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Wiesbaden. 1834

Nr. 148.

Dienstag, 27 Zum.

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Bestellungen auf das dritte Quartal der Nassauischen Allgemeinen Zeitung werden baldigst erbeten.

Iris den Rammet N

f* Wiesbaden, 23. Juni. Sitzung der ersten Kam­mer. Berathung über das Centralorganisationsgesetz. (Fort, sttzung und Schluß).

Zii §. 4 wurde ein Beschluß der zweiten Kammer auf Strick der Worte:und eine Stelloerteetuug durch einen Amtssccretär oder Accesststen angeordnet" ohne Discussion auf Antrag deS Ausschusses angenommen. Bei §. 5 wurde be­schlossen, 4 Referenten in dem Kriegsdepartement anzustellen im Rang von Hauptmann oder Major. Bei §. 6 wurde der .ühere Beschluß statt der Worte:die gesummte innere Ver­altung ist der Landesregierung übertragen" zn setzen:die obere Verwaltungsbehörde für innere Angelegenheiten ist die Landesregierung" beibehalten. Ebenso wurde bei pos. 1 des §. 6 der Beschluß, das Wortgesetzlich" vor Rechten und Pflichten zu streichen beibehalten. Desgleichen die Abänderung des letzten Satzes der pos. 1die sich nicht zur katholischen oder evangelischen Kirche bekennen" in:deren religiöse Ver­hältnisse nicht auf Grund völkerrechtlicher Verträge beruhen" nach kurzer Discussion.

Bei pos. 11 hatten zwei Mitglieder der Commission (Bellinger und Höchst) beider ersten Berathung des Entwurfs den Antrag gestellt, die Worte:die Ertheilung der Dispensation vom öffentlichen Aufgebot und von Ehe- Hindernissen wegen Verwandtschaftsnähe"" zu streichen, indem die Ertheilung dieser Dispensationen den kirchlichen Behörden zustehe. Dieser Antrag war bei der ersten Lesung des Ge­setzes mit 6 gegen 6 Stimmen abgelehnt, dagegen die Re- gierungsproposttiöa. nicht zur Abstimmung gebracht worden, weßhalb die genannten CommisstoiieMitglieder eine wiederholte Abstimmung beantragten. Dieser Antrag wurde abgelehnt, jedoch von dem ReglernngScommissär Vollpracht erklärt, daß der Gegenstand durch ein Gesetz geordnet und die er­hobenen Beschwerden dabei berücksichtigt und möglichst be­seitigt werden sollten. Bei der Discussion über den beredten Gegenstand beteiligten sich die Kammermitglieder Graf v. Walderdorff, Diehl, Wilhelmi, Bellinger und Höchst für den Antrag, Möller gegen denselben.

Die Stelle eines Directors der Landesregierung war von der ersten Kammer gestrichen, dagegen die Anstellung eines weitern Rathes oder Assessors beschlossen worden. Ebenso battc-bie 'werte Kammer diese Stelle gestrichen, bei der Be­rathung über die Differenzpunkte aber den Regierungsvorschlag, eine solche Stelle zu ereilen , angenommen. Gegen die e nachträgliche, geschäftsordnnngswidrige Beschlußfassung erklärte Walderdorff einen Protest zu Protocoll, welchem sich die ganze Kammer anschloß. Der Beschluß der ersten Kammer wurde aufrecht erhalten.

Nach dem Regierungsvorschlage sollte e i n Referent für daS Schulwesen angestellt werden. Dieser Vorschlag war von der zweiten Kammer angenommen, dagegen von der ersten Kammer beschlossen, daß zwei Referenten, ein katholischer und ein evangelischer eingestellt werden sollten. Die Majorität der Commission (Bellinger, Höchst, Wilhelmi) hatte beantragt, den Beschluß der ersten Kammer beizubchalten, wogegen ein Mitglied (v. E ck) den Beschluß der zweiten Kammer empfahl.

Nach längerer Discussion, wobei sich die Mitglieder Möller, v. Waldcrdorff, Diehl, Bellinger, Trombetta und Wilhelmi für den Antrag der Majori­tät aussprachen und wobei die 5 zuletzt genannten der Re­

gierung es dringend empfahlen, dem längst gefühlten Bedürf­nisse i nd den Wünschen eines sehr großen Theiles der Ein­wohner des Herzogthums endlich nachznkommen. v. Eck spricht seine Ansicht dahin aus, daß zur Erledigung der Ge­schäfte des SchulreferateS 2 Referenten nicht nöthig seien, ferner daß die Theilung der Geschäfte nicht möglich sei, welche Behauptungen von den Abgeordneten Bellinger und Diehl widerlegt wurden. Der Antrag der Majorität wurde mit 9 (Gras v. Walderdorf, Möller, Höchst, D i e b l, K r a u s, T r o m b e t t a, Wilhelmi, Bellinger und v. Bock) gegen 4 (v. Marschall, Hofmann, Müller und v. Eck) angenommen.

Nach Beschluß der zweiten Kammer war der im Re- gierungsentwurf vorgeschlagene Referent für Handel, Gewerbe und Ackerbau gestrichen worden. Diesem Beschluß trat die erste Kammer auf Antrag der Commission bei.

§. 7. Die Bildung eines Consistoriums zur Leitung der innern Angelegenheiten der evangelischen Kirche betr., wurde von der Regierung zurückgenommen.

§. 8. Die erste Kammer trat auf Antrag der Commis- (ton dem Beschluß der zweiten Kammer ru diesen Paragraphen bei, wornach die Aufzählung der dem Finanzcolleg hingewie- senen Geschäftsgegenstände nach dem Gesetze vom 17. Oct. 1849 beibehalten werden soll, weil durch diese Fassung jedes Präjudiz bezüglich einer Aenderung des bestehenden staats­rechtlichen Verhältnisses der Domänen vermieden werde. Der Beschluß der ersten Kammer, die Directorstelle im Finanz­colleg zu streichen, wurde auf Antrag der Majorität der Com­mission (Bellinger, v. Eck und H ö ch st) beibehalten, da­gegen der Antrag der Minorität (Wilhelmi) dem Be­schluß der zweiten Kammer beizutreten, abgelehnt.

Zu den §. 9, 10, 11, 12 lagen in den Beschlüssen beider Kammern keine Differenzen vor.

Den K. 13 hatte die zweite Kammer unverändert nach der Regierungsproposition angenommen, während nach dem Beschluß der ersten Kammer

1) bei pos. 2 im ersten Absätze und ebenso bei pos. 2 des zweiten Absatzes (bezüglich der Fuuctionsgehalte) die Worte:für den Ministerialdirector" in Folge des Beschlusses zu 8« 1 wegfallen.

2) In pos. 2 des zweiten Absatzes statt:für den Prä­sidenten" gesetzt ist:für die Präsidenten deS Oberappellati- onsgerichs, der Aegiermig' unL des KrumzcvüegsZ'

3) In pos. 3 statt der Worte:für die Directoren der Centralbehörden rc." angenommen ist,für die Präsidenten und Directorcii der Ceutralbehörden."

Die Majorität der Commission (Bellinger, v. Eck und Höchst) hatte beantragt die bei diesen Positionen ge­faßten und auf Ersparung abzielenden Beschlüsse beizubchalten, welcher Antrag die Zustimmung der Kammer erhielt. Regie rungS -Commissär Bol! Pracht und Wilhelmi sprachen gegen den Antrag der Majorität, Bellinger dafür.

In § 14 bestand die Differenz darin, daß die erste Kam mer das Maximum der Besoldung für die Collegial - Mitglie­der nach dem Regierungsentwurs auf 24G0 fl., das der Acces- sisten ebenfalls nach dem Entwurf auf 700 fl. f.stzusctzèn an= / genommen hatte, wogegen die zweite Kammer beschlossen hatte, die Besoldung der Collegialmitglieder auf 2200 fl. herab, aber jene der Accessisten auf 800 fl. hinaufzusetzen.

Auf Antrag dec Commission wurden die Beschlüsse der ersten Kammer beibehalten.

Außerdem hatte die erste Kammer einen Zusatz zu diesem

Paragraphen beschlossen, dahin lautend:Das Medium bet in diesem Paragraphen bestimmten Besoldungen darf bei der in pos. 2 bis 6 aufgezählten Kategorie nicht überschritten wer­den. Bei der Bemessung desselben bilden die Obergerichte und Criminalgerichke die eine Classe, die übrigen Verwaltungs- bchördeu die andere."

Auf Antrag der Commission wurde dieser Beschluß bei« behalte'.:.

Den §. 15 , die Festsetzung der Diäten bei auswärtigen Commissionsceisen betreffend, hatte die zweite Kammer nach der Regierungsvorlage angenommen. Die erste Kammer da­gegen beschlossen, die betreffende Fassung des'Gesetzes vom 17. Octbr. 1849 dahin lautend:Für ausländische Com- missiousreiseu werden die Diäten besonders, jedoch nie über den die Quartierkosten einschließenden Betrag von eilf Guld-n täglich durch Beschluß des Ministeriums festgesetzt. Bei außer­ordentlichem Aufwande können auf glaubhaft gelieferte Nach­weise weitere Entschädigungen verwilligt werden" angenom­men. Dieser Beschluß wurde beibehalten.

Bei der definitiven Abstimmung stimmten für Annahme des Gesetzes Gras v. W a l d e r d o r f f, Möller, Höchst, Diehl, v. Marschall, Trombetta, Wilhelmi, Bel- liuger und v. Bock; dagegen Kraus, Müller, Hof mann und v. Eck.

*t Wiesbaden, 23. Juni. Aus der heutigen Sitzung der zweiten Kammer haben wir noch ausführlicher über den Antrag des Abg. Rau auf Revision der Edicte vom 25. Nov. 1851 und die dadurch hervorgerufene interessante Discussion zu berichten. (Den Antrag und die Rechtfertigung desselben haben wir bereits mitgetheilt.)

Braun: Er müsse vorerst fragen ; 1) ob es Absicht des Antragstellers sei, daß die Revision noch von dem dies­jährigen Landtag geschehe? und 2), wenn dieses bejaht werde: auf welche Weise dieselben..geschehen solle? Der Landtag sei in diesem Jahre schon eine so geraume Zeit hier, daß derselbe von der lange. Dauer seiner Sitzungen und Arbeiten ermüdet sei und daß viele Mitglieder sowohl deßhalb, als wegen ihrer häuslichen Geschäften ein baldiges Ende dieser Session wünsch- Mi. Wenn aber die Revision durch den jetzigen Landtag dennoch beabsichtigt werde, dann sei, da die noch übrigen Ge­schäfte (Differenzpunkte bezüglich der Kriegsschule und einige I Theile des Budgets) in Kurzem erledigt sein würden, zu be­fürchten, daß keine Mitglieder des Landtags bcschâstigt-sein wür­den, als die in die Commission zur Prüfung des Antrags und der Versassuttgsedicte gewählten: ein Zustand, der geeig­net sei, die leider schon vielfach gehörten Vorwürfe wieder zu wecken. Hierüber müsse er Auskunft verlangen, ehe er sich darüber entscheiden könne, ob er für den Antrag, wie er hier vorliegt, stimmen könne oder nicht.

Rau: Als von dem Vorredner ein Antrag auf Er­höhung der Bergwerkssteuer gestellt worden, habe er die Sache nicht durch Fragen zu umgehen gesucht, sondern er sei auf die Sache selbst eingegangen. Dasselbe möge nun der Fragsteller thun, um so mehr, da cs sich hier um eine wichtigere Ange­legenheit handle. Wann und wie die Revision der Novcm« bcr. Edicte vorzunehmen, darüber zu entscheiden, liege nicht in seiner Macht. Darüber möge die Kammer beschließen, es stehe dem torredner frei, deshalb einen Antrag zu stellen. Erwähnte Edicte verfassungsmäßig zu revibiren, halte er für eine unerläßliche Pflicht der Kammer. Von dem Herrn Vor­redner und seinen Genossen habe er schon früher einen hierauf bezüglichen Antrag erwarten können. Dieser sei aber bisher

Wie die Preußen sonst geworben haben.

Eine ucknndleche Erzählung.

Stävte haben, im Allgemeinen genommen, ihren besonderen Cha. racter, der wohl manchen Veräuverungen durch Einwirkung des Zeit­geistes unterworfen sein kann, doch meinals ganz die Eigenthümlich keit seines GeundzugeS verliert. Von diesem Gesichtspuncte aus be­trachtet, müssen wir annetzmen, daß Huile an der Saale an dem Tage des Jahres 1735, wo ein junger stattlicher Fähnrich in seinem Stüb­chen saß und einen Gimpel abzurichten sich bemühte, ebenso winkelig eng Uno alterthümlich ausgesehen haben mag wie zur Jetztzeit, wo die Cultur mit allem Firniß sich vergeblich bemüht, den Kern der Stadt zu verbessern. Es war im Anrange res Mai, aber trotz res hellen Sonnenscheins, der schräg durch die kleinen, mit Bier eingefaßten Fen- ber auf den Tisch fiel, woran rer Lehrer mit seinem ungelehrigen Matz ^satz genommen hatte, war es kalt im Zimmer. Matz hockte sich ver. diießlich zusammen, seinen Kopf nach dem schmalen Strcifchen Sonne lenken. Mit unverwüstlicher Laune wußte der junge Mann dieses Vorhaben beständig zu stören un pfiff ihm dabei unermüdlich eine Me- wdie vor. Wjx lange feine Geduld noch stich gehalten haben würde bleibt ungewiß, denn zur Freude res heute nicht singlusitgeu Vogels vmiele sich vic Thür. Es trat eine Ordonnanz mit der Meldung ein, der Compagnie - Chef Hauptmann von Voglern den Junker» von Gundling augenblicklich zu sprechen verlange.

Es blieb hiernach dem Lehrer des Meisters Matz der Niemand ""bero war als dieser Junker von Gundling nichts weiter übrig, seine überdies sehr unerquickliche und erfolglose Lehrstunde zu schlie» von uno sichin's Zeug zu werfen', wie er es zu nennen bcl cbtc, um ew Haupi.'nann von Vöglein auszuwartcu.

... H^lcrwegs erst fiel es dem leichtblütigen jungen Manne ein, da- ihn nachzudenken, waS sein Hauptmann eigentlich so Wichtiges mit ru sprechen haben möchte, daß er sich außer der Oicnststunve herab.

sh» zu befehlen. Obwohl er sich selten ganz rein co: Beran- jungen fühlte, die unter der Rubrikdumme Streiche" der Ver>

fventualuer mr Strafe, werth befunden wurden, so war doch § 'JW Es Absonderliches vorgefallen, was ihn hätte beunru- er b Junker in'S Voglern'sche Quartier eintrat, schlug »nmllch ein Schnippchen und dachte: Entweder habe ich einen dum­

men Streich gemacht oder man erwartet von mir einen sehr klugen - weiter kann es nichts fein!

Mit diesem zweideutigen Troste im Herzen erschien er vor dem al­ten steifen Herrn, der mit dröhnenden Schritten auf dem Estrichboeen seines Zimmers umheripaziertc. Junker Hans von Gundling fühlte eine Anwandlung von Furcht. Er kannte dies Manoeuvre, das der Vorläufer jeder ZorneSwolke war, welche sich über ihn ergiefien sollte. Er stand steif wie ein Laternenpfahl an der Thür und wartete geoul- dig seines Schicksals. Uno der Herr Hauptmann räu'pe te sich zwei bis drei mal sehr vernehmlich. Aber cS fain kein Wort über seine Lippen und sein Spaziergang erlitt nicht die kleinste Veränderung. Jun­ker Hans war geduldig ' wir haben cs schon in feiner Lehrstunde ge­sehen überdies mochte er denken, daß Strafpredigten tmm r noch frühzeitig genug kämen. Er folgte, mit innerer Lust zur Medisante mit den Äugen seinem Chef wenn er den Rücken gegen ihn gewen­det hielt und richtete sie suboroinatiousniäßig gerade aus, wenn sich Voglern auf ihn zu bewegte. Das Spiel dauerte beinahe eine Viertelstunde. Endlich fiano der Hauptmann mitten im weiten Zim. mer still und fragte mit Steniorstimme:

Hat Er Muth?

Zu Befehl! war des Junkers schnelle Aiitwort.

Hat er aber auch Courage?

Der Junker hatte gern geantwortet, was ihm bei diesem Pleonas. Mus einfiel, eklein er bemusterte seinen Muthwillcn bis auf ein un« merkliches Zwinkern des eben hervorgckcimtcn Barteü auf der Ober­lippe und sagte ebenso bestimmt uno schnell: Zu Befehl!

Das ist leicht gesagt brummte der alte Herr und trat seinen Spaziergang von neuem an.

Der Junker wartete leichten Herzens auf den weitern Veifolg des Gesprächs. Der Eingang hatte ihn belehrt, daß man einen klugen und gewagten Streich von ihm heischen würde und das schlug in sein Fach. Es währte auch nicht lange, so hatte ihm der Hauvtmanii mitgetheilt, daß nach ausdrücklicher Ordre des Gencral-FelomarschallS Fürsten Leo­pold von Dessau der Bertuch gemacht werden solle, einen Bürge-, Na­mens Happach, in Stolberg am Harz anzuwerben und daß Alles auf- geboten weiden müsse, um diesen aiißerordenliichen Athleten, sei es durch list oder Gewalt, zum preußischen Heere zu bringen. Hat Er verstanden? fragte der Hauptmann, alS er sich des unangenehmen Be­fehls endlich entledigt hatte.

Zu Befehl! entgegnete Junker Hans ebenso kaltblütig wie vorher,

obgleich er die Gefahr und Schwierigkeit diewS Auftrags sehr gut ein« sah. Einen Menschen mitten aus der Heimath wegzubringen, wen er nicht mit List weggeiockt werden konnte, war keine Kleinigkeit und die Gefahr, auf fremoem Grund und Boden Werberci zu treiben, ließ sich weder verkennen noch gering anschlagen.

Nun geb' Er und rüste Er sich schloß der Hauptmann mit fast gütigem Tone. Ihm wird der gehörige Succurö beigeorbnet werden. Der Unteroffizier des Werbecorps hat Befrhl, feine Frau mitzuneh- men, um Hülfe zu haben, wenn Weiberkunste nöthig werden sollten. Gelb wird Ihm eingehändigt werden. Im Uebrigen verlassen wir uns auf Seinen Kopf, den Er sonst gut zu gebrauchen versteht. Mach' Er Seine Sache gut. Sein Schaoe soll's nicht fein!

Der Junker grüßte militärisch uno marschige zur Thüre hinaus. Noch ehe er in seinem Quartier angelangt war, hatte er einen Plan fertig. Wir verrathen denselben nicht, sondern folgen dem kleinen De- tacbement, das drei Tage später von Halle aufbrach, um bis zur Grenze zu gehen. Hier t ennte sich der Junker von Gundling, in Begleitung der Unteroffiziersfrau Brigitta Naumann und eines fror bch noen klei­nen Tambours Fritz Maus, von der Schar und wanderte vergnügt und mut big bergab, um in's Städtchen Stollberg zu kommen.

Wer Stolberg mit feiner nächsten Umgebung kennt, der weiß, daß die kleine Stadt wie in einem Dichter I egt uno wenig geeignet ist zu Entfüorungen, die mit Eile eine Entfernung aus Gesichtsweite nö­thig machen. Bergan kann man mit Dem besten Willen nur langsam und anders als bergan läßt sich Stolberg auf keiner Seite verlassen.

Ein verzweifelter Ort, dachte Junker Hans, als er auf dem Markt- Platze stand und sich uilischaute. Rechts eine Felsenkante, link' eine Felsenkante, hinten eine dergleichen und vorn auch nichts anderes. Was ist da zu machen? Wir müssen, hol's der Geier! den besagten Bür­ger Happach erst irgendwo oben hinauf haben, um einen Angriff zu wagen.

Mit diesen Gedanken trat er, als Citronenbändler verkleidet, in'S Wi'toshauö und ließ sich dort häuslich nieder. Die bübsche, kecke Bri­gitta Naumann galt als sei e Schwcst r und der ptung-, schnellfüßige Tambour ritz Maus als sein Laufbursche Dazu war er auch aller­dings von vornherein mitgenommen. D r Bursche hatte schon oftmals eine bewunderungswürdige Ausdauer im Schnellläufen entwickelt und sollt? bei Dieser Erpediton als Curier benutzt werden. Junker HanS war ein liebenswürdiger Jüngling, hatte von seinem Baler, Dem be­rühmten Professor von Gundling zu Halle, viele gute Lehren gehört