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Dresden gebracht werden. Gestern war bk Jn- D u strie -Äusstellw n g von 4005, heute von 3445 Personen besucht.Dem D. Lbl.schreibt man: Hr. Stifts- Drokst Prof. Döllinger ist vor einigen Tagen nach Rom gereist ,: wie man wissen will, soll diese Reise mit Der Kirchen frage in Bayern nicht ohne Zusammenhang sein. Ihr Korrespondent aus München berichtet Ihnen vom Tode deS Oberpollmgcrwirthess dahier. Derselbe hat bereits vorgestern in den "Neuesten Nach­richten-- angezcigt, daß er lebe und zum Glücke ganz gesund sei. Die übrigen 'Nachrichten Ihres verehrlichen Korrespondenten sind leider nur allzu richtig.

Berlin, 11. Aug. Se. Majestät der König haben zu befehlen geruht, daß der Schildwache, welche am 18. März des Jahres 1848 den Posten vor der Kö­nig!. Bank in derIägerstraße hatte und dort meuch­lings ermordet wurde ein Gedächtniß mal gesetzt werde. Dasselbe ist heute Morgen in der Frühstuude alber der Eingangsthür zur Königl. Bank aufgestellt worden, und besteht aus einer ungefähr 1h» Fuß ho­hen und circtt 212 Fuß langen, aus Schlesischem Mar- nwr gefertigten Tafel, auf welcher folgende Widmung eingegraben ist: Grenadier Theissen, vom Kaiser Franz Grenadier Regiment, aus dem Kreise Cochem, Reg. B. Coblenz, fiel hier durch Meuchelmord als erstes Opfer der Revolte in Berlin d. 18. März 1848 in Erfüllung seiner Pflicht als treuer Soldat. Sein Andenken ehrt König Friedrich Wilhelm IV.

Dresden, 11. August. Ein Extra-Blatt des Dres­dener Journals bringt folgenden Aufruf: An meine S-achsen! Eine unerwartete schwere Prüfung hat uns der Allerhöchste auferlegt. Trauernd stehen wir ge­meinschaftlich an dem Grabe des besten Fürsten. Mit tiefbewegten: Herzen, aber im Vertrauen auf die Hülfe des Allmächtigen und mit dein festen Vorsatz ergreife Ich die Zügel der Regierung, in seinem Sinne und Geiste fortzuwalten, in dem Geiste jener Gerechtigkeit und Milde, jener Umsicht und Festigkeit, jener treuen Liebe zu seinem Volke, die sein Andenken stets in Segen erhalten werden. Kommt auch ihr Mir mit Vertrauen und Liebe entgegen, so wird das alte Band, das die Sachsen und seine Fürsten seit Jahrhunderten umschlingt, auch uns innig vereinen. Dresden, 10. August 1854. Johanm Die gestern von uns mitgetheilte telegraphische Depesche des k. sächsischen Ge­sandten in Wien wurde nach Eingang in der Nacht vom 9. zum 10. August Seiten des k. Gesammtministeriums durch die Staatsminister Dr. Zschinsky und von Fal­kenstein Sr. Majestät dem König Johann nach Weesen-- stein überbracht. Gestern Morgen um 5 Uhr war das k. Gcsammtministerirnn zu einer Sitzung zusammenge- treten. Mach 6 Uhr trafen Se. Majestät der König von Weesenstein im hiesigen k. Schlosse ein, worauf so­fort durch Allerhöchstdenselben die Verpflichtung der zur Zeit hier anwesenden Staatsminister Dr. Zschinsky, Rabenhorst, Behr und v. Falkenstein (Staatsminister Freiherr v. Beust befindet sich bekanntlich zur Zeit in München) vollzogen wurde. Vormittags 11 Uhr leiste­ten die hier garnisonirenden Truppen ihrem Könige und Kriegsherrn den Eid der Treue. Mittags begaben Se. Majestät Allerhöchst sich nach Weesenstein zurück. Abends 6 Uhr sind aus dem Hofstaate des Höchstseeligen Königs Majestät der Oberstallmeister und Generalad­jutant Gencrallieutenant von Engel, der Kammerherr Graf Vitzthum v. Eckstädt, der Leibarzt Geh. Medici- nalrath Dr. Carus und der Geh. Kämmerer Tietz nebst mehreren Kammerlakaien nach Leipzig abgereist und ha­ben sich heute von dort über München und Kempten nach Brennbüchl begeben, um daselbst die irdische Hülle unsers in beut Herrn entschlafenen allgeliebten Landcs-

Vater zu übernehmen und nach der hiesigen Residenz zu geleiten. Nach aus München hier eingegangenen telegraphischen Nachrichten beabsichtigt Ihre Majestät die verwittwete Königin am 12. August von Possenho­fen die Rückreise nach Dresden anzutreten.

Wien, 9. August. (A. A. Z.) Die nach Galizien bestimmt gewesenen Verstärkungstruppen haben Gegen­befehl erhalten. Der Marschbefehl für die aus Italien erwarteten Truppen ist ebenfalls zurückgenommen worden.

Der Einmarsch österreichischer Truppen in die Walachei wird als nahe bevorstehend ange­zcigt, jedoch nur in der Stärke von zwei Brigaden. (?) Daß diese Maßregel, nachdem die beiden Fürstenthümer von den Russen geräumt worden, nur die Wiederein­setzung der früheren Behörden, resp, die Wiederherstel­lung der Ordnung überhaupt (unb den Schutz gegen künftige "Pfandnahmen--) bezwecken kann, bedarf der Beincrknng kaum. Es sind hierüber von dem österrei­chischen Minister des Auswärtigen die beruhigendsten Versicherungen gegeben worden, namentlich dem russischen Gesandten in Wien, Fürsten Gortschakoff.

Gestern Abend traf der Russische Staatsrath und General-Cönsul von Kaltschi ns ki, welcher bisher Vice-Präsident der russischen Verwaltungsbehörde in Bu­karest war, hier ein und ist bereits heute nach Gräfen­berg zur Wiederherstellung seiner Gesundheit abgereist. Das "Wiener Fremdenblatt-- schreibt: Der Preu­ßische Gesandte Graf v. Arnim - Heinrichsdorf der heute von seiner Badereise hier zurückerwartet wurde, hat sich auf Allerhöchste Ordre von Marienbad nach Berlin begeben.

Wie der "Lloyd-- meldet, sind die Hauptpuncte des Concordates mit Rom von österr. Seite vollendet und zur Absendung nach Rom vorbereitet.

Wien, 10. August. Se. H0h. der Herzog von Nassau ist nach seinem Herzogthume wieder abgereist. In einem Artikel über die Anleihe weist die --Oest. Corresp.« jede Befürchtung, daß der für die Wiederher­stellung der Landeswährung bestimmte Theil des An- leheuserträgnisses einer anderen Bestimmung zugewendet werden dürfte, als --eine durchaus unstatthafte Ver­dächtigung-, der Absichten der Staatsregierung zurück. Die "Oesterreichische Correspondenz-- legt die Nothwen­digkeit einer Vermehrung des Münzvorraths der Bank dar und sagt hierüber u. A.: "Was die Modalitäten anbelangt, unter welchen dieser Zuwachs zu beschaffen sein wird, so möge man die Feststellung derselben der Negierung und der Bankdirection überlassen und sich einstweilen damit beruhigen, daß hierfür mehrere und zwar von dem National-Anlehen ganz unabhängige Hilfsquellen bestehen.«

Der Hochwürdigste Fürstbischof von Breslau hat sich bei der Nationalanleihe mit 200,000 fl. betheiligt.

Der regierende Fürst von Schaumburg-Lippe hat den Betrag von 500,000 Fl. gezeichnet.

Frankreich.

Paris, 11. August. Der --Moniteur« enthält die Antwort Nesselrode's auf die österreichische Sommation und die Erwiderung des französischen Ministers des Auswärtigen. Letztere erklärt einen Waffenstillstand für unzulässig und bezeichnet einige wesentliche Punkte der Friedensbedingungen: Abschaffung des russischen Protec- torats über die Walachei, die Moldau und Serbien, Freiheit der Donaumündungen, Revision der Verträge von 1841, um die Macht Rußlands im schwarzen Meere zu beschränken. Keine Macht soll ein officielleö Protectorat über türkische Unterthanen in Anspruch nehmen.

Der Zwiespalt zwischen Espartero und O'Donnel, schreibt der Pariser Correspondent des --St.-A. f. W.--, besteht wirlich und hat eine nicht unwesentliche Frage

zum Grund, ob nämlich dic Cortcö - Wahlen nach ber moberirten Verfassung von 1845 oder der mehr radi- calen von 1837 stattfinden sollen? Auf O'Donnel'S Seite stand von.den fünf bei Abgang der letzten Ma- briber Post (4. August) anwesenden Ministern Pacheco, auf Espartero's Seite sein Adjutant und Freund Salazar, während Collado zweifelhaft war. Indessen haben aller Voraussicht nach die drei anderen Minister Lujan, Alonzo und Santa Cruz, bereit Ankunft der Telegraph auf die Nacht gemeldet hatte, der progressistischen Alei- nung im Cabinet den Sieg verschafft und O'Donnel, der ja in seiner Proclamation von Manzanares die Verfassung von 1837 zu seiner eigenen Fahne gemacht, so daß er also nur ein formelles Gesetzlichkeitsbedenken vorzubringen hat, ohne Zweifel bald nachgegeben. Eine andere sehr bedeutende Schwierigkeit für das spanische Cabinet, obschon es dadurch nicht getrennt wird, ist das Loos Diarien Christinen's, die aus Madrid nicht hinaus zu können scheint. In der Nacht vom Montag auf den Dienstag fand ein neuer Fluchtversuch statt; Espartero, obschon sehr erschöpft und fast erkrankt, blieb mit seinen sämmtlichen Ministern bis um fünf Uhr des andern Morgens im königlichen Palais, wo er sogar eine Zusammenkunft mit seinen alten Geg­nern und Feinden hatte, von deren Natur matt indessen Nichts weiß, und der General Evariste San Miguel selbst stand mit 40 Dragonern bereit, um die Königin Mutter und ihre Familie in zwei für sie gemietheten Diligencen aus der Stadt hinaus zu es- cortiren. Aber die Barricadeumäuner hatten Wind davon gehabt und standen geduldig in Waffen gruppen­weise auf dem Plaza de Oriente, dem Campo del Moro dicht hinter dem Palast und längs des in der Nähe fließenden Manzanares, sämmtliche Brücken und sogar mehrere Thore der Stadt bewachend. Ihre Haltung war ruhig, aber entschlossen, voll Respect gegen die ih­nen zuredenden amtlichen Personen, aber von Nachhau- segehen nichts wissen wollend. Wenn man sie fragte: Was sie suchten? so war die ausweichende Antwort: »Wir wollen unser Recht!-- Wenn man sie ermahnte, keine neuen Unruhen zu stiften, so erwiderten sie: "Wir werden in der Stadt nichts thun !-- mit einer Betonung als wollten sie sagen: draußen wird's angehen! Die Nationalgarde selbst, die mit dem Militär nach wie vor die Schloßwache theilte, war zweifelhaft gestimmt und die bestgesinnten selbst schienen wenig Neigung zu ha­ben, sich für die Königin Christine aufzuopfern. Den Maulthier-Treibern von den beiden Diligencen wurde es endlich auch Angst und sie liefen mit ihrem Gespann davon, die Wagen stehen lassend. Nun sollte es mit Pferden ober Maulthieren aus dein königlichen Stall versucht werden, aber in ganz Madrid war kein Führer oder Postillion dazu zu finden, so groß war die Furcht vor den Volkshaufen oder die Abneigung gegen Marie- Christine! Kurz der Fluchtversuch mußte aufgegeben werden. Denn es war klar, daß San Miguel mit seinen 40 Dragonern trotz aller seiner Popularität nichts hätte helfen können, und daß es ein schreckliches Blut­bad gegeben hätte, wobei die fliehende Königin in aller Gefahr stand, das Leben zu verlieren, obschon die Bar­rikadenmänner bisher Nichts begehren, als daß man sie in die Citadelle von Saragossa einsperre und ihr das übel erworbene Geld abnehme. Um 4 Uhr Abends hatten die Minister wieder außerordentlichen Kabinets- rath, um zu sehen, was mit der unglücklichen Königin- Mutter anzufangen sei.

Spanien.

Madrid, 6. Aug» Das allgemein verbreitete Ge­rücht von der Abreise der Königin-Mutter war uugc- gründet; Maria Christine befindet sich immer noch hier.

Will fliehn umsonst; der Rachebote fällt, Und dampfend liegt ein kleines Häuflein Staub, Der Böse seiner eig'nen Thaten Raub, Bon Gottes strenger Richterhand gefällt!

Und daß der Jüngling, als der Schätze Pracht, Sein Eigenthum, ihn blinkend augelacht, Die Schönste bald sein eigen hat genannt, Die ihn -gerettet und in deren Hand Der Talisman des Räthsels Lösung war, Daß Glück und Liebe segnete das Paar Tas ist der Schluß. Sein Arm der Tapferkeit, Ihr Herz der Lieb' und Frömmigkeit geweiht,' Verliehen wohl im Lande ringsherum, Und selbst für späte Zeit, dem Schlosse Ruhm. Noch heute ragt auf steiler Felsenwand Am Bett des wilden Terek, mächtig groß Das Trümmerwerk, zur Stunde noch genannt Der Fürstin Daria altes Felsenschloß.

Tie Reise einer Kaiserin.

Historische Skizze von Dr. Karl Frenzel.

(Schluß.)

Zu Kaidak, wo die Wasserfälle des Dnieper beginnen, ver­ließ die Kaiserin ihre Galeere; ein anderer Bewunderer eilte ihr hier entgegen, ein römischer Imperator, wenn mich nicht bestimmt, zu verführen und verführt zu werden wie Antonius, Joseph II., der unter dem Namen des Grafen von Falkenstein reiste. Mit ihm vollendete Katharina ihren Triumphzug. Zu Cherson las sie mit Entzücken über dem Thore die Worte: Hier geht der Weg nach Constantinopel.

Cherson hatte eine schlechte Lage, mitten in Sümpfen erhebt sich die Stadt, die Mauern sind von hohem Schilfrohr umgeben, das im Winter den Einwohnern zur Feuerung dient, denn mei­lenweit ist kein Wald zu sehen, Tausende der Ansiedler waren dort den Fiebern und der Sumpsluft erlegen, als aber die Kaiserin

in ihrem goldbeschlageneu Staatswagen durch die Straßen fuhr, konnte sie von all' dem Jammer nichts bemerken, Blumenkränze hingen an allen Häusern, Triumphpsorten überdachten ihren Weg, auf dem Markte prangten die Modewaaren von Warfchau und Paris. Zwei gewaltige Schiffe wurden zu ihrer Ehre vom Sta­pel gelassen und sie wollte auf ihnen zu den Mauern der türki­schen Festung Bczakow am Dnieper hinüberfahren. Doch la­gen an feiner Mündung vier Linienschiffe und sechszehn Fre­gatten der Oèmanen, die hielten sie zurück, aber ihr beleidigter Stolz brach in die hastigen Worte aus: Scheint's doch, als hätten die Türken die Schlacht von Tscheöme schon vergessen! Unter tausendfältigem Allahrus fuhren die Reisenden über den schmalen Isthmus von Orcazi in die Krim, die Schaaren der Tartaren auf den kleinen Pferden, in dunklen Gewändern und spitzen Mützen umschwärmten sie. Einmal wurden die Pferde der Kaiserin scheu und rissen den Wagen dicht am Rande eines Ab­grundes dahin, sie veränderte keinen Zug ihres Autlitzes und er- zäblte ruhig weiter: das gewann ihr den 9iamen der Unerschüt­terlichen vom Grafen von Ligne. So betraten sie die Daurische Halbinsel. Da wurden alle Mährchen ausTausend und einer Nacht" lebendig, die Droincdare erschienen von fern den geblen­deten Augen wie wandelnde Hügel, sie glaubten zu träumen bei dem Anblicke des schlanken Minarets, der Springbrunnen in den Sälen und der goldenen Kioks; zu träumen, wenn junge kaukasi­sche Fürsten in Mannesschöne und silbernen Harnischen auf weißen Pferden an ihnen vorüberjagten, wenn sie selbst mit Joseph II., ihrem Harnn-al-Raschid, des Abends in tatarische Filzzelte traten. Sm Garten der Khane saß Katharina und versuchte wieder zu dichten:

Auf der Khane Ottomane, auf den Kissen voll und schwer Eingeschlossen in Kioske von den Gittern ringsumher weiter kam sie nicht. Ein anderes Distichon las man in goldenen Buchstaben an den Säulen des Audienzsaales :

Zum Berdrusse aller Neider sei's gesagt der ganzen Welt,

Daß zu Jspahan und Stambul Schönres nicht der Tag erhellt.

Welch' magische Klänge mochten aus diesen Worten in ihr Herz hinübertönen ! Ihre Seele ging auf in dem Gedanken, den Orient zu erobern. Joseph II. war zu einem Kriege gegen die

Osmanen nicht geneigt, falls er für Oesterreich nur freie Schiff­fahrt auf der Donau von ihnen erlangt hätte; darum sagte er immer, wenn die Kaiserin in ihn drang, einen Vertrag über die Theilung des. türkischen Reichs mit ihr abzuschließen, wonach ihm Serbien zufallen, die griechischen Inseln, Athen und Morea als freie Staaten erklärt werden sollten: Was werden wir mit Constantinopel machen? Uebrigens durchschaute der Kaiser die Leere des ganze» russischen Wesen; der emphatische Diderot hatte vor Jahren geäußert: Rußland wäre ein Koloß auf thöneruen Füßen. Joseph II. sagte von Katharinen und Potemkiu: Sie wollen nichts als blenden, es ist Alles Schein. In solchen Ge­sprächen vergingen ihnen die Tage, Segnr und der Prinz von Ligne standen wohl auf dem Felsen, von dem Theas der entflie­henden Jphigenia nachsah, oder wandelten unter dem Schatten prächtiger Kastanienbäume, die so lange stehen als die Erde. Einmal sahen sie im Zimmer der Kaiserin, hinter einem Vor­hänge verborgen, ein tartarisches Aèädchen, die illichte des letzten Khan, mit Perlen unb Diamanten behängt, schön und blendend, aber steif wie die chinesischen Porzellanffguren auf den Nipptischen der pariser Damen. DaS war das letzte Märchen, die Wirklich­keit klopfte mahnend an die Ohren der Träumer.

Der Aufstand in Brabant, den die Edicte deS Kaisers erregt, ließ ihn nicht mehr Harun-al-Raschid in den Steppen des Krim spielen; er verließ die Kaiserin, die allein nach Nioskan znrück- kehrte. Zu Pultawa zeigte ihr Potemkiu in einem Manöver seiner Truppen jene gewaltige Schlacht, welche Karls XII. Lor­bern gebrochen nud Rußland zur Weltmacht erhoben. Lllan machte die Kaiserin ans die Fehler ausmerksam, welche die Schwe- den begangen. An welchen Fäden hängt das Schicksal der Welt! sagte sie, als sie das Schlachtfeld verließ. In Moskau empfing sie der Adel feierlich, in altrussischer, orientalischer Pracht, aber bie Stirnen Aller waren bewölkt, überall ein finsteres Schweigen; hier fand sie keinen Freund. Fürst Alexis Orlow, der sie einst ans dem Schlafe geweckt, um ihren Gemahl zu enthronen, der diesen erwürgt unb bei Tschesme gesiegt hatte, jetzt vergessen und ver­bannt fern vom Hof lebte, benachrichtigte sie, daß bie HuNMs- noth ganze Provinzen ihres illeichs verwüste. Augenblicklich wur­den alle Feste abbestellt und die Rückreise still und ohne Subei