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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1849. â 29.

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A 8 u j t c n n e.

(Forchtzung.) y

Milon schloß die Augen, um ein unfreiwilliges Er­reichen zu verjagen, dann erwiderte er:

Nun, und wann war das?"

Diesen Morgen, als die Hähne krähten. Es war och nicht Tag."

Ei was! Du wirst schlecht gesehen haben! Wel­les Geschichtchen erzählst Du mir da? Es war Nacht, )u warst schlecht aufgewacht. Du warst geblendet."

Geblendet! Als ich meinen Schutzpatron anrief, tein Herr! ich sah das Ding wie ich Sie sehe, Herr Rilon; ich glaube es war ein Dieb."

Und wenn ich es war?"

Sie?"

Ja! ja!" sagte der Unglückliche, der den Lärm ver­leiden wollte, wenn die wahre Lage der Sache bekannt eworden wäre.

Romain sah seinen Herrn an, kalkulirte in seinem opfe und zog seine Verstandesfähigkeiten zu Rathe. Ulon hatte bessere Füße als er; er hatte ihn stehend troffen, von seinem Besuche wenig überrascht, noch eniger von seiner Neuigkeit.

Das kann ich doch nicht so gleich glauben, sagte kopfschüttelnd, es war ein rothes Kleid, . . . Sie iben doch kein solches . . ."

Was weißt Du denn davon?

Der Knabe schwieg.

Romain, sagte Milon aufstehend, gehe in die Küche chstücke und kehre zurück. Ich will nicht, daß man ast noch ein Wort von alle dem erfahre, hörst Du. agf Niemandem, woher Du kommst und was Du ge- )en hast. Bei Deinem Kopfe! Verstanden? Nun, geh Deiner Wege!

Romain ging. Milon sank auf seinen Stuhl zurück. Völlige Niedergeschlagenheit bemächtigte sich seiner. Län­ger als eine halbe Stunde blieb er unbeweglich, dann sprang er auf und stieß ein Messer, das er in der Hand gehalten, mit einer solch konvulsivischen Gewalt in den Tisch, daß er das Tischtuch und die Tafel mit erschrecken­der Leichtigkeit durchbohrte.

Ein Geräusch ließ sich hören. Es kam Jemand die Treppe herauf und klopfte an die Thür. Milon betrach­tete mit bitterem Lächeln das unfreiwillige Werk seines Zornes; dann mit Anstrengung das Messer wieder herausziehend sagte er sogleich:

Herein!"

Sein erster Kommis kam, ihm anzukündigen, daß seine Gegenwart im Magazine dringend nothwendig sey.

Ist Romain weg?" sagte Milon.

Ja, Herr."

Es ist gut, ich folge Ihnen."

Milon stieg herunter, ruhig und entschlossen, wie man eS an ihm gewöhnt war. Der Tag verging genau wie sonst. Um neun Uhr Abends schlossen die Kommis und zogen sich zurück, den Prinzipal bei seinen Rechnungen und seiner Korrespondenz wie gewöhnlich allein lassend. Um zehn Uhr schlief Alles im Hause, ausgenommen Mi­lon, der dann sein Comptoir und seine Bücher verließ.

Zu dieser Stunde, wo zwei Tage vorher Luzienne sich in seine Arme warf, um sein Vertrauen und seine Liebe bittend, nahm Milon seinen Hut, löschte vie Lampe und ging aus dem Hause.

Es schlug Mitternacht, als ein Mann, aus dem Gehölz von Lavalette kommend, an dem Wege stehen blieb, der hinter der Meierei von Saint-Jean-du-Carvon- naye sich hinzog. Dieser Mann schien von einem langen, in Eile zurückgelegten Wege ermüdet zu seyn. Er ent­blößte sein Haupt, um seine mit Schweiß bedeckte Stirne