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glaubte mich verloren; reichliche Gaben Chinin aber heil­ten das Fieber und ich konnte mich nach Neuorleans zu­rückschleppen, wo zum Glück das Spital vortrefflich ist. Eine Strecke von 120 Stunden mußte ich zu Fuß und ganz allein durch Wälder machen; schrecklich litt ich von Hunger und Durst; mein Gepäck mußte ich wegwerfen, weil ich nicht Kraft hatte cs ferner zu tragen. Cabet sagte uns:Ihr geht nach einem Lande, wo an Allem Ueberfluß ist." Der Elende sandte uns dahin, ohne das Land nur im mindesten zu kennen. Alle seine Schriften sind Lügen; nicht ein Wort ist wahr von dem, was er uns von der ergiebigen Jagd, dem Fischfänge rc. vor­spiegelte. Welche Niederträchtigkeit, daß er eine Schaar Menschen abschickte, um elendiglich umzukommen, und uns das Geld vorenthielt, welches wir ihm anvertraut hatten.

Jene Chimäre des Kommunismus, womit er unsere schwache Einbildung kitzelte, ist der schlechteste Zustand der Gesellschaft, der sich nur denken läßt; es ist förmliche Sklaverei, es ist die Hölle. Wenn Euer 100 an der Zahl sind, so hast Du 99 Herrn. Du kannst durchaus nichts thun, nicht einmal essen oder trinken, ohne daß man daran was ausznsetzen und zu tadeln weiß; Du hast nicht die mindeste Freiheit und jede Stunde gibt es Streitigkeiten über die Lebensmittel. Beständig schreit Einer dem Andern zu:Kerl, Du ißt zu viel. Steh', wie wenig ich brauche; Du bist ein fauler Vielfraß!" Hätte man die Geduld von Millionen Hiobs, man könnte es nicht ertragen.

Wir übrigens sind, aber zu spät, vollkommen enttäuscht; nichtsdestoweniger war diese Erfahrung nöthig, um uns von unserem Irrthume zu überzeugen. Mögen jetzt die, welche die Probe noch nicht gemacht haben, es jedenfalls thun; ich verspreche ihnen, daß sie von ihrem Kommunismus schnell geheilt seyn werden. Alle Schwärmer in Frankreich werden von ihrer Geistes­verwirrung bald zurückkommen, wenn sie unsere Erzäh­lungen hören. Kommunismus-! Bah! Weder diese noch irgend eine der anderen sozialistischen Abgeschmacktheiten werben je in Frankreich herrschen.

X i t e r a t ii r.

f Die Mitwirkung der dgl. nass. Archive zu den Arbeiten rc.

(Fortsetzung.)

Der Tert, wie leicht zu erachten, beschäftiget sich zunächst mit dem h isto rischen ^Th e il e. Von dem Satze ausgehend, daß gerade in den freiesten Ländern des Kon­tinentes, Frankreich

Sonntag, den 7. Januar. Tell. Große heroische Oper in und Belgien, die größte Thätigkeit ! 4 Akten, Musik von Rossine.

von den Archiven entwickelt wird, und daß in Deutsch­land eine besondere Bildungsanstalt für künftige Archiv­beamte, wie die kürzlich neu reorganisirte llrkundenschule (acoie des chartes) zu Paris ist, überall noch fehlt, setzt der Verfasser die nächsten historischen Arbeiten aller Archive in die Scheidung und spezielle Verzeichnung der betreffen­den vielen Tausende von Akten und Urkunden, um den Inhalt der ersteren in gehörigen alphabetischen Saalkata­logen, letztere in chronologischer Folge für die Forscher nach ihrem Wortlaute durch den Druck zu veröffentlichen.

Solche Urkundenbücher (codices diplomatici) sind im Laufe der letzten Jahre für alle Bundesstaaten Deutsch­lands, selbst für die freien Städte , ausgeführt worden. Nassau ist (wie es S. 9 wörtlich heißt) jetzt von mehreren Seiten der gelehrten Forscher als dasjenige Land bezeichnet worden, welches allein noch gurückstehe. Um diese Schuld der Wissenschaft und dem Lande abzu­tragen, habe ich es unternommen, die Urkunden der Nassauischen Archive herauszugeben." Dabei beziehet sich der Verf. auf die anderwärts Zweiter nachgewiesene Zu­stimmung des berühmten Forschers, Dr. Böhmer zu Frankfurt a. M. sowohl für die Sache selbst, als ihre Ausführungsweise. Wohl dem, der solche Autorität für sich und seine Unternehmungen anführen kann!Aber (wird hinzugefügt) damit die Früchte der Arbeit bald genießbar werben, muß das Ganze heftweise erscheinen. Wiewohl dadurch die Kosten sich mindern und für jedes Heft nicht über 150 oder 200 fl. steigen werden, so hat doch das Herzog!. Staatsministerium, in Betracht der Menge öffentlicher Ausgaben bei dem diesjährigen Noth­stand, die Ausführung noch ausgesetzt." (Forts, f.)

M i s Z e l l e n.

Ein Friedländer Reisender, ursprünglich ein Kalabrese, schilderte vor kurzem seine Geburtsstadt folgendermaßen:Als die Kosaken im Begriff waren, diese Stadt zu pasfiren, nähten sie vorher ihre Taschen zu." Wem es nicht unbekannt ist, daß man die Kosaken für diejenigen hält, welche den Unterschied von Mein und Dein am wenigsten kennen, der wird gestehen müssen, daß die Bewohner jener Stadt treffend bezeichnet sind. Es fragt sich nur, ob der Witz wirklich ein Friedländer ist!

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.