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DM Preuß cn wirklich Lust bckoiNWen sollten, mit Rußland sich in die Haare zu gerathen, Natürlich wäre man darüber nicht zu böse gewesen, die Deutschen und Russen sich einander zerfetzen.zu sehen, und unter- deß gemächlich die Tükei zu reorganisireu, wie das in England heißt. Einen Plan, die Türkischen Ossi­ziere durch Englische und Französische zu ersetzen, hat die Times ja schon fertig, in welchem außerdem die Englische Regierung als Soldzahler der Türkischen Soldaten figurirt. Was das für eine unschuldige Idee ist, mcht wahr? Die Armee ist Türkisch, bloß die Offiziere und die Kriegskasse, blos das Commaudo und das Geld sind Englisch und Französisch, vielleicht hier Englisch und den Französisch. Gefahr ist nicht dabei, wie sie natürlich dabei wäre, wenn Rußland mit sol­chen Plänen umginge bewahre 1 Denn mit R u ß- l and ist cs dai'um etwas anders, weil cs sechs Mil- 1 tonen Blutsverwandte und neun Millionen GlaubenS- vmvandtc im Laude hat ist eS? Aber nun kommt eine böse Querfrage: sind denn die H i nd u's et­wa Angelsachsen? Gehören die Hindus zur anglica- .nischen Kirche? Und die Seikhs und die Burme­sen und die Maltheser und die Ionier und die Helgoländer? Da sind ja überall auch bloß Eng­lische Offiziere und Englische KrlegÄaffeu, und es ist doch zur Englischen Herrschaft gekomincu. Uebrigens ist zu bemerken, daß außer unter den Tories auch un­ter den Socialisten, wie ich stets erwartet habe, die Friedensbewegung nm sich greift. Noch gestern hörte ich in einem kleinen Club von Oweniteu jede Erwäh­nung des Wortes Frieden in der Debatte mit Beifall begrüßt, und Einer stand sogar auf und hielt eine Lob­rede auf den Kaiser Nicolaus.

Deutschland.

* Wiesbaden, 4.August. Die Aufhebung der gegen unser Blatt von Seite der Polizeibehörde getroffenen Maßregel ist bis jetzt nicht erfolgt.

Nach dem eben erschienenen Nachweis über die Re­sultate des Geschäftsbetriebs und über den Stand der Landesbank am Schluß des ersten Semesters 1854 ist 1) an LandeScreditcassen-Scheinen der neuen Auflage der Betrag von einer Million Gulden emitirt. 2) An Spareasse-Capitalihn sind 42,654 fl. mehr ein­gegangen als abgelegt worden. 3) An Darlehen gegen gewöhnliche Schuld- und Pfandverschreibung sind im ersten Semester in 124 Posten 94,218 fl. ausgeleheu worden. Ebenso würden int abgelaufenen Semester 4) an Vorschüssen aus der Landesbank 41,080 fl. 43 kr. in 44 Posten verwilligt und 5) für 70,121 fl. Wechsel, größtenthcils im Herzogthum zahlbar, dis- coiüftt.

Im Monat Juli l. I. wurden auf der Taunus- Eisenbahn, ausschließlich der MilitärtransPorte, 119,477 Personen befördert. Tie Summe der Einnahmen be­trägt 72,849 fl. 58 72 kr.

+ Eltville, 1. August. Ein hiesiger Correspondent der Mittclrh. Zeitung lucldct in der heutigen Nummer dieses Blattes, daß die hiesige Landjägermannschaft ei­nen Wildieb bei Ausübung seines Handwerkes ertappt habe. Soweit ist diese Thatsache richtig; allein daß der Wilderer auf den Stationscommandanten We­ber angeschlagen habe, wird von den beiden übrigen Landjäger Hammer und Zannet nicht bestätigt. Die drei Landjäger haben bei ihrer Operation gemeinschaft­lich mitgewirkt und waren so nahe zusammen, das Kei­nem derselben die Bewegungen des Wilderers entgehen konnten. Das Anschlägen auf die Landjägermamischast würde als erschwerender Umstand das Strafmaß bedeu­tend erhöhen. Ganz richtig bemerkt übrigens der er-

Meisterwerken der FnßbekleidmigSkunst, Operaten aus Sammt, Seide, Gold Silber und Saffian. Und als nächster Nachbar des zierlichsten Damcuschubes, des rothen, goldverbrämten Pantoffels bläht sich in seinem plebejischen Stolze neben so vornehmer Ge­sellschaft der wasserdichte Stiefel, der seine Fortsetzung gleich in einer ganz wafferdichten ledernen Hose findet.

Um es mit dein Köpfe über dem Fuße nicht zu verderben, sind in"! dem Kops und Fuß auf gleich gutem Fuß zu bleiben, sei hier gleich der Kopfbedeckung gedacht. ' Und zwar zuerst der männlichen. Dort glänzt der feinste Seidcnhnt, hier sogar einer mit einem vollständigen Bentilations- und Abkühlungsapparatc. Gan; wasserdichte Exemplare zeigen ihr struppicht Haar, während sich tm Hintergründe die eleganten Damenhüte kokett verbergen. Und wenn sie sich nodi weiter zurückgezogen hätten, sie würden doch ausgesucht! Es sind aber auch wirklich einige hübsche Exem­plare darunter, die Damen schon gesallen mögen, so Hermelin- pute zu dem billigen Preise von snufzehn Gulden: im Ganzen pravalirt der Filz und das Stroh. Die Emancipation der Frauen hat eine eigene Richtung genommen. Früher in den Röcken spukend, hat sie sich nun aus die Köpfe zurückgezogen. Die grauen bemächtigen flcb mit Gewalt des männlichen Filzes und die Männer nehmen Revange und greisen in das Stroh hinein, womit viele Taufende von Mäunerköpsen in München bedeckt sind. Auch der gravitattfche Umsormhut findet hier seine Ber- tretung.

Schön sind die Ausstellungen künstlicher Blumen ^lmri- stinnen und Modistinnen müssen, wenn sie sich Sonntags hierher verirren, ihre Freude daran haben. Schon jetzt müssen wir der künstlichen Blumen Heckels aus München gedeuken, welche in bem täuschenden Zusamnienfallen mit wirklichen Pflanzen Außerordcut- liches leisten , namentlich was die Gräser, Schilfe unb Blätter an langt. Die Seilerwaare n bieten im Ganzen wenig in die Augen Fallendes, was auch bei der Art der Waare, die mehr in die Tiefe arbeitet, nicht überraschen kann. Das prächtigste, soli­deste Seil, das einen Grundbesitzer entzücken mag, wird auf den neugierigen Beschauer wenig Anziehungskraft augüben. Im Pelzwerk ist manches Kostbare zur Schau gelegt, und na-

wähnte Sorrefponbent daß bic Thätigkeit ter Landjägcr- mannschaft öffentliche Belobung verdient. Möge es ih- nen gelingen unsere Gegend von diesen auch sonst ge- sährüchen Subjecten halb gänzlich zu reinigen.

München, 1. August. Heute in der Frühe ist Se. Maj. der König von Preußen von der Station Pasing mit der Eisenbahn nach Berlin zurückgercist. Die- nigin Elisabeth hat sich nach bem Bad Ischl begeben.

^c.' Majestät der König haben heute der seier- lichen Enthüllung von Westenricderö Standbild dnrch Allerhöchst Ihre Gegenwart und Theilnahme die schönste Weihe zu gebSiw geruht. Wiederholte donnernde Lebe­hochs der Tausende von Anwesenden begrüßten Se. Majestät bei Ihrem Erscheinen wie während nach der erhebenden Feier.

Ueber die zu Augsburg stattgchabte Versamm­lung des baicrischen Episcopats wird dem --C.-B.-- Folgendes mitgetheilt: Man hat sich dahin verständigt, daß sowohl das Concordat vom 5. Juli 1817, als das Edict vom 26. Mai 1818 über die äußeren Rechts­verhältnisse des Königreichs in Beziehung auf Religion und kirchliche, Gesellschaften die Rechte der katholischen Kirche in Baiern in wesentlichen Punkten verletze, und hat einen daraus bezüglichen gemeinsamen Antrag sor- mulirt. Als Hauptbeschwerdepunkt sind hervorgehoben: §. 58 des EdictS von 1818 über Publication und Vollzug von Gesetzen und Anordnungen der Kirchenge­walt (Placet); die §§. 64 rc. und 76 bis 79 über die Festsetzung und Behandlung der Gegenstände weltlicher und gemischter Natur, bei denen der Staatsgewalt theils eine ausschließliche, theils eine concurrirende Gesetz­gebung und Gerichtsbarkeit vindicirt ist; §. 75 wegen der Verwaltung des Kirchenvermögens (unter Aufsicht des Staats) u. f. w. So geneigt übrigens auch, be­richtet man ferner, die köiiigl. baierische Regierung ist, jeden billigen Forderungen möglichst Rechnung zu tra­gen, so dürfte doch der von den Bischöfen gewählte Zeitpunkt zur erneuten Erhebung ihrer Forderungen ein wenig günstiger sein. Jedenfalls wird die Art der Lösung des kirchlichen Conflicts in Baden abgewartet werden, ehe die Staatsrcgiermig eine bestimmte Ent- Entschließung auf die vom Episcopat gestellten For­derungen fassen dürfte.

Im Königreiche Bayern müssen sämmtliche Beur­laubte bei ihren rcspectiven Regimentern und Truppen­körpern in der kurzen Frist von wenigen Tagen ehirücfen.

Köln, 28. Juli. In öffentlichen Blättern war die Nachricht von einer Circular-Verfügung des Ministers des Innern zu lesen, in welcher die Obcrpräsidcnten »zu der schleunigsten Mittheilung ihrer Wahrnehmungen über eine antirnssische Thätigkeit des katholischen Klerus unb über dessen Verbindung und gemeinsame Action mit ber Demokratie aufgeforbert werden.-- Dieses Rundschreiben konnte nicht verfehlen in ben katholischen Theilen ber Monarchie einen tiefen Eindruck zu machen. Jetzt nachdem durch die Publication dieses Actcnstücks und die darauf erfolgte Antwort eines der befragten Oberpräsidenten in Berliner Blättern die Authenticität außer Zweifel gestellt ist, beginnen die Wirkungen, welche dnrch dasselbe hervorgebracht worden sind, sich zunächst in zahlreichen Adressen der katholischen Geist­lichkeit zu äußern, in welchen diese sich an die Bischöfe wenden, um sie gegen den Verdacht mit der Demo­kratie zu conspiriren an geeigneter Stelle in Schutz zu nehmen. Diesen Adressen zuvorkommend haben, wie die "A. A. Ztg.» meldet, der Erzbischof-Eardinal von Köln und der Fürstbischof von Breslau bereits die ge­eigneten Schritte ciiigelcitet und den ungegrünbeten Ver­dacht zurückzuweisen, und cs läßt sich mit ziemlicher Gewißheit vvrausfetzen, daß die Anzahl solcher Adressen

a^sB»aa!BiBi8«gMa^^ mentlich was' Männerklciduug anlangt und Verbrämung von Tnchsorten. (Schluß folgt.)

Alte Stadtgcschichtcn mit neuen Nutzanwendungen.

1.Gedenke daran Hamburg."

Unter diesem Titel ließ der Senior Hardkopf, Pastor zu St. Nicolai in Hamburg im Jahre 1619 eine Predigt auögehcn, die ihre Entstehung folgendem Vorfälle verdankte. Es war am Tage der Heimsuchung Mariä, als etliche vornehme Leute auf ein großes wohlbeladenes Schiff gebeten wurden, welches noch an demselben Tage nach Spanien absegeln sollte. Auf dem Schiffe befand sich eine große Menge Pulver und als die Stunde der Abfahrt kam, fingen die Matrosen an, ihrem Brauche gemäß etliche Geschütze zu lösen unb sogenannte Salven zu geben. Den anwesenden Frauen und Jungfrauen fiel dies aber beschwerlich unb sie baten ben Capitän nm Einstellung des Schießens. Dieser erfüllte nun zwar ihre Bitte und verbot der Mannschaft das fernere Feuern; eine Frau aber konnte sich auch jetzt nicht beruhigen, klagte, daß ihr das Herz so weh thue unb bat um Gottes willen, man möchte sic wieder an's Land bringen. Kaum hatte sie das Land betreten, als ans's neue ein Schuß fiel, und in demselben Augenblicke, ungefähr um 6 Uhr des Nachmittags, flog auch das ganze präch­tige Handelsschiff mit allen Menschen, welche darauf waren, in die Luft. Sieben und dreißig Personen, barunter 5 Frauen, 2 Jungfrauen, eine Magd und ein kleines Kind, waren in einem Angenblicke lebendig unb todt, unb weit vom Strande fand man die blutigen Glieder der Pernngllickten, hier einen Kopf und dort eine Hand mit güldenen Ringen gezicret.

Ich weiß nicht, schrewt das Volksblatt f. St. u. L., ob auch im Jahre des Heils 1854 die Festtage zu Hamburg dadurch ent­weiht worden, daß Schiffe unter dem Donner der Geschütze die Segel, lichten; sicher aber kommen in der großen Handelsstadt sonntäglich noch viel schlimmere Entheilignngen des Feiertags vor, und es kann daher nichts schaden, die Bewohner der Stadt Ham­burg und zugleich andere Christenlente wieder einmal an die Ka-

unb ProtcfMtioncil sich binnen kurzem in allen katho lischen Theilen ber Monarchie mehren werde. Die Thätigkcit beß Herrn v. Florencourt hat mm ihre künftige Richtuiig angekündigt. Herr v. Florenconrt wird vom 15. August ab hier in Köln eine politische Wochenschrift herausgeben, von der in jeder Woche ein Heft erscheinen soll, die jährlich 7 Thaler tosten wird, und deren Inhalt dnrch ihren Titel wie bereit Richtung durch deu Kamen des Herausgebers hinläng­lich bezeichnet wird. Unter den Alitarbeitern an diesem neuen Blatt wird der Frhr. v. Vogelsang, einer der mecklenburgischen Gutsbesitzer, welche vor einigen Jah­ren katholisch geworden sind, genannt, der sich bereits häuslich in unserer Stadt niedergelassen hat.

Am Niederrhein herrscht gegenwärtig ein ungemein günstiger Gesundheitsstand. Ein compctenter Arzt gibt an, daß er bei dem Nothstand von 1846/47 ganz die­selbe Wahrnehmung gemacht, und daß hierbei die den untern Classen auserlegte größere Enthaltsamkeit sehr wesentlich in Frage komme. Auffallend aber bei der enormen Hitze unschwer zu erklären sind die vielen plötz­lichen Todcssälle unter den Feldarbeitern, die man irr- thümlich dem Sonnenstich beimißt. Sie starben viel- niehr an den Folgen unvorsichtigen und unmäßigen Trinkens, resp, an den hierdurch verursachten Dlnt- und Nervenschlägen.

Aus Lübeck, 1. August, enthält der --Schw. Mer­kur» folgende Depesche: Das Dampfschiff »Hengist», welches nach einer Fahrt von 56 Stunden von Stock­holm hier angefoutmen ist, berichtet, daß die Einnahme von Bomarsund auf ben Alandsinseln, in Stockholm am 29. Juli bekannt war. (Scheint wieder eine Schis- scrnachricht zu fein.)

Berlin, 30. Juli. Dem --Schwäbischen Merkur-- wird geschrieben: Die Krise, die zwischen den beiden d e u t s ch e n G r o ß ch t e n besteht, wird demnächst zum Ausbruch kommen, wenn Preußen nicht noch in den letzten Stunden lenkt. Auf alle die schönsten RedcnS- arten der sogenannten iuspirirten Presse ist gar nichts zu geben. Die beiden Noten, welche von Hier und Wien nach London und Paris zur Empfehlung der russischen Vorschläge gesandt wurden, sind auf ganz entgegenge­setzten Annahmen verfaßt. Oesterreich beabsichtigt bloß, die Ansicht der Westmächte über die russische Ant­wort auf feine Aufforderung zu vernehmen, wogegen Preußen, mag die Entgegnung ausfallen, wie sie will, aus seiner Vermittlerrolle noch immer nicht herauszntreten, vielmehr in St. Petersburg neue Schritte zu thuen beabsichtigt. Unser Cabinet ist der Ansicht, daß, wenn die Westinächte die'russische Note unbedingt verwerfen, man Rußland auch nicht zumnthen könne, die Donaufürstenthümer zu räumen. Umgekehrt besteht Oesterreich gerade auf dem letzten Punkte unbedingt. Man hat sich daraus gefaßt zu machen, daß Obrist v. Manteuffel nach der Rückkunft des Königs von München abermals eine Sendung nach Wien er­hält, da unserem Cabinet Alles daran liegt, einem an Rußland zu stellenden Ultimatum von Seiten Oester­reichs zuvorzukommen. Die Mehrzahl im Miuisterrall) war sogar gegen den Ankauf von Pferden, und erst den dringenden Vorstellungen des Kriegsministers gelang es, seine renitenten College» umzustimmen. Von Seiten des Finanzministeriums ist die erste Einzahlung einer bis jetzt noch sehr kleinen Quote der Anleihe an die Gcneralkassc des Kriegsininisteriums erfolgt.

Wien, 30. Juli. Es bestätigt sich, daß unsere Regierung in Paris hat anfragen lassen, was diese in Spanien zu thun gedenke, und daß man sich durch die Eröffnungen des Herrn Dromu bc l'Huys befriedigt fühlte. Die hier und da verbreitete Ansicht, daß eine

taflrophe vom Jahre 1619 zu erinnern, so wie an die Predigt des seligen Hardkopf, die den Titel führt:Gedenke daran Ham­burg !"

2. Neptun mit bem Dreizack.

Da ich eben eine Geschichte aus der Chronik von Hamburg erzählt habe, so möge hier noch eine Geschichte folgen, die sich auch in einer deutschen Seestadt, nämlich in Königsberg, zugetragen hat. Ich weiß nicht, ob eS noch so ist, in der Zeit, in welche diese Geschichte fällt, wurde jene Stadt in drei Theile getheilt , in die Altstadt, deu Kneiphof unb Löbeuicht. Die Bürger in- beuicht wurden oft spottweise die Bauern genannt. Einstmals baute ein ehrlicher Mann in diesem Stadttheile ein Haus unb starb, ehe er ben Bau vollendet hatte. Sein Sohn studirte ge­rade auf einer fremden Universität, mußte aber mm, nach bed Vaters Tode, zu Hause kommen unb den Handel übernehmen, den jener geführt hatte. Er baute nun das von seinem Vater be­gonnene Haus vvllcuds aus, und weil er in den griechischen und lateinischen Poeten belesen war, so setzte er oben auf das Dach einen Neptuü mit bem Dreizack, ber bei den alten Heiden den Gott des Meeres vorstellte.

Eines TageS gingen zwei Bürger vorüber. Der eine sah den Neptun an unb sagte: Siehe, was bildet sich der Kerl ein! Er meint wohl, weil er ein wenig Latein gelernt hat, so ist er mehr als wir und will uns vexiren; beim er hat einen Bauern mit einer Mistgabel auf das Dach setzen lassen. Der andere antwortete: Der Bauer soll vom Hause herunter, ehe die Souue nntergeht, ober ich will meinen Kopf nicht behalten. Damit gin­gen bie beiden Bürger zu ihren Nachbaren und zeigten diesen an, daß jener Kerl der Stadt Löbenicht zum Spott einen Bauern mit der Mistgabel auf sein Haus habe setzen lassen. Das Ge­schrei von dieser Beleidigung ging nun geschwinde durch die Stadt und cs liefen zusammen Männer und Weiber mit Spießen, Stan­gen, Bratspießen, Spinnrocken und anderen gesährlichen Instru­menten und wollten beut studirte» Kaufmann das Haus stürmen. Der sah von ungefähr biird/S Fenster, wurde der stürnnschen Mcuge gewahr und rief hinaus: Ihr lieben Leute, was bedeutet das? Antwort: Den Bauern vom Hause! Der Kaufmann