Der Wanderer.
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Belletristisches Beiblatt zur Naffamschen Slllgem. Zeitung.
1849. — â 10.
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(Fortsetzung.)
Als sie in dem obern Gehölze sich befanden, trat die hohe und starke Gestalt des Abbe mehr hervor, und man konnte seine grauen gepuderten Haare unter seinem Dreimaster bemerken, ebenso sein braunes Gesicht, gefärbt wie eine etruskische Vase.
„Also, sagte Milon, dieser d'Orizelle..."
„Kam und setzte sich an Euren Herd, wie Coriolan; ja, mein guter Freund, es war drei Uhr Nachmittags. Es ist die Unterrichtsstunde, die ich der Kleinen gebe.
„Ich war zum Schlosse von Fresquienne gegangen, um dem Vater Prin^on beizustehen, einem alten Soldaten und alten Sünder, der mehr als einen Betrug verübt hat; aber ich ^be ihn getröstet und absolvirt, worauf er ruhig gestorben ist. Ich war sehr müde. Es sind zwei tüchtige Meilen von hier nach Fresquienne, und Port-Mahon hat einen harten Trab, wenn er den Chorknaben auf der Kruppe trägt. Als ich nun in der Meierei war..."
„Ihr gabt Lucienne Unterricht?"
„Nein; ich saß an der Tafel, mein Freund. Die Kleine sagte, daß kein Unterricht sein solle , ich sey zu müde, ich müsse einen Mund voll essen..."
„Es scheint, daß die Kleine in dem Hause befiehlt?"
„Eure Mutter war nicht da; Luzienne hatte selbst mir einen Braten, die Hälfte einer kalten Taube, eine Wildpastete und noch einiges Andere vorgesetzt..."
„Gut doch! aber dieser d'Orizelle..."
„Nun, dieser junge Mann war im Jagdkleide. Er schien einen weiten Weg gemacht zu haben, wie ich. Er bat die Magd um eine Tasse Milch.
(Der Pfarrer machte in der Dunkelheit eine sehr verächtliche Grimasse.)
„Man jagt nicht im Monat Mai, sagte Milon. Wo war denn die Herrin?"
„Im Schloß, um eine Rechnung zu ordnen. Die Gräfin hat sie rufen lassen."
„Ha! ich begreife Alles!"
„Ich versichere Euch, daß ich keinen Mann, was ich so einen Mann nenne, eine Tasse Milch fordern sehen kann. Mein Herr, sagte ich aufstehend, wenn ein Pfarrer, der sieben Jahre im Krieg gewesen, Ihnen die Hälfte seiner Mahlzeit anbieten darf... — Sie sind sieben Jahre im Krieg gewesen? Ich habe auch in Amerika den Krieg mitgemacht. Ich nehme Ihr Anerbieten an. — Wie sich das unter Soldaten macht. Er setzte sich an die Tafel zu mir. — Ich sprach von meinen Feldzügen, er von den [einigen. Aber welcher Unterschied im Kriege! Ach! — Welcher Unterschied zwischen der Einnahme von Mahon und dem Siege bei Prag! — Ein Krieg wie der! Die grünen Wälder, der See Ontario, der Niagara! Majestätisch, erhaben! Die tättowirten Wilden, ihr Haarwuchs! Die Kanonen in den Savannen ... schrecklich! ach! — Und sie, die Franzosen, edelmüthig, stolz, wie Helden für ein Prinzip kämpfend, und was für ein Prinzip! Die Freiheit, die Unabhängigkeit der Nationen! Und Er, Philosoph in Allem, tapfer, groß, sechs Fuß hoch! und hier, bescheiden, ruhig, mit vollem Bewußtsein sprechend, wie die Propheten, wenn sie von Moses und Josua erzählen, von der Wüste und den Philistern... Und was sagte er, als wir unser Glas an einander stießen? Ach, er sagte mir: Gestehen Sie, Pfarrer, daß das Leben zwischen dem Tode und der Freiheit schön ist, gestehen Sie, daß dieses Leben uns gegeben ist, um es ganz zu umfassen. Das geheime Streben, das Verdienst des Mannes ist, Ketten zu brechen! — Morbleu, Herr, antwortete ich ihm, das ist auch meine Meinung. Die Pfirsich öffnen, um den Kern zu erhalten. Wer nichts