feine Persönlichkeit mich weiter einznlassen liegt durchaus nicht in meiner Absicht, und glaube die Schilderung den Geschichtsferschern und um so mehr zu über- lassen, als sie ohnehin ganze Folianten über das be- wegte und wirknngsreiche Leben dieses berühmten Mannes ausgezeichnet haben. Jedenfalls aber ist es der Mann der von sich in aller Bescheidenheit und im vollsten Recht sagen konnte: Er danke Gott, daß er ihm einen Strahl gesunden Menschenverstandes verliehen.
Wien, 14. Juli. Die heutige "Wiener Zeitung« bringt in ihrem amtlichen Theile den Originaltext des österreichisch -preußischen Schutz- und Trntzbündniffes vom 20. April und der österreichisch-türkischen Convention vom 14. Juni, abgeschlossen zur Bewerkstelligung der ^Räumung der Donaufürshenthümer von Seiten der fremden Armee und der Wiederherstellung des gesetzlichen Zustandes in denselben. Diese Veröffentlichung in dem Augenblicke, da die Verhandlungen mit dem Fürsten Gortschakoff noch im Gange sind, ist das große Ereignis; des Tages, zumal für die Bekanntmachung dieser beiden hochwichtigen Staatsschriften die feierliche Form eines kaiserlichen Patentes gewählt worden ist. — Die mehrseitig irrig gedeutete Nachricht, das; der k. k. österreichische Gesandte in Berlin Herr Graf Thun Berlin verlassen werde, rcducirt sich auf die Thatsache, daß der Herr Gesandte schon vor Langem um einen kurzen Urlaub angesucht, und ivie verlautet , nun erhalten hat. Er wird auf seine Güter in Böhmen reifen, dürfte aber die Ankunft Ihrer f. Hoheit Fran Erzherzogin Sophie in Sanssouci noch abwarten. — Der k. russische außerordentliche Gesandte Fürst Gortschakoff hatte vorgestern die Ehre, bei den hier befindlichen Mitgliedern des a. h. Hofes in Audienzen empfangen zu werden. — Der beurlaubte Pri- vatsecretär Sr. Majestät des Königs von Griechenland, Herr Wendtland, ist gestern nach kurzem Aufenthalte in Wien nach Carlsbad abgereist.
Der «Lloyd«, der, wenn auch nicht gerade den Auftrag, die Gedanken der österreichischen Regierung zu verkünden, doch erfahrungsgemäß nicht selten das Geschick hat, dieselben zu errathen, bricht endlich sein bisher streng beobachtetes Schweigen über die russische Antwort. "Es liegt im Interesse des Cabinets von St. Petersburg — sagt er in seinem Blatte vom 13. —, die Action der vier Großmächte nach Kräften zu verzögern. Es weiß, daß der Winter, welcher in vier Monaten einen Waffenstillstand abschließen wird, Rußlands partheiischer Freund ist und günstige Bedingungen für dasselbe ausmittelt. Es weiß auch, daß in einem Kampfe von Einem gegen Fünf die vielhäup- tigc Partei von Gefahren bedroht wird, welche die einheitlich organisirte nicht treffen können. Kommt Zeit, kommt Streit sagt Rußland zu seinen fünf Gegnern. Kommt Zeit, kommt Rath, sagt cs zu sich selbst, Nichts ist unter diesen Umständen natürlicher, als daß Graf Resselrode und seine Agenten eine möglichst versöhnliche Sprache führen. Wenn eö dereinst der als so klug beleumundeten Diplomatie Rußlands — ein Ruf, der in jüngster Zeit viele Riffe bekommen hat — gelingen sollte, Europa einige Monate in Friedcnshoffunugen ein- zuschläfern, so hätte sie ihre Aufgabe erfüllt. Es ist jetzt gewiß nicht Rußlands Absicht, irgend ein Ultimatum zu stellen oder eine Antwort zu geben, welche jede fernere Frage kurz abschneidet. Das Gewebe der di- plomatischcu Korrespondenz wird sicherlich so lange fort- gesonnen werden, bis eine nicht-russische Hand es zerreißt. Kein russischer Gesandter wird jetzt seine Pässe fordern, sondern nur zu verhindern trachten, daß man sie ihm zusendet. Das sanfte Gerede russischer Diplomaten wird aber unbefangene Menschen nicht irre oder
Zur Tagcsgcschichte.
** Daß gerade Graf KönigSmarck, SHloMauptmann in Rheins- berg, mit dem Glückswunsche der königlich preußischen Familie zum Geburtstage der' russischen Kaiserin nach St. Petersburg geschickt werden, beruht dem Vernehmen nach ans einem besonderen Wunsche Sr. Bèaj. des Königs, der von sehr sinniger Bedeutung ist. Blau wird sich des berühmten „Turniers der weißen Rose" erinnern, welches vor ungefähr 25 Jahren im Park von Sanssouci hinter dem neuen Palais zu Ehren der Kaiserin von Rußland veranstaltet wurde und von welchem der Dichter der Undine, Friedrich Baron de la Motte Fonqnö, eine poetische Beschreibung ■ hinterlassen. Graf KönigSmarck ist einer der wenigen noch am Leben befindlichen ritterlichen Edelleute, welche damals unter den Augen der jugendlichen Kaiserin von Rußland sich im glänzenden Turniere bewegten. ' Auch jenes Fest fiel auf einen Geburtstag der hohen Fürstin, und darum sendet der König seiner durchlanch- tigsten Schwester gleichsam zur 25jährigen Jubelfeier jenes Tages, den Grafen, den letzten Turnierritter jener Zeit, als Boten seines GlüiMvuusches.
** Ein Hotel im schwarzen Meere. Die Franzosen können es nicht lassen, überall, wo sie auch nur zeitweise sich fcst- setzen, ihren Witz und die EiusäÜe ihrer guten Laune au den Mann zu bringen. Seit sie in Barna liegen, sind auch in dieser von Reisenden nicht gerade besonders amuntbig geschilderten Stadt Einrichtungen getroffen worden , ohne welche den Franzosen mm einmal das Leben kein Leben mehr ist. Französische Restauration, Wein und Kaffeehäuser dürfen nicht fehlen. Wie es mit den Zeitungen anssehen mag, ist eine andere Frage. Indeß wird man nöthigenfalls auch dafür Rath schaffen und wärs durch transportable Feldpressen. Spaßhaft sind die Firmen der rasch eingerichteten Restaurationen. Auf einer derselben steht mit Kreide geschrieben: Hotel & Fintegrité do la Turquie.
** Basel. Dem Beispiele des Millionärs, Herrn Chr. Me- rian-Barkhard in Basel, der dem Htadtrgthe das schöne Geschenk von 100,000 Fr. zur Linderung der Zlrmcnneth zur Verfügung stellte, sind sofort mehrere edelgesinnte gefolgt, so die HH. Jacob
1 kirre machen. Die rauhen Handlungen Rußlands ste- . Yen mit demselben zu sehr in Widerspruch. Was wir I hören, tönt wohl wie Frieden, leas wir sehen aber, ist der Krieg. Was ist übrigens die Botschaft, welche Fürst Gortschakoff hierher gebracht hat? Ohne den genauen Wortlaut derselben zu kennen, wollen wir doch dafür einstehen, daß in derselben nichts enthalten ist, welches die mäßigsten Forderungen der Westmächte erfüllt. Das Petersburger Kabiuet hat es auch nicht im Geringsten darauf abgesehen, Frankreich und England zu befriedigen, sondern nur dieselben zu isoliren. Die Art und Weise, wie man den Bund, welchen die Wiener Conferenz geschlossen hat, zu sprengen versucht, ist ungefähr folgende. Alan gedenkt, sich an die Hö e von Wien und Berlin mit einem plausiblen Vorschläge zu wenden, der von russischer Seite erfüllt werden soll, falls England und Frankreich auf denselben cingehen; ein Fall, der im Voraus zu den unmöglichen gehört. Wenn nun die deutschen Cabiuette unvorsichtig genug sind, hierauf sich einzulassen, so ist der nächste Schritt, ihnen vorzustellen, daß die Westmächte, falls sie nicht mit ihnen gehen, von ihnen abfallen und daß die Würde der deutschen Mächte dann erfordere, eine strengere Ncutralitä zu beobachten. Was dann folgt, ist, daß Rußland seinen Vorschlag nicht yusführt, der ja mir unter der Voraussetzung des allgemeinen Friedens ge- macht wurde. Falls dieser Plan gelänge, so hätte Rußland, ohne die geringste Concession zu machen, dein Widerstand die Spitze abgebrochen, welcher sich jetzt gegen es kehrt. Wir knüpfen jedoch keinerlei Befürchtungen an die neue alt-russische Politik. Ihre Motive und der Nachtheil, welcher Europa bedroht, falls sie Erfolg hätte, sind zn evident, als daß ein mündiger Staats- maun oder Mann sich von ihr täuschen lassen könnte. Ein Vortheil, welchen die russische Diplomatie allerdings hat, besteht darin, daß sie an zwei Höfen operiren kann und an zwei Höfen ihr Spiel verlieren muß, bevor es verloren ist. Eine Niederlage an einem Ort schlägt sie noch nicht. Bis sie im Süden und Norden Deutschlands der gleichen ernsten Entschlossenheit begegnet bläst sie noch nicht zum Rückzug. Aber cs ist nicht an uns, zu zweifeln, daß das Berliner Cabinet seinem hohen Berufe und der ernsten Sitnation gewachsen ist."
Vor einigen Wochen wurde die Budweis-Gmundner Pferde-Eisenbahn versuchsweise mit Locomotiven befahren. Dieser erste Versuch ist so günstig ausgefallen, daß der definitiven Einführung dieses Verkehrsmittels ein wesentliches Hinderniß nicht mehr im Weg steht. Sobald die gehörige Anzahl von Locomotiven, deren einige schon am Platz sind, angeschafft sein werden, wird der Dampfwagen die Pferde ablösen.
P Von der Donau, . 14. Juli. Die heute eingetroffenen brieflichen Nachrichten haben, da sich die allgemeine Aufmerksamkeit den späteren Vorgängen bei Giurgewo zuwendet, ein nur untergeordnetes Interesse. Dieselben enthalten ausführlichere Berichte über die von den Russen in der Moldau getroffenen Ver- theidignngsmaßregcln; eine größere Anzahl von Ingenieuren ist an die Sicbeubürgische Grenze entsendet worden und beschäftigt sich mit der Anlage von Schanzen und Redouten, enorme Proviautvorräthe werden in der Moldau gesammelt und die Kranken und Verwundeten, soviel cs die übermäßig in Anspruch genommenen Transportmittel zulassen, nach Bessarabien fortgeführt. An: 4. d. Morgens unternahm Fürst Gortschakoff, wie schon gemeldet, eine Jnspcction gegen Plojeschti von Maja ans, dem Landgute des walachischen Bojaren Katargi, welches 6 bis 7 Meilen von Bukarest entfernt ist. Aus Krajova reichen die Berichte bis zum
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Liudcimiè mit 25,000 Fr., Jselin-Reichenstein mit 22,000 Fr., alt-Obcrst Friedrich Maicurock mit 20,000 Fr., Bürgi-Wüst mit 25,000 Fr., HieronynudS-Mählb-Mchlm mit 23,0u0 Fr. und Friedrich Hausler mit 30,-000 Gulden in badischen StaatSobliga- tionen. — Allen Respect vor solchen Republicauern!
** Der Assiscnlwf der Provinz Brabant in Brüssel vernrthcilte am 11. Juli nach wochenlangen Verhandlungen den Notar Schoetters, Vater von 11 Kindern, zu lcbeiMvieriger Zwangsarbeit und Ausstellung am Pranger wegen Vollziehung eines falschen Testaments und die Schwägerin des verstorbenen Testators, des Rentners Robyns, eine 70jâhrigc, einer sehr angesebe- nen und reichen Familie in Brüssel angehörigen Dance, zu deren Gunsten das falsche Tcstaineut ausgestellt gewesen, zu lebansläug- lichcm Gefängniß und öffentlicher Anöstellung.
C h a r i i) a.r i.
** Dräxler - Mansred'sche Muse bringt in ihrem mit Geschick redigirten Feuilleton folgende Anekdote:
„In Dresden lebte ein Maurer Namens G., ein im ganzen Stadtviertel als Erzgrobian bekannter Mann. Er nmrde einst zu Ludwig Tieck beschicken, um daselbst einen Ofen zu sehen. Mit Angst und Zittern sah das Stubenmädchen der Ankunft des groben Kerls entgegen. Uni? der grobe Kerl erschien, aber mit-der. freundlichsten Niiene von der Welt und den beniüthigstcn Bücklingen. Mit Eifer verrichtete er seine Arbeit und gab ans alle Fragen die artigsten Antworten, verknüpft mit den zierlichsten Redensarten, kurz der Grobian war die Liebenswürdigkeit selbst. 9hm ist aber Neugierde das Nkuttergescheuk hauptsächlich aller Stubenmädchen. Die Tieck'sche Kainmerzosc frug daher: Aber guter Meister, Sie sind ja auf einmal ein reckt artiger Diamt geworden. „Ja, liebes MamseUchen, das hat Alles seine gewissen Schnbjäcke. Ich fürchte mich vor das alte Fräulein Tieck, die schreibt (Beschichten und da denk' ich mir, wenn du dir bei Tieck'ens nicht böfljch beträgst, bringt dich daâ Fräulein als Grobian in eine Geschichte. Das will ich iikM." Ach, entgegnete
• b.; an diesem Tage wurden daselbst mieten fehlt Briefe nach Bukarest auf der Post angcuvmmeu, da die große Straße aufs Neue von den Russen besetzt und dadurch die Verbindung mit der Hauptstadt ge- stört worden war. Soweit die brieflichen Nachrichten, bic telegraphischen Berichte reichen dagegen bis zum 1l. d. Al. Die Russen, deren Reihen sich sortwäh- rend verstärkten, standen noch immer am Argis, die Türken hielten sich in der Nähe von Giurgewo, der Ort selbst, allein Anscheine nach eine schwer haltbare Position, ist nur mehr von einigen tausend Mann besetzt, dagegen werden die davorliegendcn Döuhuiüseln stark befestigt, mit zahlreichen Batterien versehen und zugleich Vorkehrungen getroffen, das rechte Ufer durch eine Brücke mit den Inseln, in eine feste Verbindung zu bringen. Zahlreich entsendete Patrouillen halten Omer Pascha in voller Kenntniß voin Stande der Russen und deren Bewegungen Unterdessen rücken die englisch-französischen Hilfstruppcn mit dem Gros der türkischen Armee immer näher an die Donau und mit Recht sieht man ernsteren Ereignisse in der nächsten Zukunft entgegen. Später datirte Berichte aus dein russischen Lager melden, daß die Russen von Fratefchti aus, wo das Gros der Armee stehe, wieder in das von den Türken verlassene Giurgewo ekuge- rückt seien ^ und daß die Alutaliuie fortwährend stärker besetzt wird.
Frankreich.
Paris, 15. Juli. Die Patrie berichtet über den Besuch welchen der Kaiser Louis Napoleon der englischen Flotteuabtheilung bei Calais abstattete im Wesentlichen Folgendes: "Sobald die kaiserliche Dacht, gefolgt von dem Dampf-Aviso Corse mit Adunral Lapierre, drei bis vier Dampfbooten Und zahlreichen Segelschiffen, die sämmtlich mit Neugierigen überladen waren, auf der Rhede war, begrüßte das englische Geschwader sie mit Geschütz-Salven. Alle Schiffe zogen ihre Wimpel auf, und alle Naaen bedeckten sich mit Seeleuten, die anhaltende Hurrahs ausstießen. Beim Anuibal, dein englischen Admiral-Schiffe angelangt, stieg der Kaiser mit dein Marschall Vaillant, den Offizieren seines. Hauses rc. ins kaiserliche Boot hinunter. Aber die Wellen gingen hoch, der Wind war frisch, und cs wurde bald klar, daß daö kaiserliche Boot mit seinen Rudern allein den Anuibal nicht würde erreichen können. Der Corse nahm ihn nun ins Schlepptau, und von den die Rhede in allen Richtungen dnrchfurcheudcn Schiffen aus hefteten sich alle Blicke auf das von den Wogen heftig geschaukelte schlvache Fahrzeug, das in diesem Augenblicke die Geschicke Frankreichs trug. Endlich langte das kaiserliche Boot am Fuße der Treppe des Annibal an, die mit Fahnen verziert war und an deren oberem Ende sich der Commodore Grey mit seinem Generalstabe befand. Hier ereignete sich nun ein Auftritt, der die beklagenswerthMen Folgen hätte haben können. Der Capitän Exelmans (Befehlshaber der Rei-ne Hortense) war zuerst auf die Treppe gestiegen, um dem Kaiser die Hand zu geben, der leicht hinter ihm her sprang.« (Hier hat, die Patrie wahrscheinlich einen Theil ihres Berichtes ausgelassen und fährt fort:) "Die Mannschaft des Anuibal hielt alle Naaeu besetzt, und die Marine-Soldaten in roher Uniform waren auf dem Hinter-Verdeck aufgestellt. Sobald der Kaiser das Verdeck betrat, wurde er mit ungeheuren Hurrähs begrüßt, und die Schiffsmusik begann das Rn.le Dritaunia zu spielen. Der Csinmo- dore Grey ging dem Kaiser entgegen und dankte ihm auf Englisch für die ihm unb feinem Geschwader erwiesene Ehzc. Se. Majestät antwortete in englischer Sprache aufs huldvollste, durchschritt die Reihen der
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das Stuberunädchen traurig, guter Bleister, wissen sie denn nicht, daß. Fräulein Dorothea bereits vor sechs Monaten gestorben? „PÄrS", brüllt plötzlich der Meister G., in seine alte Gewohnheit zurückfallend, „todt' ist sie und ich bin ninsonsi höflich gewesen? J tausend Schockschwcrenoth. Ja^ das hätt' wissen sollen. Und Sie, dumme Gaus, warum, thut Sie .das Maul nicht eher auf und hat luich gesagt, daß.ich.mich incht 31t fürchte» brauche, Herr JeseS, seit sechs Vwna.tcn todt, und ich fürchte mich und bin höflich. Hol' euch alle imteinandcr der — dann stürzte der Erzürnte fluchend ab."
** Der erste Schuß gegen Kronstadt ist von dem Schiffe „Desperate" abgeseuert nnd in die Annalen Rußlands mit Worten eingcgrabeü werben: »Desperata Francorum incursio.«
Kuttstn 0 ti z.
* Bei der hier herrschenden, zuill Theil noch gerechtfertigten Ansicht, R. Wagner'S Opern als Zugopcrn zu betrauten, können wir nächstens das interessante Schauspiel einer „Wagnerivoche" erleben. -Zu dein „Täulchäuser" und „Lrchcngriü", mit. welchen wir so vielen Bühnen voranSgccilt, hat sich nun auch, der „flie« gcnde Holländer" gesellt, der nächsten- Donnerstag seinen Flug über unsere Bühnen nehmen und das hier für Wagner stets wachsende Interesse gewiß nicht erkalten lassen wird. Die erste VorsteÜmrg ist zum Beuesice nnseres Herrn Capellmcisters Hagen bestimmt. Die Musik dieser Oper ist ebenso effeetvoll und charakteristisch, wie jene der übrigen. Das Libretto hat aber wenigstens vor dem „Lohengrin" den Vorzug wohttlmeuder Kürze voraus. Der zweite Act wird, so viel aus den Proben tranSfpirirt (bei dem jetzt eingetretenen reuigen Wetter, ist dieses kein Wunder), als besonders reizend geschildert. Dip dankbare Hauptpartie ist Herru ‘Minetti «vertraut . Das Sujet ist eine Art Version deS Sans Reiling.; diesmal ist jedoch der „Jäger" der geprellte. Der ),fliegende Hwüänder" sticht und findet endlich Erlösung durch ein treues Weib. BoShgfte Alcufchen finden cS erklärlich, daß er siebentanfiud Jahre laug, der Schrecken aller Meere war.