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gen. In Partien hat außer unsicher« Gerüchten noch kein reeller Kauf stattgefunden. In Ohmen bezahlte man durchschnittlich ohne Faß 12 bis 15 fl. Im Stück wird sich der Preis von guten Weinen zwischen 250 bis 300 fl. stellen.

Die Rheingauer Weine scheinen am mei­sten Kraft zu besitzen und werden wohl bei ihrer Billigkeit später am meisten den Spekulanten interessiren.

Die rothen Ingelheimer haben an Menge sehr wenig ausgegeben, und bei ihren zweifelhaften Eigenschaften an Stärke und Farbe sehr wenig Käufer gefunden.

Die schwankende, mit steten Besorgnissen umgebene Lage des Handels in Europa und besonders in Deutsch­land, dämpfte alle Kauflust, und nur diesem Umstand ist es zuzuschreiben, daß die heurige Weinernte nicht jene Preise aufliefert, die früher für Gewächse von gleicher Qualität bezahlt wurden. Es hätte nicht fehlen können, daß die Weine einen Preis von 200 bis 300 fl. per Stück durchschnittlich erreicht hätten; diese Verhältnisse aber und die Ueberfüllung aller Keller mit Weinen des Jahres 1847, die kaum die Concurrenz der vorjährigen Obstweine überstanden haben, drückten so sehr auf die greife des neuen Produkts, daß nur ein langsames Steigen dersel­ben bei ruhigeren politischen Verhältnissen und allmäliger Ausbildung der Qualität in Aussicht steht.

des Historischen Vereines, ein öffentliches Zeichen per- sönlicher Achtung darzubringen. Soviel wir wissen, ist sonst von keinem Angehörigen der wissenschaftlichen Anstal­ten des Landes, welche zu dem Reffort der Regierung ge­hören, bei jener Gelegenheit eine ähnliche Theilnahme durch Widmung einer Druckschrift wissenschaftlichen In­haltes an den Tag gelegt worden.

Der erste Vortrag gleiches Titels und gleicher Ten­denz wurde bei der Generalversammlung des Vereines im Jahre 1845 gehalten und in der vom Verfasser be­sorgtenZeitschrift für die Archive Deutschlands" abge­druckt. Im Jahre 1846 fand gar keine solche Versamm­lung statt. Der zweite Vortrag war bei der General­versammlung im September 1847 jur Darlegung bestimmt, konnte aber dazu so wenig gelangen, wie die vorberei­teten Vorträge einiger anderen Mitglieder, da der S^re- tariatsbericht u. s. w. alle Zeit wegnahm. Den Sonder­druck derselben hielt der Verfasser aber, bei längerem Ausbleiben einer Fortsetzung der Annalen des Vereines, wohin dieser Vortrag, wie der frühere, recht eigentlich gehörte, um so mehr für nöthig, gleichsam als Rechen­schaftsbericht über mehrjährige amtliche Thätigkeit,da das Land nicht unbedeutende Summen für die wachsen­den Bedürfnisse des Archivdienstes gab", nndda die Erwartung auch für historische Arbeiten aus diesem Be­reiche sich steigern kann." (Forts, folgt.)

F i 1 e r a t u r.

^ Die Mitwirkung der Herzogl. nass. Archive zu den Arbeiten und Zwecken des Vereines für nass. Alterthum stunde und Geschichtsforschung. Zweiter Vortrag von Dr. Fr. Tr. Friedemann, Oberschulrath und Direktor des Zentral- Archivs zu Idstein rc. Wiesbaden 1848. Druck und Verlag der H. W. Ritter'schen Buchhandlung.

Unsere Blätter werden künftig noch mehr als bisher sich die Aufgabe stellen, alle literarischen Produkte nas­sauischer Staatsbürger zu besprechen, besonders solche, welche auf Zustände oder Einrichtungen des Landes im Ganzen oder im Einzelnen Bezug haben.

Die obige kleine Gelegenheitsschrift, welche schon im Dezember 1847 gedruckt wurde und erst jetzt in den Buch­handel gekommen ist, enthält für die genannten Landes- anstalten so viel Nachweisungen, Andeutungen und An­regungen, daß wir ihr füglich eine nähere Aufmerksam­keit schenken dürfen. Die Veranlassung ihres Erscheinens war eine äußere, nämlich dem Herrn Regierungspräsi­denten Dr. M öller, bei der Feier seines fünfzigjährigen Staatsdienst-Jubiläums im Dezember 1847, als Direktor

M i s) e l 1 e n.

Als der greise Held Blücher, derMarschall Vor­wärts, wie ihn die Russen nannten, in Schlesien auf dem Sterbebette lag, besuchte ihn sein König und sprach ihm von Hoffnung auf Wiedergenesung. Blücher erwiederte ganz ruhig: Ew. Majestät wissen wohl, mein Weg geht vorwärts, ich fühle, daß ich nicht mehr weit vom Ziele bin, und umkehren, das war nie meine Sache!" <»>

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K lop stocks letzte Worte waren :Ja wir sind Alle i n Gotte s Hand gezeichnet!" Herder s letzter Wunsch galt denIdeen;" Schiller vollendete am Abend und sein letzter Blick ward er schönen Abendsonne" zugewandt. Wieland entschlief mit den Worten Hamlets:Seyn oder Nicht seyn!" und als Go et he 'n die ewige Nacht umfangen wollte, rief er:Mehr Li ch t!" -s-

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.