Verwandeln, was da gut in schlecht, Verwandeln, was da schlecht in gut;

't Nesseln aus und pflegt den Dorn, Wollt drunter wie im Eichwald ruhn, Lobt Blei als Gold und Spreu als Korn; Noch ist's fürwahr ein eitles Thun!

Noch lebt vom Wolf das Lamm getrennt, Noch stürzt zu Thal der Wasser Schwall, Noch steht die Sonn' am Firmament, Der alte Gott noch überall.

Aus den Deutschen wird nie etwas.

(Schluß.)

Sie brauchten ja auch nicht just einen Vorsteher i machen!" rief derschwere" Matrose, indem er seinen Kautabak rollte;sie Hätten's unter sich umgehen lassen llen, die Narren !"

'ne Republik hätten sie machen sollen," sagte der

leichte" Matrose,das ist das Beste! Es muß Einer nicht mehr zu sagen haben wollen, als der Andere."

Die, du Pinsel! hatten sie ja just, 'ne Republik!" fiel der Steuermann ein,und die ist ihnen ja gerade so verflucht schlecht bekommen."

Aber keine ordentliche rothe Republik! Vivat die rothe Republik!" schrie lachend der junge Schiffsmate, der sich über den Köpfen der Gruppe auf dem Bugspriet- Reep schaukelte.

Dich soll ja daS Donnerwetter verschlagen!" fuhr hier der Kapitän auf;herunter, Junge, ich will dir mit dem Tauende die Republik so roth auf den Rücken schreiben, daß du dein Lebtage genug daran hast! Herun­ter, sag' ich!"

WaS wollt Ihr thun, Ollig Peterson?" sagte der leichte Matrose, indem er sich vor den erschrockenen Jun­gen stellte.

Ihn durchwackeln," sagte der Kapitän.

DaS werdet Ihr nicht thun, dafür bin ich gut. Ich bin auch für die Republik."

Halt's Maul mit deiner Republik, oder ich schmeiß' dich über Bord!" schrie der Steuermann;wir wollen ordentliche Leute auf dem Schiffe haben und keine Lumpe!"

Schreist du auch mit, du knarrige Ankerwinde," fuhr hier der schwere Matrose in die erhitzte Gruppe, wer die Hand an den Jan StienS legt, der hat's mit mir zu thun; Freiheit haben wir gekriegt, und was einem seine Meinung ist, Gott verdamm' mich, das soll er auch sagen dürfen!"

Wollt Ihr das Maul halten oder nicht? ick will Einigkeit unter Euch bringen!" schrie jetzt mit kirschro- them Gesichte der Kapitän, indem er mit seinem Tau­ende blindlings mitten in die Gruppe der zornigen Män­ner hinein drosch,'nen Kaiser müssen wir haben, wenn