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Deutschland.

W!eÄltE>?n, 29. ^Hitt. Die »MStn. ^^ bthigt unter Mstöhewcm Datum die .timnincri^ bezüglich der Anchcbimg des gegen die/Nassauische Presse erlassenen Edicts. Sie knüpft daran folgende Center- Mgen: Es besteht also kein Gesetz, nach lretchem die Bersngnng des MinisterinmS gerechtfertigt werden konnte. Der Antrag des Abg. König wurde von der zweiten Kammer nach lebhafter Discussiou mit 14 ge­gen 7 Stimmen eingenommen, und hat durch diese Entscheidung das NMt und die verfassuugsiUäßige Freiheit eine neue Sanction erhalten. Das Aèiniste- rimn soll übrigens selbst schon geneigt sein, die Maß­regel znrückznnehinen, da cs, wie verlautet, sich wenig Erfolg davon verspricht. Man hätte die Maßregel schon wieder sofort rückgängig gemacht, wenn sie nicht zu neu wäre und man nicht fürchtete, sich etwas zu vergeben. Doch wer zum Rechte zurückkehrt,. vergibt sich nie etwas, sondern legt Ehre und Dank ein.

Weimar, 26. Juni. (A. Z.) Gestern überreichte der gegenwärtig lebende Hoffmann aus Fallersleben unserm Großherzog den zweiten Band seiner vortreff­lichen Geschichte des deutschen Kirchenlieds. Von dein Jahrbuch für deutsche Literatur und Poesie, welches derselbe (im Verlag von Friedr. Vöhlau hier) heraus­gibt, wird demnächst der erste Band erscheinen, und u. A. den Höchst interessanten Brieswechsel zwischen Karl August und Göthe enthalten. Unser Großherzog überhäuft Hru. Hoffmann aus Fallersleben mit Bewei­sen seiner Huld, und hat namentlich für jenes Jahr­buch eine jährliche Subvention von tausend Thalern

verwilligt.

Mcrscbnrg, 28. Juni. In unseren Militärbureaux herrscht gegenwärtig eine außerordentliche Thätigkeit und Alles deutet darauf hin, daß eine Mobilmachung unse­res Armeccorps (des IV.) nahe bevorsteht. Franz v. Florencourt soll beabsichtigen, in Erfurt ein russeu-- frenndliches Blatt zu gründen.

Hamburg, 29. Juni. Zufolge eines an die hiesigen beeidigten Fondsmaller ergangenen Verbots Seitens unseres. Commerziums, darf nicht mir die neue, bei Stieglitz und Comp. in Petersburg abgeschlossene rns- sische Anleihe von 50 Mill. Silberrubel hier nicht »o- tirt, sondern auch die älteren russischen Fonds dürfen nicht auf den CourSzettel gebracht werden. Das franz. Dampfschiff "Aigle«, welches vorgestern in Kiel auge- largt ist, soll dazu bestimmt sein, die französischen 9ic= couvalescenten aus Friedüchsork mitzunehmen.

Danzig, 1. Juli. Der englische Dampfer Basilisk, welcher von Baröfimd summt, wo er vor Anker ging, meldet, daß der größte Theil der Oslseeflotte auf Kronstadt zugesegelt bis zur Insel Scskaer die übrigen Schiffe liegen noch im Baröfund.

Berlin, 27. Juni. (Ostd. P.) Die Antwort des Kaisers Nikolaus auf die Österreich- Sommation ist kein Geheimniß mehr, wenn auch der Text derselben noch nicht offiziell in Wien an gelangt sein mag. So­wohl das hiesige als das Österreich. Kabiuet ist hierüber im Klaren, indem bereits von den beiden teutschen Ge­sandtschaften aus Petersburg schon vor sechs Tagen die Berichte hierüber eingelanfen sind. Die Antwort dcö russischen Kaisers läßt sich in folgcn&it Worten des Grafen Nesselrode zusammensasseu: "Der Kaiser über­läßt es den deutschen Mächten, ihm den Krieg zu cr- klären, er selbst sei für den Frieden. (?) Im klebrigen werde sich der Kaiser in einem eigenhändigen Schrei­ben an beide deutsche Monarchen verständlich machen." Bei einer anderen Gelegenheit äußerte sich Graf Nes­selrode bezüglich des Zusatzartikelö zu dem österreichisch' preußische» Verträge: "Es ist jetzt nicht die Zeit, das

nicht zu sagen, Ws man will; wir wissen, was Oester reich will." Uni diese Stunde weiß Ulan in Petersburg wohl auch, was Preußen will." Man erwartet nur hier mit der höchsten Spannung dieses eigenhändige Schreiben, als dessen Ueberbringer man den Baron v. Manteuffel bezeichnet, während Fürst Gortschakoff als Ueberbringer der Antwort nach Oesterreich ant 2. Juli in Warschau erwartet wird. Die Verzögerung der offiziellen Antwort soll in dem nervösen Zustande des Kaisers Nikolaus seinen Grund haben. "Diese durch ihre physische Kraft wie durch ihre ruhige Selbstbeherr­schung ausgezeichnete Persönlichkeit soll wie umaewau- delt und nervös so angegriffen sein, daß sich oft "inner­halb weniger Stunden die Stimmung wie die Auf fassung wiederholt ändert. Es ist somit immer noch möglich, daß die offizielle Antwort von der offiziösen abwcicht. Indessen macht man sich weder hier und noch weniger in Wien darüber Illusionen. Die Ernen­nung des Feldzcugmeistcrs Heß zum Obcrcommandantcn der 3. und 4. Armee hat hier die größte Sensation gemacht. Aller Augen sind auf das große, wahrhaft verjüngte Oesterreich gerichtet. Der Staatsrath ist zu Montag 11 Uhr Vornuttags einherufen. Von neu anfznuehmenden Mitgliedern nennt man Stahl, den Superintendenten Büchse! und den General-Su- periteudcutcu Hoffmann. Ueber Mangel an Vertre­tung können somit die strenggläubigen Protestanten nicht klagen.

Wie dem "C.-B." "von sonst immer gut unterrich­teter Seite" bestätigt wird, wäre in der That der Ge­neral PcrowSki dazu bestimmt, den Oberbefehl über die russische Armee an die Stelle des leidenden Fürsten Paskiewitsch zu übernehmen.

Das Wiener Cabinct hat, unserer Regierung bereits die Mittheilung machen lassen, daß in' den nächsten Tagen die österreichischen Truppen die Landesgrenze überschreiten und Um Schutze der Bevölkerung in die Walachei einrücken würden. Der Truppen­transport wird größtentheils auf der Donau mit Hilfe der LloyddWpfschiffe erfolgen und Giurgcvo wahr­scheinlich als Ausschiffungshafen benutzt werden.

Wien, 27. Juni. Fürst Gortschakoff, welcher der Ueberbringer der russischen Antwort ist, befindet sich bereits in Warschau. Die Ursache, warnm er nicht sogleich nach Wien gereift ist, um hier die Antwort sei­ner Negierung zu überreichen, besteht darin, weil er den Auftrag hat, zuvörderst den Bericht des Freiherrn von Mahendorff abzuwarten, welch Letzterer die Weisung er­halten hatte, dem diesseitigen Cabinete die Bedingungen anSeinanderzusetzeu, unter welchen Rußland geneigt ist, in die Wiederaufnahme der klnterhandlungcn einzuwil­ligen. Herr v. Maycndorff hat sich dieses Auftrages bereits entlediget, ohne jedoch dabei besonders glücklich zu sein, da ihm nach der N. W.-Z. bedeutet worden sein soll, daß die von Rußland vorgeschlagenen Bedin­gungen zu sehr den Forderungen der westlichen Cabinete und denen der Pforte widersprechen, als daß dieselben von Oesterreich und Preußen als Basis neuer Unter­handlungen empfohlen werden fönntön. Freiherr von Mayendorff hat dieUälls nun wieder nach Warschau berichtet, und man ist nun sehr begierig, ob Stu flaut die erwähnten Bedingungen motificirt, oder ob cd die österreichische Note ablehnend beantwortet. Jin ersten Falle würde die österreichische Summation allerdings den Anlaß zur Wiederaufnahme einer diplomKifchen Ber- mittlungSthätigkeit bieten; es ist aber, selbst diesen gün­stigsten Fall vorausgesetzt, sehr zu bezweifeln, ob man bieg mal glücklicher sein und wirklich einen nach allen Seiten hin befriedigenden Frieden zn Stande brin­gen wird.

^Erzherzog Albrecht ist gestern and Ischl hieher zu- riiugeiommeii und haben die Militär Coufereuzen mit FAdzengmeister V. Heß, Graf Schlick und Oberst Ra- miiig heute wieder begonnen. Dieselben werden durch beiläufig sechs Tage in Laxenburg unter persönliche!» Vorsitze Sr. Maj. des Kaisers von morgen an fort­gesetzt werden.

Die heute hierher telcgraphirte Nachricht, daß die Russen bei. Plojesti ein Lager von 30M0 Mann bc ziehen werden, kann aus Grund späterer und vetläfni- cher Berichte als unrichtig bezeichnet werden. Das Liprandische Corps und die von Giurgewo abgezogenen Trappen marschiren in die Moldau.' Die Mumm g der westlichen Walachei bis zur Linie Kalarasch-Fokschan ist definitiv beschlossen und in voller Ausführung stehend. Die Türken haben ihre Vorposten an der Donau wie­der ausgestellt, die von den Russen bis jetzt verlassenen Districte aber noch nicht besetzt. In Giurgewo in d Simnitza wurden nach dein Abzüge der Russen IV Dennis abgehackten. Marschall PrwkâvitsHs bedauerns werther Zustand verschlinunert sich täglich, und die Ad sicht desselben, sich nach Warschau zu begeben, imgue auf ausdrückliche Anordnung seiner Leibärzte vorläufig unterbleiben.

Nach Berichten aus Lemberg vom 25. b. stehen die russischen Truppen in der Nähe von Tomasso v, wo sie ein Lager geschlagen, nur mehr eine Meile von der österreichischen Grenze.

Der N. Pr. Z. wird aus Wien 28. Juni geschrie - ben: Graf Leon Potocki, Mitglied deS Reichsrathes und des dirigireuden Senats, früher russischer Gesandter am Lissaboner Hofe, ist gestern Abend mit einem geheimen Auftrage des Grafen: Nessclrode an Herrn v. Meyen- dorff hier cingctroffen. Daß diese Ankunft in /höheren Cirkeln zu allerlei Vermuthungen Anlaß gibt, löimcu Sie leicht denken, ich theile Ihnen (aber ohne sie zu verbürgen) nur eine mit, daß nämlich feine Majestät der Kaiser von Rußland sich mit der österreichischen Occnpation der Douaufursteuthömcr einverstanden erklärte und eine Anbahnung zur Verständigung mit ter hohen Pforte, sowie mit den West Mächten durch das österreichische Cabinct nicht ungern sähe. Ich wiederhole, daß diese Version eben nur Vermuthn ng aber von einer in diplomatischen Angelegenheiten routinirten, hochgestellten Person ausgehend ist.

Frankreich.

Paris, 1. Juli. Eiue telegr. Depesche meldet aus Bayonne von gestern, daß die Generale Oromw! in d Dozuely die Fahne ter Empörung erhoben haben mid 2000 Plan» Cavallerie von der Madrider Garnison gegen die Aufständischen audgeriieft sind. Andere Blät­ter melden, daß die spanischen Generale O'Donnell und d'OzuNly 2000 sWim Sietferei von ter Besatzung von Madrid zum Aufstand vermocht und mit den selben die Stadt verlassen haben. Der Moniteur berichtet, daß die russischen Truppen, welche Silistria belagerten und jetzt von dort abziehen, Mimia besetzen urd eine defensive Haltung gegen Softerreieb eiunchinen.

Der "Constitutionncck" brachte gestern einen sieben Spalten langen Lagneron» ièro sehe» Artikel, dessen Hauptzweck dahin geht, dem Kaiser Nikolaus zu ben-ei fest, daß er ans der ?litcrnative, sich und Rußland de­müthigen zu lassen oder seinen Frevel an der Mensch heit bis zum Aenßersten fortzusetzen, nicht anders, als durch freiwillige Thron-Entsagung heranSkoni- men kann.

Koss»th war vor einigen Tagen i» Paris. Er besuchte seine Söhne, die sich in einem hiesigen Gytu- uasium befinden. Die Polizei ließ denselben seine Oie^e ungestört machen.

men hat, beim die Deutschen haben ihn nach einem berühmten ober berüchtigten deutschen Staatsmanne benamset. Ich selber konnte zwischen Pera und Galata das kluge Benehmen einer Hündin beobachten. Ihre Neugeborenen hatte sie in einem eitu gestürzten Grabe des dortigen Todtfeldes untergebracht, wo sie vor Schnee nud Ziegen sicher waren. Sie selbst ging indeß, ohne von den Jungen sich viel zu entfernen, auf der Mauer des Be- gräbnistplatzcs über bem Trottoir der Gasse auf und ab, die Vor­übergehenden begleitend und von ihnen ein Almosen erbittend. Da die Jungen etwa? herangewachstn waren, ließ sie sich von ihnen begleiten, als ob sie zeigen wollte, wie sehr sie der Unter­stützung bediirfe; und gerade so machen die Bettler auf der Brücke.

Die Hunde bilden auch einen Theil der Gassen-Polizei, welche ohne sie gar nicht bestehen würde. Aller Schmutz, .aller Unrath, alles Aas wird in Coustautiuopel auf die Gasse gewor­fen, ohne daß man daran denkt, je die Reinlichkeit herznstellcn. Die Stadt mit ihren höchsten Minarets wäre längst unter dem Schmutze verschwunden, wenn sich nicht die 9tatiir ihrer annahme. Im Winter fegen die durch starke Regengüsse eutstehcnden Wild- bäche die absil-üssigen Gassen und führen den Unrath dein Meere zu; in der Sonnenhitze des Sommcr.s aber wäre cs vor Verwe- suiigsdlWen nicht auszuhalten, wenn die Hunde nicht das Ihrige thäten. Sie werden gewissenhaft von den Aasgeiern und andern Raubvögeln unterstützt, die immer über Constantiuopel schweben. Die Pest würde sich gewiß ohne diese wohlthätigen Elemente häu­figer und heftiger eiuftcKen; aber einmal da, wird sie durch die Hunde noch gefährlicher, denn diese colportiern sie und tragen zur Verbreitung bei. Zur Zeit Sultan Achmed's I., während der großen Pest, wollten darum die Arzte, daß die Hunde auSgerettet würden. Aber es entstand darüber eine so gewaltige Aufregung im Volke, und der Mnfti uabm sich der Vernrthcikten mit so großem Efer an, baß mau sich mit der bloßen Verbannüng der Hunde begnügen mußte. Sic wurden auf eine der wilden Prinzen- Jnsel beportirt. Auch unter dem Reformator Mahmud II. ver­bannte man sie nach Gallipolis und den Inseln; aber der Sckmntz 'n den Gassen nahm so sehr überhand, daß man sich bald gc- zwnugen sah, sie wieder zurück zu rufen. Mit Jubel wurden sic von den Einwohnern CoustantinopclS eingeholt.

Tagtsizefchlchte.

** Der Gebrauch, die in Weingeist eingelegten Früchte zu ge Hießen, der im mittäglichen brautreich, namentlich in Marseille sehr allgemein ist, fängt an m Paris um sich zu greifen und in die Mode W kommen. Das älteste und das berühmteste Hans für Zubereitung dieser Früchte, denen durch Hinzufügcn von von âpfermünzcu eine schöne grüne wenn auch sehr schädliche Farbe gegeben wird, ist unter dem Namen dermèrc Moreau bekannt, und findet sich am Quai de la Megisserie gegenüber vom Pont Neus. Im Jahre 17V8 .gegründet, war es Anfangs der Versammlungsort der Chiffmüers (Vnmpensammler), bereithof tes man vor dem einfachen Sckniapskäden sieben sah, nach und nach" ist diese Boutique von den Cyiffvniers. verlassen und so aristokra­tisch geworden, daß hentzntagc Equipagen vor derselben auhaltcu und gattonirte Bediente den Wagenschlag ihrer Herrn öffnen, die ès nicht verschmähen, bei der More Moreau einen eingelegten nmron eincodrau re. zn naschen, und dieses Geschäft bat eine solche Bedeutung gewonnen, daß die More Moreau als sic sich am Anfang dieses Jahres ans demselben znriickzog, dasselbe um 145,000 Fr. anbieten könnte das Material und die Waaren nicht inbegriffen. Das erste, ein Comptoir von Silber re., wurde zu 55,258 Fr. und die Waaren zu 86,0tX> Fr. geschätzt. ES fand sich ein Käufer der für die Klientele und das Material 165,000 Fr. und für die Waare 86,000.Fr., also zusammen 251,000 Fr. bezahlte, um das Recht zu habenKlimow" undOregat" zu verkauft«. DaS Comptoir auf weichem diese Waare verkauft werden, ist, wie bereits erwähnt, von Silber, und hat einen Werth von 18,150 Fr. Die Mine Morena hatte auch sehr viele Privatbäuftr, dcucN sie ihre Waare lieferte, und der Verlauf be­trug jährlich 160180,000 Fr. mit 60 Proceut Gewinnst. Ani Tage der Hochzeit des Kaiser Napoleon III. verkaufte sie für 2200 Fr. ChinoiS zu 34 SouS das Stil«, da der Zug in der Nähe ckhrcs Etablisseijicntö vorüberging. Die Studenten sind eine ihrer Hauptkundschaften, da der Weg von dcu Boulevards und überhaupt vom rechten Keiueufer ins lateinische Quartier vorüberführt. Es versteht sich von selbst, daß das schnelle Ruf

blühen dieses Geschäft? Rad'abmer erzeugt, und in neuester Zeit haben sich mehrere solcherKoirytoitv", wie man sie hier nennt, ansgcthau, in denen schütze Heben den Nektar, vulgo Schnaps genannt, reichen, und von denen eines in der Passage Jousfroy bloß 12000 Fr. Mietbzius jährlich zu zahlen hat.

Man spürt in H a m b»r g schon sehr merklich durch ein tretende Theuerung den Abgang der Massen von Lebensmitteln, welche in Hamburg aufgekauft und über Lübeck der englisch-fran­zösischen Flotte zugesührt werben. Zu der letzteren ging am 24. das Mecklenburgische DampfschiffErbgroscherzog Friedrich Franz" ab, mit 20 Ochsen, 10 Kälbern, 10 Hämmeln , 150 Enten, 42 Gänsen, 117 Tauben, 598 Hühnern, 12 Puten, 300 S-binkcn, 10,000 Eiern, 500 Säcken Kartoffeln, 29 Körben frisches Gemüse, 1400 Pfund Zucker, 46 Fässern Bier, 250 Kisten Cbampagmr, 1012 Kisten Cognac , 2000 Kisten Wein, 66 Kisten Aqu nr und 16 Gebinden Butter. Da aber noch ein bedeutendes Quantum für die französische Flotte angetanster Lebensrnittel in Lübeck zu ludfblieb, so wurde sofort ein Segelschiff für dcu Transport ge chartert.

Der in Berlin erscheiucndeuMed. Ztg." zufolge sind von dort auS in treuester Zeit bedeutende Sendiingett von Chinin nach ZeußzaUd für den Bedarf der Armee gemacht worden. Eine große Drcgnenhandiuug soll allein vor Kurzer» eine Bestellung znm Betrage von 1718,000 Thaler in diesem Artikel ansgesührt haben, andere Häuser haben minder umfangreiche Stiftungen ge­macht. (Rudj in Piürnt'crg sind bereits im Winter bedeutende Chinin-Anläufe für russische Rechnnng gemacht worden. Im Feldzug 1828 bis 29 verlor die russische Armee durch ben Man gel an Chinin nud China viele Mannschaft am Fieber; diesmal war man also vorsichtiger.) -- -

Seit vielen Jahren beschäftigt man sich im Pariser Pflan­zengarten mit dem Ruban und der Verbreitung einer KnoUcn- frucht an8 China stammend und Diosenrea japonica genannt, welche die Kartossein ersetzen soll. Die Knolle kann selbst bis 11 Grad Kälte überwinden unb wirb bis zu zwei Pfund schwer; ihr Geschmack ist feiner als jener der gewöhnlichen Erdäpfel. Sie kommt in sandigem, feuchtem Boden am Besten fort.