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^^Versammlung in Stuttgart ausbezuhlt hatte, um die Diäten der Abgeordneten zu decke». Der FiscuH hatte die sofortige Rückbezahlung aus der seguestrirten Sachs scheu Masse, unabhängig von dein Ausgange des Haupt­processes, begehrt. Obergerichtsanwalt Kusel von Bruch­sal führte -die Sache des abwesenden Sachs. Die Ent­scheidung fiel gegen den Fiscus aus, derselbe wurde mit seinem Begehren abgewiesen und in die Koste» verfällt. Der Hauptproceß nimmt natürlich seinen weitern Fortgang. .. ~

Freiburg, 3. Juli. Gestern Mittag ist Se. groph. D Prinz Emil von Dessen hier angekommen .und hat sich sogleich zu den höchsten Herrschaften nach Umkirch begeben.

Bert iu, 3. Juli. Die r u s s i s ch c A n t w o r t mis die österreichische Sommation wird auf heute iu Wien erwartet; diejenige auf die preußische Erläuterung dieser Sommatiou wird in diesen Tagen hier durch den Gra­sen v. Bcckeudorf übergeben werden. Nach Andeu- tungen aus guter Quelle ist diese AMwort mehr aus­weichender als ablehnender Natur. Sie macht Unter- handlungen möglich das ist ihr eigentlicher Cha­rakter. Auf der einen Seite freilich wahrt sie vollkom­men das Recht auf den Krieg, den Rußland mit der Besetzung der' Donaufürstenthümer unternahm und ent­spricht insofern durchaus der wirklich sauatischen Skim- mung, welche in den leitenden Kreisen von et. Peters­burg gegenwärtig herrschen soll; sie erklärt, daß Ruß­land berufun und verpflichtet sey, die religiösen In­teressen der griechischen Christen im Orient ohne eine Dazwischeuküuft zu wahren, die seiner Machtstellung gefährlich sey; auf der andern Seite aber geht sie auf die Forderung der Räumung der DonaufürstMthümer über und gibt hier Anlaß zur Einsetzung weiterer Um terhandlnngen, auf welche Oesterreich vielt echt eim gehen könnte. Der weitere Inhalt der Note ist un­bekannt. Wie discret man überhaupt hier in den diplomatischen Verhältnissen zil Werke geht, leuchtet gewiß aus dein Umstände ein, daß auch sonst bestunter­richtete Leute erst heute erfuhren, daß Graf Bern­storff bereits nach London ab gereist ist. Einige wollen sogar wissen, daß die in der vorigen Woche am gelangten Vorberichte des Baron Manteuffel hinläng­liche Anhaltspuncte für die schließliche Ausfertigung der Instructionen des Grafen geboten und schon am vergangenen Freitag Abend dessen Abreise in aller Stille veranlaßt hätten. Ob derselbe unterwegs noch diplomatische Stationen zu erledigen hat, wird von einer Seite behauptet von der anbern bestritten. Unter den Personen, die in den Staatsrath berufen sind, befindet sich auch der geh,. Legationsrath v. Bis­mark-Schönhausen. Wir heben vorläufig folgende neu ernannte Mitglieder des Staatsrathes hervor: Um berstaats Secretär Freiherr v. Manteuffel; Geh. Ober-Negieruugsrath Sulzer; der General-Lieutenant Brcsc; die Directoren im Kriegs-Ministerium: Ge­neral v. Wangenheim, Gucinzius; Wirkt. Geh. Kriegsrath Fleck; der General-Staats-AnwaltGrimm; der Geh. Ober-Justiz-Rath Bischoff; derlluterstaats- Secretär im Finanz-Ministerium v. Pommer-Esche; der Geh. Ober-Finanz-Rath V. Koenen; der Geh. Ober-Regierungs -Rath Aulike; die Dircctoren im Ministerium für Handel und Gewerbe: Oesterreich, Mell in und Schmück er t; der mit den Directions- geschäften der Abtheilung für Berg-, Hütten- und Salincnweseu beauftragte Wirkliche Geh. Ober-Regic- rungsrath Sklaltcy; die Mitglieder des Laudcs-Oe- konomie-Collegiums: Präsident v. Beckedorfs, Graf v. Itzenpli tz imb Landes-Ockonomicrath Dr. Koppe; die Professoren der Universität 9t a n et e und von Keller; der Präsident des Ober-Kirchenrathes v. Uechtritz; Ober-Consistorialrath Prof. Dr. Stahl; die Geh. Ober-Tribimalsräthe S chn aase, Göring und Homeyer; die General-Superintendenten Hoffmann und B ü ch se l. (Wie man sieht: Beamte und specifisch-prote­stantische Notabilitäten.) Einigen Blättern zufolge ist Hr. Präsident Lette nicht als Mitglied des Staatsrathes einberufen worden. In einem Schreiben des Herrn Minister-Präsidenten wird auf die Disciplinar-Untcr- suchung Bezug genommen, welche gegen Herrn Lette geschwebt hat und bekanntlich wegen einer in einer Wahlversammlung gehaltenen Rede angestrengt worden war. Es war schließlich auf eine Rüge erkannt wor­den. In Folge dieser Untersuchung haben Se. Maje­stät durch Allerhöchste Cab.-Ordre anzubefehlen geruht, Herrn Lette anzuzeigen, daß er für die Folge aus dem Staatsrath ausgeschlossen sei, da derselbe nur aus Personen, denen das besondere Vertrauen des Königs darin Sitz und Stimme verleihe, bestehe, er dieses Vertrauen aber nicht mehr in dein Maße besitze, daß seine fernere Theilnahme am Staatsrath wünscheus- werth erscheine.

Der Köln. Ztg. wird geschrieben: Mit der Som­mation ist zugleich eine vertrauliche Botschaft erlasseu; sie betont einerseits, was in der officiellen Sommation nicht geschehen, die Nothwendigkeit des Rückzuges der Russen hinter den Pruth, und andererseits bietet sie für diesen Fall die Vermittelung der beiden deutschen Machte als neutraler Staaten. Jene erste Erklä­rung hat in Petersburg am meisten böses Blut gemacht;

die zweite Hälfte (wenn sie im Sinne einer Los sagung voll den letzten Wiener Protokollen antiken tisch wäre, was wir bezweifeln) schließt eventuell für die Friedensfrage und namentlich für die Frage des Status quo ante die allerbedenklichsten Gefahren in sich falls Rußland die friedliche Räumung der Do- uaufürsteuthümer nachgibt.

Die Frau Prinzessin Karl von Preußen hat sich zum Gebrauch einer Kur von Potsdam ans nach Schlangenbad begeben. Hr. v. Titoff ist auf der Reise nach Stuttgart zur Uebernahme des russischen Gesandtschaftsposteus am dortigen Hofe hier cingeirvf- fcn. Dem Vernehmen nach ist von den Staaten der Bamberger Conferenz Württemberg mi seiner Zu­stimmung zu dem preußisch-österreichischen Vertrage noch rückständig; auch sollen Holland (Luxemburg) und Däne­mark (Holstein und Lauenburg) sich des Anschlusses noch weigern.

Herr Malmcue befindet sich nicht mehr in poli­zeilicher , sondern bereits in gerichtlicher Hast. Es lie­gen gegen ihn drei Fälle an Knaben verübter Miß- Handlungen vor, von denen der eine sehr gravirender Natur zu sein scheint, da der Knabe in Folge der an ihm verübten Thätlichkeiten sechs Wochen in der Charite behandelt worden ist. Die Schließung der Anstalt ist übrigens von dem Provincial- Schulcollegium bestätigt worden.

Wien, 1. Juli. Sc. Exc. der Herr Baron von Bourqueney, franz. Gesandter, ist gestern von Sr. k. k. ap. Maj. dem Kaiser in PrivM-Audienz empfan­gen worden.- Der Herr Oberstlieutenant vom Ge- neralquartiermcisterstabe, v. Kallik, ist über Pest nach Schumla abgereist.

Fürst Gortschakosf, der Nachfolger des Herrn von Meyendorff und Ueberbringer der Antwort aus Peters­burg, ist noch immer nicht eingetroffen, wird aber bin­nen 8 Tagen erwartet.

Man glaubt, daß der königl. sächs. Gesandte, Herr v. Kön neritz, abberufen werden wird; wie es heißt, hätte sich dieser Diplomat mit der Bestrebungen der Bamberger Conferenz allzusehr ideutificirt, was seine hiesige Stellung problematisch machen mußte.

Die militärische Besetzung der Donaufürstenthümcr wird ohne Zweifel schon nächstens erfolgen. Die Trup­pen haben so eben Marschbereitschafts - Befehl erhalten. Erzherzog Albrecht wird ehestens auf seinem Posten eintreffen. Einige Officicre der k. k. Armee sind nach Barua gereist.

Bei der so ebèn stattgesundenen Recrutirung kam das interessante Resultat zum Vorscheine, daß das er­forderliche Coutingcut größtentheils aus der ersten Al- tersclässe geliefert wurde. Am 12. Juni wurde mit der Assentirung der Anfang gemacht, und binnen vier­zehn Tagen waren bereits über 50,000 Mann dem k. k. Militär abgcstellt.

Der Lloyd bringt nachfolgendes Schreiben: Herr Redacteur! In Ihrem Blatte vom 29. Juni 1854 erscheint unter der Rubrik »Parma» ein Artikel, in welchem ein gewisser Carra, gewesener Herzogl. Reit­knecht, sich als den Mörder Sr. k. Hoh. des Herzogs Carl 111. und als Grund des verübten Mordes »Rache» angibt. Ich muß überhaupt iu Abrede stellen, daß unter bem Namen Carra je ein Reitknecht dem ver­storbenen Herzog gedient habe, wie auch, daß je ein Reitknecht aus dem herzoglichen Dienste entlassen wor­den sei. Bei der humanen Behandlung, die der Herzog seinen Dienern allzeit angedeihen ließ, konnte Niemand Ursache zur Ausübung einer solchen Rache haben, wo­durch sich obige Angabe als fingirt darstellt. Achtungs­voll Baron Ward, Parmesauischer Gesandter am k. k. Hofe zu Wien.

Frankreich.

Paris, 3. Juli. Der Kaiser hat Guizot iu einer sehr wichtigen Angelegenheit um seine Ansicht fragen lnsseu und dieser beeilte sich, der Aufforderung zu ent­sprechen, mit dem Beifügen jedoch, daß er diese Con- sultation nicht als einen den Regierungsorganen ge­leisteten Dienst betrachtet wissen wolle. Der neue Minister des Innern wird nicht unwesentliche Verän­derungen in seinem Departement vornehmen» Alan versichert, daß Billault nicht alle Oberbeamten seines Vorgängers behalten und namentlich das Generalsecre- tariat durch Monceany neu besetzen werde.

Um die Behauptung russischer Journale, daß der Papst den Waffen des Kaisers ^Nikolaus offen Erfolg wünsche, Lügen zu strafen, erinnert der Moniteur an die schmeichelhaften Ausdrücke, womit vor zwei Mona­ten bei der Angelegenheit der unirten Armenier Pius IX sich über den Sultan aussprach, sowie an die Ver­sicherung von seinem aufmerksamen Interesse an der französischen Politik und seinen Hoffnungen für den glücklichen Ausgang des orientalischen Krieges, die er kürzlich dem französischen Gesandten bei Gelegenheit der Thronbesteigungsgratulation ertheilte. Auch weist der Moniteur auf die innere Unwahrscheinlichkeit der dem Papst beigelegten Gesinnungen in einer Sache, wo Moral und Politik so vollständig zusammenstimmeu, hin.

Am 1. Juni hatte die orientalische Armee der Fran­zosen bloß 2^2 Proc. Kranke (die Truppen in Gatipoli,

die noch nicht so lange dort sind, freilich 5 Proc.) der Engländer dagegen mehr, man sagt 20 Proc.' 1

Aus Malta vernimmt man, daß die Wittwe des Kapitän Giffard mit einer Waffenstillstands^ Odessa gelandet war, um das Grab ihres Gatten 'n besuchen. Sie wurde von den russischen Behörden niil Theilnahme empfangen.

Belgien.

Brüssel, 2. Juli. Der junge König von Portygal welcher heute hier erwartet wurde, trifft erst ben 5' Nachmittags, hier ein. Als ganz bestimmt versichert man, die hier sich aufhaltende russische Fürstin von Lieven habe das von ihr seither in Paris bewohnte Hotel abermals für neun Jahre gemiethet. Die Zahl der jetzt in Ostende amvescndeu Badegäste be­trägt 605.

Donaufürstenthumer.

Berichte über K ri cgs er ei gn isse an der Do­nau reichen heute bis zum 27. Juni. Die Avnnl- garden der türkischen Balkan Armee setzen ihre W wegungen gegen die Dcbrndscha fort. Er handelt sich darum, die Dobrudscha zu nehmen und die Russen, falls sie den östlichen Theil der Walachei und die Mol­dau nicht freiwillig räumen sollten, in diesen Positionen anzugreifeu. Die Bewegungen der türkischen Anuee werden durch die Flotten der Schutzmächte unterstützt.

Die Avantgarden des Lüders'schc» Corps bewegen sich von Silistria gegen Galacz; das DanncnberM Corps zieht gegen Fokschan; die Geschütze, welche bei Silistria verwendet wurden, werden mittelst Schiffen nach Galacz - eppedirt. Mit Bestimmtheit wird im russischen Lager behauptet, daß der Großfür-st-Throu- . folger, Alexander Nicolajewitsch, bei der Armee in der Moldau ciutreffen werde. In dem Befinden des F.-M Fürsten Paskiewitsch ist bis 26. Juni keine Besserung eingetreten. Die rechte Seite ist noch im­mer gelähmt und der Marschall wird fortwährend neu empfindlichen Schmerzen gequält. Vier Dampfer der vereinten Flotten, die bei Baltschik stauben, sind am 24. Juni zu den Donaummidungen abgegeben. Mehrere Kanonenboote mit anbereu vier Dampfern sollen denselben in Kürze folgen. Der Kontmanbant des Geschwaders hat Ordre, die Herausgabe sammt lieber russischer Douauschiffe zu fordern. Die zur Ble kade verwendeten Schiffe sind kleinster Gattung und geeignet, nöthigen Falls in der Donau zu operiern. Die bei Widdin, Nicopoli, Sistow und Rustschuk er­theilt gewesene türkische Donau Flottille sammelt sich bei Silistria, und es scheint, daß ein eembmirtce An griff von beiden Seiten auf die ruff.Schlssd zu WM beschlossen sei.

"Nach Berichten aus Jassy vom 26. Juni wür­den die Russen die Nioldau und den östlichen Theil der Walachei nicht räumen. Ein aus St. Petersburg den 26. in Jassy ciugetrosfeuer Courier hat Befehle gebracht, die in Bessarabien stehenden Kosaken Regimen ter in die Aloldarr zu ziehen. Zu Betze in Bessere bien wird ein großes Juvalidenlager errichtet, wo die im Feldzuge invalid gewordenen Krieger conceutrirt und dann in das Innere Ytußlands geschafft werden. Am 17. Juni sind im Lubliner Gonvernemcnlsbezirke bei dein an der österreichischen Grenze ausgestellten Äst mec-CorpS Kosaken aus Sibirien eingerückt, die ein volles Jahr auf dem Marsche waren; auch die irrezn- lären Kosaken sollen in -Kürze ein treffen.

Der General Fürst v. Gortschakosf ist in 8°^c TagbefehlS des Feldmarschalls Fürst Paskewitsch zum Oberbefehlshaber Stellvertreter ernannt.

Börsen-Berichte.

Frankfurt, 4. Juli. Ocsterreiwische und spanische Fonds wurden bet günstiger Stimmung bezahlt, besondere NachjtM zeigte sich für 4pSt. 250 fl. Loose und Neustadt -Weißenlnirge Eisenbahnactieu. Die Tendeu; war zwar für alle übrigen gastd baren Papiere fest, die Course derselben zeigten jedoch im P meinen ke-ne erhebliche BerLudcnmg. 5pLt. Metall. 67J ' do. 1852 Öl1/» G.; 4'/-Pät. Met. 59V2, 5pCt. Lomb.-Mna. 807/s G.; Wiener Bautaetien mit 9 Eiitzahlungeu 107« _ do. ohne JutcrimSscheine 1020 G; 500 fl. Loose 175 fl. L. 986/s G.; dvi neue von 1854 71/s, V» u. 7 P 4 ^ü' ; 0). Spanische 1pCt. 19Vs und 197/ic bez. it. G.; 3pSt 'j'! dische 36*/« G. Ben Eisenbabuactien waren Fr.-W. 45:i/i G; Bexbach 118/8, 119Vs bez., schlossen 119 Minden. 119 G, : Neustadt - Weisienburg eröffneten w > ' . /*, V» und 1O15,8 bez.; Livorno Florenz 8Mt G.; NaNst Hanan 98J G.; Taunus 298 G.; Fransiurt-HomburgJ ( ,ss Darmstädter Bautaetien 221 G.; Weimarische Bankactien . offerirt; Frankfurter Bankactien lOOVe it. G. bezahlt. «Il Thlr. Loose 34^8 G.; badische 35 fl. Loose 3974 ch. 'i Notiz schlöffen üpCt. Metall. 67; 4pepCt. Metall. :>J /-, Lomb.-Benet. 8k' 4; lpCt. Span. 19?/i«; Fr.-W.-Nordbahn Ludw.-Bexbach 118^; neue österr. 250 fl. Loose 71 /8 1C Abends in der Cssectensorietät zeigte sich Nachfrage T österreichische 4pCt. 250 fl. Loose und wurden W J" y, bezahlt und schlossen 717» G. Im klebrigen fand kem Umsah l

Berlin, 4. Juli. Ludw. Bexbach 11 U'J ''g7>/-. 43. »töln. Minden. 110'/*. Weimar. 5p®-

Wien, 3. Juli. üpCt. Metall. 86. K.-F.- Nordb. London 12 fl. 17 kr.

Paris, 4. Juli. 3pCt. Rente 73. 20. 3pCt. Spa«. 1pCt. do. 19. -

Verantwortlicher Redacteur : Dr. -t. ^j^

Druck von PH. J. Knefeli in Wiesbaden.