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gu^ienne.

(Fortsetzung.)

AlS hier Milon wieder in seine Gedanken versunken war, ergriff Romain von Neuem die Gelegenheit, eine Bemerkung nach seiner Art zu machen.

Nicht wahr, Herr, wir haben einen guten Mann zum Pfarrer, einen alten aber verschwiegenen Mann, einen Mann, der den Krieg gesehen hat, der Alles kennt, nicht wahr? Besonders wenn er sein gelbes Pferd reitet, Port-Mahon, wie er es nennt, mit seinem Dreispitz, seinen rothen Augen, seinen großen Stiefeln; und wenn er eilt, in drei Pfarreien die Messe zu lesen, dann kann man sagen. .."

Was machte er sonst noch?" unterbrach Milon.

Ei, Herr, er zog die Hände wieder aus den Taschen mit seinem Schnupftuch und seiner Tabaksdose, und schneutzte sich mit solcher Gewalt, daß der Mâher Drian, der doch nicht eben sehr empfindlich ist, von seiner Bank aufsprang; dann schlug er mit der Hand auf seine Dose, und nahm Tabak."

Und meine Mutter?"

Die Herrin? Sie wartete den Leuten auf, ganz ruhig und ohne außer Athem zu kommen, wie gewöhn­lich. Von Zeit zu Zeit jedoch betrachtete sie den Geistli> chen mit ihrem gebietenden Blicke, Sie kennen ihn, etwas kalt und unzufrieden."

Und . . . meine Base? Und Luzienne?

Unser Fräulein? Nun, es schien, als arbeite sie in einer Ecke bei einer Lampe; aber jedes Mal, wenn der Abbe Gilbert ihr den Rücken zuwandte, betrachtete sie ihn, betrachtete sie ihn so . . . Und ihre schönen Augen waren voll Thränen, sie that nichts, sie rührte ihre Nadel nicht an, so daß die. Herrin ihr befahl, sich schlafen zu legen."

Dann?"

Dann erhob sich die ganze Tischgesellschaft, um dasselbe zu thun, und ich wollte ihnen folgen, als der Abbe Gilbert mir plötzlich sagte:Romain, bleibe doch hier." Dann nahm er eine Fever und Dinle, setzte seine Brille auf, und schrieb einen Brief. Hierauf sagte er mir:Weist du, wo Herr Milon in Rouen wohnt?" Ja, Herr Pfarrer, in der Rue Cauchoise, ganz nahe am Boulevard; eine Bude mit Haufen von Tüchern. Nun gut, wenn du morgen früh aufstehst, so gehe mit diesem Briefe zu ihm, und kehre nicht ohne ihn zurück."

Als du allein bei meiner Mutter und dem Abbe warst, hast du da nichts vernommen? Haben sie nichts gesagt?"

Warten Sie einmal." Als der Priester sich zum

Schreiben an den Tisch setzte, sagte er zu der Herrin: Nun, ich habe Unrecht gehabt, aber das Nebel ist nicht groß." Worauf die Herrin nur erwiederte: Hoffen Sie!

Der Geistliche zuckte die Achseln. (Fortsi folgt.)

Die Weinernte des Jahres 1848.

(Schluß.)

Die Güte des Weines kann in dem Augenblicke, wo die stürmische Gâhrung kaum vorüber ist, nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Im Allgemeinen ist das heurige Gewächs unter die guten Mittelweine zu zählen und möchte am ersten dem Jahrgang 1833 und 1835 nahe kommen*). Ausnahme einer vorzüglichen Güte dürften in den guten Lagen bei sorgfältiger Lese wohl stattfiuden, doch aber wegen des geringen Ertrages in Quantität sehr wenig befriedigen.

In den geringen Lagen der obern Haardt gilt ein Fuder von 1000 Litres 80 fl., bessere Lage 120 bis 150 fl., beste Traminer und Deidesheimer in Forst und Ruppers- berg 200 bis 250 fl. Da übrigens wenig Kauflust sich gezeigt hat, so sind die Preise nicht als fest anzunehmen, sondern wären nach Maßgabe der Entwicklung und der Nachfrage einem Steigen oder Fallen in Kürze unterwor­fen. Die Preise in Rheinhessen sind noch mehr nominell als am Haardtgebirge, da wenige Käufe stattgefunden haben. Man bezahlt das Stück ohne Faß in den ge­ringsten Lagen mit 75 fl. bessere Weine mit 100, 12o bis 225 fl. In Partien fand kein Handel statt, man kann also für Weine der besten Art den muthmaßlichen Preis von 300 fl. notiren. Im Rheingau, wo, wie schon bemerkt, die große Verschiedenheit der Qualität überhaupt und besonders in diesem Jahre stattfindet, gab es eine Menge Reste, deren Belauf unter einem Stücke die Ei­genthümer nöthigte, dieselben in kleinen Gebinden zu ber-

*) Sageßen schreibt ein anderer Berichterstatter von den Mosel­weinen: Was die Qualität im Vergleich zu frühern Jahre» betrifft, so herrschte nicht nur vor, sondern auch nach der Lese die allgemeine Ansicht, das diesjährige Produkt werde dem des Jahres 1846 gleichstehen. Der Umstand, daß mehrere Verkäufe zu 15 Thlr. pr. Ohm in Beeren und zwar in guten mittlern Lagen stattfanden, ein Resultat, das dem von 1846 nachsteht, wenn man den jetzigen Hähern Preis des Geldes in Anschlag bringt, verleitete zu dieser Meinung, die übrigens sich nur um ein Geringes von der Wahrheit entfernt, wie die Mostwage und das Urtheil der Kenner beweisen. Denn in den meisten Lagen, besonders in den bessern, kommt der diesjährige Wein an Gehalt und Güte, so wie an Lieblichkeit und Würze dem von 1846 nach, an einigen Orten erreicht er ihn sogar und gehört mithin zu den besten Jahrgängen, die wir seit 1822 gehabt.