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Der Stierkämpfer Pucheta, ihr erbittest. r Feind, ist zum Aufseher der Schlachthäuser ernannt und seinem Eifer dadurch eine andere Richtung vorgeschrmben wor­den. Der verwundete Graf von Cuba, den er erschie­ßen lassen wollte, ist noch immer in einem sehr bedenk­lichen Zustande. Der junge Leibgardehauptmann Arana, der von dem Cabinet San Luis so hochgehaltene Günst­ling der Königin Isabella, auf den in letzter Zeit all­seitiggefahndetwurde, ist als Cabinetscourier verkleidet nach Portugal entkommen. Wegen der Ausbezahlung der den hiesigen Freiwilligen zugestandenen Gratisication, welche Biele sogleich verlangten, wäre gestern Nacht beinahe ein neuer Aufstand ausgebrochen. Mit Mühe gelang cs, ihn rechtzeitig noch zu verhindern.

Die "Indepedence Belge" bringt zwei Schreiben aus Madrid, deren wesentlicher Inhalt nachstehend folgt: "Madrid, 5. August. Die Brutalität eines Führers der Freiwilligen Pucheta's versetzte gestern Abends die Hauptstadt in Unruhe. Derselbe hatte einige Tausend Realen empfangen, um seinen Leuten den Sold für die zwei letzten Tage zu bezahlen, was er jedoch unterließ. Von Einem der Mannschaft zur Rede gestellt, antwov- tete er dem Unbewaffneten mit Säbelhieben und flüch­tete, als dessen Hülferuf Leute' herbeizog, nach dem Principal, Alsbald hieß es, die Contre-Revolution sei ausgebrochen, jener Führer habe sich mit Gewalt der Wache des Principal bemächtigt und daselbst mit zahl­reichen Bewaffneten sich eingeschloffen. Aèan hörte von allen Seiten rufen: "Verrath! Zu den Waffen! Marie Christine will uns verderben! Tod der Räuberin des öffentlichen Vermögens!" Erst um 1 Uhr Nachts legte sich der Larin, uns die Ruhe wurde hergestellt. Seit einigen Tagen verkaufen Blinde in den Straßen eine Flugschrift, betitelt: "Liste der von Christine, San Luis und ihren würdigen Genossen an der Nation verübten Diebstähle." Die hier gegen die Genannten erhobenen Anklagen werden gleich nach Eröffnung der Session vor die Cortes gebracht werden und ohne Zweifel stür­mische Debatten veranlassen. Madrid, 6. August. Eine aus Abgeordneten aller madrider Bezirke gebildete Commission erschien gestern Abends vor der oberen Junta, um ihr begreiflich zu machen, daß cs durchaus nöthig sei, die Abreise Christinens zu verhindern, so lange die Cortes nicht ihren Aufenthaltsort bestimmt hätten. Die Junta pflichtete dieser Ansicht einstimmig bei, und einige ihrer Mitglieder begaben sich sogleich mit der Commission zu Espartero. Um 1 Uhr Nachts ließ dieser den die Straßen durchziehenden bewaffneten Gruppen anzeigen, Christine werde Madrid weder bei Tage noch bei Nacht, weder öffentlich noch heimlich ver­lassen. Die Abwesenheit des Justiz-Ministers behindert sehr die Beschlüsse des Cabinets. Er wirb heute er­wartet, und vielleicht bringt daher die amtliche Zeitung in Kurzem die vorläufige Lösung des auf Christine be­züglichen Conflicts. Das ministerielle Programm wird mit Ungeduld erwartet."

Großbritannien.

London, 8. August. Se. Em. Cardinal Wiseman ist auf nächsten Donnerstag vor' die Geschworenen von Gnildfort geladen, von einem Londoner Priester ange­klagt. Die Klage, die derselbe gegen seinen Erzbischof bei den protestantischen Richtern erhoben, liegt uns noch nicht klar vor, sic scheint sich übrigens auf einen Brief zu beziehen, den Se. Eminenz gegen mehrfache irrige Angaben einer Correspondenz im »Ami de la Religion" über die katholische Kirche in England dem "Unioers" eingeschickt hatte. Der Kläger sagt, der Cardinal be­zeichne ihn in dem angeführten Schreiben als den Cor- rcspondenten. Dem hochw. Erzbischof kommen von sci-

beendet; am 22. Juli erreichte sie mühe , angegriffen ihr Schloß von Zarskoe-Selo. So verrinnt alles Leben. Sieben Millionen Rubel hatte sie verschwendet, die Häuser, in denen sie übernachtet, waren alle neu meublirt gewesen, nach jedem Mahle hatte sie die Wäsche gewechselt, die alte uno Silbergefäße und Perlen den Dienern geschenkt. Wenn das Nordlicht am nordischen Himmel verglüht ist, erscheint die Landschaft dunkler als früher; so ver­sinken auch die Steppen am Dnieper nach dem Vorrnberraupyen dieser romantischen Fahrt in eine tiefere Vergessenheit; und wer des Prinzen von Ligne märchenatlmienden Schilderungen durch­blättert, kann nur sagen: Es war ein Traum! (U. a. H. H.)

Zur Tagesgcschèchte.

** (D ie Kennzeichen des Todes.) Ein sehr geachteter Arzt in Paris, Dr. Josat, behandelt in einem jüngst heransgcge- benen umfänglichen Buche von vierhundert Seiten eine wahrhafte Lebensfrage gerade um einen Ausdruck des großen Arztes Bickat zu gebrauchen für diejenigen, die vom Tode nur die äußere Erscheinung zeigen. Ein jahrelanges, ernstes und anhal­tendes Studium seiner Aufgabe hat ihn zu dem Äcblnß gebracht, daß alle sonst angenommenen Todeszeichen: die völlige Unbeweg­lichkeit des Körpers, die leickenhafte Starre desselben, das hippo­kratische Gesicht, die Undurchsichtigkeit und Bläue der Finger, die Verzerrung der Pupille u. a., selbst in ihrer Gesammtheit nur Vermuthung, nicht Beweise des Todes liefern. Auch den Still­stand des Herzschlages, durch das Gehör constatirt, läßt er nicht als unwiderlegliches Zeugniß des Todes gelten; denn es müßte erstlich noch erwiesen werden, daß das organische Leben unfähig sei, fortzudauern, wenn das Herz auf eine dem Ohr bemerkliche Weise zu schlagen aufgehört, und zweitens müßte man die Ueber­zeugung gewinnen, daß das Ohr in allen Fällen ein verläßliches Werkzeug sei, das leiseste Zittern eines so tief versteckten, ost von einer dicken MuSkllschicht bedeckten Organs wahrzunehmen. Zur Bestätigung dieser Einwürfe führt er folgende Thatsache an: Girbal, Vorsteher der Klinik bei der medicinischen Facultät zu Montpellier, wird zu einem jungen Mädchen gerufen, daS seit

uem Capitel und Klerus Adressen und Kundgebungen der Theilnahme zu.

Lonion, 9. Aug. Wenn sogar die "Times" sich zu dem Geständnisse genöthigt sieht, daß die Kriegführung im schwarzen Meere Seitens der verbündeten Mächte ein kümmerliches Ding ist, so muß es allerdings weit gekommen sein. "Im schwarzen Meere," ruft sie aus, "scheint ja eine tolle Wirthschaft zu herrschen! Klingt eS wohl glanblich, daß, obgleich angeblich eine strenge Blocade Sewastopols stattfindet, eine russische Dampf­fregatte ohne irgend welche Gefährdimg die Fahrt bis zum Eingänge des Bosporus gemacht hat, dann nach der asiatischen Küste gesegelt ist und dort mehrere mit Getreide beladene türkische Schiffe in den Grund ge­bohrt, ihre Reise nach Heraklea fortgesetzt und zwei mit Kohlen beladene Schiffe von dort mit sich genom­men hat? Es wird ferner gemeldet, daß nur durch einen wahrhaft wunderbaren glücklichen Zufall der eng­lische Dampfer Cyklops dem Schicksal entgangen ist, von der russischen Fregatte, während er seine Kanonen nicht an Bord hatte, überrascht und folglich ohne Mühe zur Prise gemacht zu werden. Der Chklops sollte nach Heraklea geschickt werden, um dort den Zustand der Gruben zu untersuchen, aus welchen die vereinigten Flotten ihre Kohlenvorräthe beziehen sollen. Nach den uns zugegangenen Berichten zu schließen, hatte der Cy- klops seine Kanonen zu Konstantinopel gelandet und sollte in friedlichem Gewände nach Heraklea abgehen. Der Zufall jedoch, vorsichtiger, als der britische Ad­miral, und wachsamer, als der die Blocade leitende Offizier, hatte es so gefügt, daß der englische Dampfer vor seiner Abfahrt von Konstantinopel einige Ausbesse­rungen nöthig hatte.

Wie ganz anders arbeitete der ehrliche alte Sir John Jervis, als er eine ähnliche Pflicht zu erfüllen hätte, oder Troubridge mit seinem Geschwader bei Toulon! Die See-Paladine jener Tage hatten, um ihre Schiffe in Bewegung zu setzen, nur die Leinwand zur Verfügung und der Meerbusen von Lyon ist nicht eben der allerangenehmste Meeresspiegel, um bei stürmi­schem Wetter darauf herumzukreuzen. Alle jene See- männer führten die Blocade so streng aus, daß nicht ein Fischerboot hätte auslaufen können, ohne sich ge­wisser Gefangenschaft oder Vernichtung auszusetzen. Die Geschichte von Sinope war schlimm genug; allein da­mals wurden Gründe mancherlei Art vorgebracht, welche die Krittler, wenn auch nicht überzeugten, so doch zum Schweigen brachten. Wir beruhigten uns, wie das einem unwissenden Publicnni geziemt, bei der Behaup­tung, daß englische und französische Schisse es nicht wagen dürften, in einer gewissen Jahreszeit jene Ge­wässer zu beschissen, auf welchen die Russen ihrer Beute entgegen eilten. Aber keiner der damals angeführten Entschuldigungs- oder Rechtfertignugsgründe pqjjt auf den gegenwärtigen Fall. Die vereinigten Flotten sind, ht voller Action, die Blocade ist hergcstellt. das Wetter ist so günstig wie möglich, das Blocade Geschwader be­steht ohne Zweifel aus auserlesenen Schiffen und doch, welch ein Resultat!"

Daily News schreibt: "Aus mancherlei Andeu­tungen ist zu sehen, daß sowohl die Diplomaten, wie die Generale Englands und Frankreichs über das Schwinden ihres Einflusses und das Umsichgreifen des Oestcrreichischen Einflusses in Konstantinopel unruhig werden. Wir begreifen nicht, wie man sich darüber wundern kann. Wo Jeder verspricht und Keiner etwas thut, zieht man den vor, der am meisten verspricht. Unsere Saumseligkeit hat Oesterreich aufgemuntcrt, um das Vertrauen der Pforte zu werben, und wir haben kein Recht, deßhalb der Pforte gram zu sein. Ein Blick

einigen Stunden dem Anschein nach todt war. Alle Zeichen des wirklichen Todes, oder die man wenigstens dafür bält, sind da; er legt daS Ohr an die Gegend des Zwerchfells und lauscht mehrere Minuten nicht die geringste Bewegung des Herzens ist zu merken. Alle Mittel noch, die für solche Fälle angegeben sind, werden erfolglos angewendet, und als er endlich das Mad- chen für todt allgibt, kommt sie ins Leben zurück. Mit einem Wort, es gibt kein anderes zuversichtliches, untrügliches Kenn­zeichen des wirklichen Todes, als die chemische Zersetzung der Or­ganisation, die Verwesung; ist diese eingetreten, dann ist das Le­ben auf immer gewichen, dann ist der Mensch wirklich todt, und er mag, ohne die geringste Besorgniß von der entsetzlichen Mög- lichkeit, im Grabe wieder zu erwachen, dem Schooße der Mutter Erde anvertraui werden. Um nun hier von Seiten der Staats­behörde eine strenge Controle einzusühren, die Beerdigung vor erlangter völliger Gewißheit von der eingetretenen Verwesung zu verhüten; bei muthmaßlicbem Scheintode die wissenschaftlich zweck­mäßigen Mittel zur Wiederbelebung anzustcllen, dringt Dr. Josat auf Einrichtung von Leichenhäusern, wie sie bereits in vieleli Staaten Deutschlands bestehen.

** In militärischen Kreisen so schreiben englische Blätter baut man jetzt große Hoffnungen auf die neuen Ge­schütze, die nach Lancasters Princip elliptische Kugeln auf eine weite Entfernung mit großer Genauigkeit schießen. Kanonen­boote, mit dieser furchtbaren, weittragenden ZcrstörnngSwaffe ans- gerüstet, könnten sich, so glaubt man, Kronstadt bis aus eine Ent­fernung von 3 4 englische Meilen nähern, Anker werfen oder mit der Schraube laviren, und einen schweren Eisenhagel gegen die Granitwälle und die hinter denselben geborgenen Schiffe schlen- dein, ohne daß diese auch nur einen einzigen wirksamen Gegen- Mmß thun könnten. Es wurden kürzlich bet Shoeburyneß im Beisein des Contre-Admirals Berkeley und vieler hohen Offiziere mit diesen Geschützen verschiedene Versuche angestcllt, die überaus befriedigend ausfielen. Die Geschütze sind 95 Centner schwer, haben gezogene Röhren nach Art der Mimèbüchsen von 10 Fuß Länge und schießen mit bewunderungswürdiger Genauigkeit 68« mündige eirunde Kugeln aus eine 5000 Yards entfernte Ziel, scheibe. Ihre Tragkraft kann bis ans eine Deutsche Meile er.

auf bie Landkarte zeigt die unmittelbare Wichtigkeit Oesterreichs für die Türkei, und warum sollte der Sul­tan sich nicht blindlings den Oesterreichern in die Arme werfen, nachdem wir dieselbe Schwäche gezeigt hab.n? Es gebe nur ein -Büttel, sich zu rehabilitiren: eine entscheidende Waffenthat in der Ostsee (außer Uleaborg).

London, 12. August. Die Vertagung des Parla­ments ist von der Königin persönlich vollzogen worden. In ihrer Rede hat Ihre Majestät dankbar den Eifer und die Energie belobt, womit die Tüttel zur kräftigen Fortführung des Krieges beigeschafft worden. In herz­licher Cooperation mit Frankreich werden alle Anstrengun­gen dahin gerichtet sein, den ehrgeizigen, agrcssivcn Geist Rußlands zu dämpfen und die Ruhe Europas zu sichern. Die Königin belomidert den Muth und die Beharrlich­keit der türkischen Truppen zu Silistria, wie auf allen den Punkten, wo diese ausgezeichneten Eigenschaften sich haben geltend machen können.

Am Schluffe der Rede spricht die Königin die Hoffnung aus, daß es den Mächten gelingen wer­de, ein gerechtes und ehrenvolles Ende des gegenwärtigen Kampfes herbciführen.

Malta, 29. Juli. Sieben' Schiffe mit einem Theile des tunesischen Contingentes sind hier eingetroffen.

Italien.

Genua, 7. August. Die Cholera ist im Abnehmen.

Rom, 4. Aug. Die vorgestrige römische Abend­zeitung gesteht endlich daß vor elf Tagen mehrere Cholerafälle int Hospital San Spirito vorkamen, und läßt die übrige Bewohnerschaft Roms der besten Ge­sundheit genießen. Eine Thatsache aber ist es daß auch in der Stadt außer den Krankenhäusern Todesfälle vor- kamen welche nach der Angabe gewissenhafter Aerzte von der asiatischen, nach andern durch eine Art Cho­lera herbeigeführt wurden. Jedenfalls ist eine Krank­heit unter uns aufgetreten, an welcher man nach Ver­lauf weniger Stunden stirbt, und der Name thut ja nichts zur Sache. Die nächsten Villeggiaturorte auf dem Gebirg sind bereits von flüchtig gewordenen rö­mischen Familien so überfüllt, daß auch gegen sehr hohe Miethpreise dort kein Obdach mehr zu finden ist. Se. Heil, der Papst hingegen zeigt sich täglich in Roms Stra­ßen, was einen sehr günstigen Eindruck im Publicum macht.

Die Unterhandlungen zwischen dem bad. Staatsrath Brunner und der aus der Congregation für die außer­ordentlichen kirchlichen Angelegenheiten gebildeten Gem« Mission werden unter den cingetrctenen alle Kreise be­rührenden Gesundheitsumständen eiliger betrieben. Auch Ministerialrath Händel ist für seine Mission thätig, und zwar, ohne weitere dirccte Mitwirkung seitens der hiesigen holländischen Gesandtschaft.

Aus Rom schreibt man dem "Univers", »daß eine Versammlung von Bischöfen der verschiedenen Nationen der katholischen Christenheit auf das Ende des Monats October vom Papste in die Hauptstadt der christlichen Welt ziisammcnberufen werden soll, um Berathungen über die unbefleckte Enipfängniß der allerseligsten Jung- frait beizuwohnen und um, zweifelsohne, auch an der Versündigung der so ungeduldig erwarteten dogmatischen Feststellung Theil zu nehmen."

Nußland.

Am Dienstag den 8. d., Morgens 3 Uhr, landeten nach einer Mittheilung der "Hamburger Nachr." aus Danzig 3000 Mann Franzosen in Bomarsünd; zwei maskirte Batterien beschossen die Landungstruppen, je­doch ohne Erfolg, und zogen sich zuletzt mit Verlust von 8 Kanonen in ein befestigtes Fort zurück.

Nach einer tclegraph. Depesche der Frkf. Bl., d. d. Stockholm, 11. Aug., sind die französischen und

höht werden. Gestern begnügte man sich mit Scheibenschießen auf der angegebenen Distanz. " Es dauerte eine gute Weile, bis die schwere Kugel den langen Weg von der Mündung der Ka­none bis zur Scheibe durchflog (und sie schlugen jedesmal genau ein), aber wo sie nicderfiel da warf sie den Sand mit ungeheu­rer Gewalt in die Höhe, daß er wie eine Säule aus dem Krater eines Vulkans anfschnellte. Im Arsenal vvn Woolwich wird der Guß dieser Geschütze mit Eifer betrieben, denn es ist beschlossen, die neuen Kanonenboote alle mit ihnen zu bewaffnen. (Für dieses Jahr?)

** Nach Mittheilungen derZeit" hatte sich in Berlin eine förmliche Gesellschaft zu dem Zwecke gebildet, die englischen Le- benSversicherungsgeseüschaften zu betrügen. Ihre Agenten reiften im Lande umher und suchten sich hochbetagte und geeignete Leute auf. Durch Bestechung von Beainten haben sie sich falsche Atteste verschafft, in denen diese Leute als gesund und viel jünger bezeich- net wurden, als sic wirklich waren. Dann sind sie zur Versiche­rung dieser Personen geschritten. In einem zur Sprache gekom­menen Fall war ein 82jähriger Pferdehändler auf die Höhe von 20,000 Thlr. als öOjähriger Diann versichert worden. Bald nach der Versicherung starb er, und die Gaunergcsellschrst hat in Berlin die versicherte Summe wirklich gehoben. In einem anderen Falle war eine hochbetagte Frau unter ähnlichen lliuständen sogar um 31,000 Thaler versichert worden. Die Polizei kam der Sache auf die Spur, und eS sind Theilnehmer dieses betrügerischen ComplottS sowohl in Berlin, als in Görlitz und in der Nähe von Frankfurt a. O. verhaftet worden. Unter den Verhafteten befindet sich auch der Bürgermeister einer Provinzialstadt, welcher sich zur Ausstellung der falschen Zeugnisse hatte verleiten lassen. Unter den in Berlin Verhafteten sind zwei bisher geachtete Bnch- druckere'besitzer. Der größte Theil der in solcher Weise betrüge- risch erworbenen Gelder soll durch die Schnelligkeit und Umsicht, mit welcher die Polizei eingeschritten ist, wieder herbeigeschafft

Versammlung deutscher Philologen, Schulmänner und Orientalisten findet vom 25. bis 28. September d. J. in Altenburg statt.