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Der Wanderer.

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Bcllktriftischcs Beiblatt zur Nassauische» Allgem. Zeitung.

1849. .1 59. - --

Cabrera»

(Fortsetzung und Schluß.)

Nach der Konvention von Bergara erwartete man loch einmal einen heftigen Kampf in Aragon. Es- artero rückte mit einer trefflichen Armee Cabrera ent» egen; Don Carlos hatte diesem unterdessen auch den Oberbefehl in Katalonien übertragen; die ganze Macht, worüber Cabrera nun verfügte, bestand aus 40,000 Kann. In der Zeit der größten Gefahr für den Kar­ismus in Aragon und Katalonien ward Cabrera plötz- '.ch gefährlich krank. Von welcher Art die Krankheit ge­lesen, wurde von den zwanzig Aerzten, die er hatte, in erschiedener Weise angegeben. Die Einen glaubten an Vergiftung, die Sinteren erklärten das Uebel für den Typhus ; der Grund der Krankheit aber lag in Erschöpfung. )ie Mühen des Krieges und die vielen Wunden, die sei­en Körper bedeckten, hatten seine Gesundheit unter» raben.

Sein Zustand wurde geheim gehalten, die Soldaten >Uten sich nicht entmuthigen. Unterdeß rückte die Ge- rhr immer näher. Espartero traf während des Win- ws furchtbare Vorbereitungen zum Feldzuge. Cabrera th die Gefahr sehr wohl ein und schrieb an Don Kar­ls nach Bourgos einen Brief über den andern, worin : seine schlimme Lage darlegte und um Hülfe auf die ne oder andere Weise bat. Don Karlos schrieb ihm erschiedene Briefe, worin er ihn seinen lieben Ramoneto annte, auch schuf er einen besonderen Militärorden für ine Truppen; darauf beschränkte sich jedoch alles, was thun konnte. Die Kasse des Fürsten war für Cabrera erschlossen.

Der Frühling begann, und Espartero rückte ins Feld. >ie allgemeine Erwartung wurde getäuscht; Cabrera it sich auf dem Schauplatz seiner Macht nicht geschla­

gen. Kastellote, Segura, Aliaga, Mora, Kantavieja fielen indie^ände der Christinos. Endlich ward Morella, die Hauptstadt des Maestrazgo, die Cabrera für unüber­windlich hielt, belagert; eine furchtbare Artillerie demon- tirte das Festungsgeschütz, legte die Stadt in Asche, und Morella mußte sich ergeben; Cabrera aber hatte wäh­rend der Belagerung mit seiner Armee den Ebro über, schritten und sich nach Katalonien geworfen. Hier griff ihn General O'Donnel bei Cenia an. Dieses war Ca- brera's letzter Kampf; er brach sich Bahn nach Bergas, wo er die Mörder des Grafen Espanna bestrafte, und flüchtete sich, von allen Seiten hart gedrängt, zuletzt nach Frankreich, und mit ihm flüchteten zehntausend Tapfere, die ihrem geliebten General folgten.

Auf der Gränze standen nur 200 Mann französischer Truppen, Cabrera ließ sich inmitten seiner Getreuen von zwei Gensd'armen verhaften; feine Armee rückte in Ko­lonnen und in größter Ordnung über die Gränze; aber voll Achtung für die letzten Befehle ihres Feldherrn, ließ sie sich von der Handvoll Franzosen entwaffnen.

Als Cabrera fortgeführt wurde, drängten sich seine Soldaten in Masse um ihn, um ihn noch einmal zu sehen, und schwenkten ihre Mützen mit dem Rufe: Viva Ca­brera ! in die Luft. Die rauhen Gesichter, welche nie­mals im Kampfe erblaßten, waren mit Thränen benetzt; auch Cabrera weinte heftig.

Cabrera war durch und durch von der Gerechtigkeit der Sache überzeugt, für die er jetzt noch einmal in's Feld gerückt ist; er war aber sehr starrköpfig und miß­achtete oft die Befehle seines Königs. Folgender Zug, wozu der Verfasser selbst die Veranlassung gab, mag als Beleg dazu dienen.

Mit einer Kompagnie abgeschnitten vom Haupterpe- ditionsheere, hatte ich mich nach der Rückkehr Cabrera's von Madrid diesem zu Gebote gestellt. Als altem Be,