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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgcm. Zeitung

88-19. .1 48.

+ In Schleswig - Holstein.

Es schlägt so dumpf die Welle .

An Schleswigs öden Strand; Nacht ist's; zerrissen gleiten Die Wolken über's Land. Ein kurzer Blick des Mondes Den Gräbern in dem Moor: Dann Nacht; ein rasches Hüllen In duft'gen Trauerflor!

Der zweite Blick des Mondes, Der ruft die Gräber wach, Es springen auf die Todten, Die Waffen klirren nach;

Sie ordnen sich in Linie

Die Büchsen in der Hand, Die Helme auf; sie starben Den Tod für's Vaterland.

Sie starben heldenfreudig;

Siegt doch das deutsche Schwert Sie hoffen süß zu schlummern In freier deutscher Erd'! Nun aber weckt die Helden Unselig Königswort: Das Land, das blutgetaufte, Das schenkt man wieder fort.

D'rum springen auf die Todten Und zieh'n in düstern Reih'n Zu jenem deutschen König Jn's deutsche Land hinein. Für Deine besten Söhne Hast nicht einmal ein Grab Im freien Vaterlande? Du deutsches Volk: kein Grab?"

Da stürmt es zu den Waffen, Die Männer stürzen fort, Ein freies Grab zu schaffen Den Todten hoch im Nord! Und wer nicht wiederkehret

Er schläft beim Bruder aus. Kein Königswort die Helden Treibt aus dem Grab mehr aus!

v. R.

A ^ t! $ t c it ii e.

(Fortsetzung.)

XIII.

Am folgenden Morgen erhob sich die Sonne strah­lend an einem azurnen Himmel. Die Vögel sangen in den Boskets des Klosters. Tausend Blumen verbreiteten die lieblichsten Wohlgerüche. Luzienne begrüßte den schö­nen Tag, an dem sie die Erde verlassen sollte. Sie dankte Gott, daß er einen Festtag für die Natur daraus gemacht habe. Der Glanz, der sie umgibt, entspricht der Exal­tation ihrer Seele, und ist eine glückliche Vorbedeutung der Aufnahme, die sie in der himmlischen Wohnung er­wartet. In der Trunkenheit dieses Gedankens, den sie wie einen Schatz bewahren will, hat sie sich seit dem Morgen weiß gekleider. Niemand stört sie in dieser süßen und herrlichen Ertase; und so fließen ihre letzten Stun­den wie ein rascher Augenblick dahin. Sie hat auch in diesem Augenblicke des Scheidens Ruhe und Sicherheit wiedergefunden.

Gegen zwei Uhr Nachmittags erschien der Abbe Gil­bert, um Luzienne zu benachrichtigen, daß der feierliche Augenblick gekommen sey. Ein Wagen erwartete sie an